PPI Top Event – Berühmt, berüchtigt

Es ist bald wieder soweit: PPI lädt am 16. März, späterer Nachmittag, ins Zunfthaus zur Hard zum halbjährlichen Stelldichein der Zahlungsverkehrsexperten ein.

Gestartet mit der Mission, den Standard ISO 20022 bei Finanzinstituten bekannt zu machen, hat sich der Anlass in der Zwischenzeit zu einem hochkarätigen Treffen mit Stammpublikum aus der Zahlungsverkehrs-Gilde gemausert.

Die Harmonisierung des Zahlungsverkehrs in der Schweiz nimmt auch heute noch seinen Platz im Programm ein (siehe Vortrag von Markus Beck, Raiffeisen), aber nicht nur. Der Anlass ist vielmehr auch eine Bühne für neue Ankündigungen und Überraschungen. So ist es den Verantwortlichen dieses Mal gelungen, zwei „Hot Topics“ in die Vortragsreihe einzubauen. Da wäre einerseits der Beitrag von PEAX, einem Startup aus Luzern, das mit seiner Vision des digitalen Briefkastens etablierte Akteure herausfordert und andererseits der Vortrag von Dirk Dose, der über das hochaktuelle Thema Robotic Process Automation (RBA) im Banking referieren wird.

Als Organisator des Meetings verspricht Carsten Miehling bereits an dieser Stelle, dass PPI bei der jetzigen Veranstaltung mit einigen Neuigkeiten zusätzlich überraschen wird. Denn das ursprüngliche Thema ISO 20022 biegt langsam aber sicher in die Zielgerade ein und ein neues Leitmotto musste gefunden werden. Was dies genau sein wird, sei an dieser Stelle noch nicht verraten. Es lohnt sich aber auf jeden Fall und besonders dieses Mal im Werdguet mit dabei zu sein. Wie immer wird auch bezüglich Unterhaltung und Kulinarik nichts dem Zufall überlassen, sodass die Expertengespräche in geselliger Runde wieder bis in die späten Abendstunden anhalten werden.



Wir freuen uns auf Sie 

#Top Event #PPISchweiz # RoboticProcessAutomation #Harmonisierung #PPIAG #PEAX #Raiffeisen


Optimierungs-Chance für Corporates

„Die natürliche Auslese sorgt dafür, daß immer die Stärksten oder die am besten Angepassten überleben." Charles Darwin

Die „Harmonisierung Zahlungsverkehr Schweiz" ist Tatsache und die neuen Anforderungen wurden von den meisten Banken bereits umgesetzt. Nun geht es darum, auch die Wirtschaft auf die neuen Formate umzustellen. Viele Unternehmen sind sich jedoch der Chance, die sich ihnen durch die neuen Verfahren bietet, nicht bewusst. Manch einer denkt, dass diese Anforderungen alleine vom Software-Partner implementiert und gelöst werden können und übersieht so das grosse Optimierungspotential. Sehen Sie hierzu auch den aktuellen Beitrag von SRF ECO.

Zeitungsartikel über den starken Schweizer Franken und den Kostendruck, dem viele Firmen ausgeliefert sind, gehören schon fast zum Alltag. Und doch bestätigt unsere Erfahrung leider immer wieder, dass viele Firmen mangelhaft für die Optimierung im Zahlungsverkehr sensibilisiert, geschweige denn aufgestellt sind. Denn gerade hier lassen sich erheblich Kosten sparen.

Wer diese Umstellung richtig angeht, hat die Möglichkeit, alte und aufwendige Bearbeitungsschritte im Zahlungsablauf zu eliminieren und die ganze Abwicklung automatisiert, modern und effizient in die Wege zu leiten. Das spart Geld und Zeit und führt mit dem neuen Konto-Reporting sogar noch zu einer schnellen Übersicht über alle
Kontostände und -bewegungen.

Es geht also nicht nur um die korrekte Zahlungseinlieferung bei den Banken, sondern um eine ganzheitliche und effiziente Planung der Zahlungs-Abwicklungsprozesse im eigenen Unternehmen.
So wie der Finanzplatz Schweiz diese Umstellung nutzt, um die Vielfalt der Zahlungsverfahren zu reduzieren, haben auch Unternehmen die Möglichkeit, Zahlungsprozesse zu optimieren und zu professionalisieren.

Wir von PPI Schweiz führen regelmässig Einfluss-, System- und Umweltanalysen mit Schwerpunkt Zahlungsverkehrsprozesse durch. Typische Punkte hierbei sind:

  • Inventar- und Einflussanalyse aller Bankverbindungen, Prozesse und    Systeme 
  • Detailanalyse aller Zahlverfahren, Stammdaten und Dokumente auf „ISO20022-Readiness"
  • Entwicklung von Optimierungsmöglichkeiten und Strategieoptionen 
  • Planung und Organisation von Ressourcen und zeitlichen Abfolgen für die konkrete Umsetzung 
  • Projektbegleitung vom Kick-off bis zum Projektabschluss 

Wir begleiten unsere Kunden eng durch diesen Prozess und stellen sicher, dass ihre Systeme die neuen Formate verarbeiten können und der Datenaustausch mit ihren Banken einwandfrei funktioniert. Ebenso schulen wir bei Bedarf die Mitarbeiter und verankern so das Wissen über die neuen Formate im Unternehmen.


Durch unsere langjährige Erfahrung in den wegweisenden ISO20022-Projekten der Grossbanken und der Mitarbeit in den Standardisierungsgremien, verfügen unsere Berater über ein Know-how der Extraklasse, von dem wir Sie gerne profitieren lassen.
Nehmen Sie mit uns Kontakt auf und vereinbaren Sie einen Termin, damit wir bei einem persönlichen Gespräch Fragen klären und Möglichkeiten aufzeigen können.

Ihr PPI–Schweiz Team

#Harmonisierung #ISO20022 #Optimierungsanalyse #Prozessverbesserung

Gastbeitrag: Robotic Process Automation (RPA) - Softwareroboter heuern bei Finanzdienstleistern an

Die Schweizer Bankenbranche steht unter massivem Druck. Der Niedrigzins drückt die Margen im Kredit- und Geldanlagegeschäft auf ein Minimum. Gleichzeitig machen Regulierungsvorschriften den Banken das Leben schwer. Und der intensive Wettbewerbsdruck verbietet Preiserhöhungen. Kaum verwunderlich also, dass Banken händeringend nach einem Hebel suchen, um ihre Kosten zu drücken. In der weiteren Industrialisierung sehen die Schweizer Banken den Schlüssel zum Erfolg. Roboter, die im Backoffice Seite an Seite mit den Menschen arbeiten, leisten bereits gute Dienste.

Die Digitalisierung verspricht Produktivitätssteigerungen. Der Innovationsdruck wird noch erhöht durch neue Player, die dem veränderten Kundenverhalten im Digital-Zeitalter scheinbar mühelos begegnen. Fintechs fordern Banken heraus. Sie erweisen sich häufig als wandlungsfähiger und schneller. Etablierte Finanzinstitute dagegen werden nicht selten von der eigenen, veralteten IT-Infrastruktur ausgebremst und durch eingefahrene Arbeitsabläufe schwerfällig. Viele Finanzdienstleister verlassen sich noch auf unflexible Papierformulare, halbautomatische und manuelle Abläufe. Prozessoptimierungsprojekte haben oft wenig Potenzial, da die IT-Anpassung zu kostenintensiv und zu langwierig ist.

Roboter gehen den Mitarbeitern zur Hand

Eine Chance, diesem Dilemma zu entkommen, bietet die Industrialisierung des Backoffice. Das Konzept dahinter trägt den Namen Robotic Process Automation (RPA). Richtig angelernt übernehmen Roboter die Backoffice-Arbeit. Ein Softwareroboter ist eine Anwendung, die menschliche Aktivitäten an Bildschirm und Tastatur nachbildet und auf diese Weise vollautomatisiert manuelle Tätigkeiten übernimmt. Er arbeitet komplett eigenständig nach vorgegebenen Regeln. Nur in festgelegten Ausnahmefällen wird ein Mitarbeiter angesprochen, der sich dann mit dem Arbeitsschritt befasst. In Zukunft werden lernende Komponenten (Künstliche Intelligenz) die Roboter noch schlauer machen.

Der grosse Vorteil dieser Lösung ist die Schnelligkeit, mit der sie herbeigeführt werden kann. Eine Umsetzung ist in wenigen Wochen möglich. Die Investitionen sind vergleichsweise gering und amortisieren sich nach kurzer Zeit. Softwareroboter bringen Effizienzzuwächse – und zwar ohne langwierig komplett neue IT-Lösungen zu implementieren, die in die Infrastruktur eingepasst werden müssen und die Integration einer Vielzahl von Schnittstellen erfordern.

Arbeitsfelder für Roboter

Je standardisierter die Prozesse und je schneller die Informationen zur Verfügung stehen, umso eher ist eine Automatisierung durch Roboter möglich. Beispiel Kontoeröffnung: Softwareroboter tragen die Daten in die Kunden- und Stammdatenbanken ein, bestellen die Giro- und Kreditkarte für den Kunden und richten regelbasiert Dispokredite ein. Der Effekt für die Kunden: Sie kommen so schneller als bislang zu ihrer neuen Bankverbindung oder einem Kredit. Der Effekt für die Banken: Die Maschinen entlasten die Bankmitarbeiter von lästigen Arbeiten wie dem Eintippen und Abgleichen von Daten und die Automatisierungen sorgen auch bei anderen Verwaltungsaufgaben für mehr Effizienz.

Ein anderes Beispiel für ein Betätigungsfeld für Roboter ist das Abarbeiten von Fehlerlisten. Bankmitarbeiter sind täglich gefordert, Anpassungen in ihren IT-Systemen nachträglich vorzunehmen. Die Aufforderungen dazu erhalten sie regelmässig über Listen, beispielsweise, wenn im Nachtlauf bestimmte Zahlungen nicht so durchgeführt wurden wie geplant. In der Praxis werden diese Listen häufig von Menschen ausgedruckt, vorsortiert, wieder gescannt und per E-Mail an einzelne Mitarbeiter zum Bearbeiten geschickt. Der Mitarbeiter, der die Liste erhält, erstellt eine Auftragsnummer, bearbeitet Vorgänge und führt den Freigabeprozess durch. Softwareroboter können einen Grossteil der Arbeit übernehmen – von der Erfassung über die  Verteilung bis zur Bearbeitung der Standardfälle.

Anteil der Personalkosten am Ertrag drücken

Die Automatisierung manueller Tätigkeiten bietet großes Potenzial Kosten zu sparen und die Produktivität zu steigern. Vernetzung und Rechenintelligenz sind heute so weit, dass die Softwareroboter zur echten Alternative werden. Berechnungen, bezogen auf das Listenbeispiel, zeigen, dass Produktivitätssteigerungen in Höhe des Faktors Zwei und mehr möglich sind. Im Regelfall kann ein Softwareroboter die Arbeit von drei bis fünf Mitarbeitern übernehmen. Zudem arbeitet er durchgehend ohne Pause. Es können also deutlich mehr Vorgänge in derselben Zeit erledigt werden. Berechnungen und Erfahrungen von PPI zufolge lassen sich Bearbeitungszeiten tatsächlich um mehr als 50 Prozent reduzieren, in Einzelfällen waren sogar 90 Prozent möglich.

Zudem machen Softwareroboter die manuellen Schnittstellen erheblich zuverlässiger und effizienter, da sie selbst bei ständiger Wiederholung und hoher Geschwindigkeit präzise arbeiten. Zugleich ist jeder Schritt, den ein Softwareroboter übernimmt, vollständig nachvollziehbar und dokumentiert. Ein Vorteil für die Compliance.

Roboter sind für die Menschen da

Bankmitarbeiter erhalten mit RPA einen Assistenten, um die eigene Produktivität zu verbessern. Arbeiten, für die ausgebildete Bankmitarbeiter massiv überqualifiziert sind, die aber erledigt werden müssen, können Softwareroboter übernehmen. Für die Menschen bleibt mehr Zeit, um sich auf individuelle Kundenbedürfnisse und die Beratung zu konzentrieren. Ziel ist, dass sich die Kollegen ganz strategischen Fragen, dem Entwickeln neuer Geschäftsideen, dem Kundenbeziehungsmanagement und schwierigen, individuellen Sachverhalten widmen können.

Der besondere Charme von RPA liegt in der vergleichsweise einfachen Umsetzbarkeit. Unternehmen, die RPA-Lösungen gerne einmal ausprobieren möchten, können pragmatisch starten und innerhalb weniger Wochen erste Erfahrungen sammeln. Die Kosten sind überschaubar – auch weil die vorhandene IT-Infrastruktur davon unberührt bleibt. RPA löst das Dilemma aus Geschwindigkeit, Qualität und Kosten.

Über unseren Gastautor:

Dirk Dose ist Managing Consultant und Experte für Prozessautomatisierung bei der Hamburger Unternehmensberatung PPI AG. Als Träger des Master Black Belt Six Sigma leitet er Prozessveränderungsprojekte in Unternehmen der Finanzbranche.





#RPA, #Robotic Process Automation, #Smart Robotic, #Prozessverbesserungen

EBAM - die „Vergessene“

Bereits im August 2016 haben wir auf EBAM, die elektronische Bankkontoverwaltung, aufmerksam gemacht. Was hat sich seither getan? Welche Chancen hat das Electronic Bank Account Management in der Schweiz derzeit wirklich?
Einige werden sich auch noch an einen vielversprechenden Piloten in 2012/2013 erinnern, an dem einige internationale Banken teilgenommen haben. Leider war der damalige Impuls für den Markt noch zu schwach, als dass sich EBAM international hätte etablieren können.

Es fällt vielmehr eine Analogie zum ersten Tablet auf, an das der grosse Schlanke bereits sehr viel früher gedacht hat, welches sich aber erst viel später durchsetzen konnte,  dafür aber eine umso grössere Anhängerschar gefunden hat. Wann also ist die Zeit reif für EBAM? Weshalb ist es damals gescheitert und welche Hausaufgaben müssen zuvor noch gemacht werden, damit es einen ebenso grossen Erfolg hat?
International ist mit dem Meldungsstandard (ISO 20022 acmt-Meldungen - Account Management) schon einmal eine gute Grundlage gelegt. Das Feld sieht jedoch noch eher wie eine Baustelle aus: Zuerst einmal stecken natürlich viele Banken mittendrin in den Arbeiten zur Harmonisierung des Zahlungsverkehrs Schweiz. Budget und Knowhow sind dadurch aktuell gebunden und künftig wird zusätzliches Knowhow bezüglich EBAM aufgebaut werden müssen.

Ausserdem fehlt eine vereinfachte rechtliche Grundlage, um einen Kontoeröffnungsprozess auf digitalem Wege von Anfang bis Ende durchspielen zu können. Know Your Customer und Geldwäschereigesetz sind nur zwei Faktoren, die hierbei eine Rolle spielen. Wenn man aber den Prozess in einem ersten Schritt auf die Klientel reduziert, die sich bereits ausgewiesen hat und beispielsweise ein weiteres Konto eröffnen möchte, ist EBAM sehr schnell auf ein Nischenprodukt zurückgestuft, für welches derzeit kein Geld und auch keine Zeit bleibt.

Erste Ansätze sind erkennbar, da manche Banken bereits die Möglichkeit bieten, in einer Internetbanking-Anwendung nach erfolgreichem Login (und Identifizierung) ein weiteres Konto zu eröffnen oder zumindest die Bestellung auszulösen. Leider basieren diese Schnittstellen zum Bankenkernsystem nicht auf den standardisierten acmt-Meldungen. Wenn sich also EBAM durchsetzen sollte, können auch hier noch weitere Bereinigungsarbeiten anfallen.

Eine grössere Hürde stellt jedoch noch die Bereinigung der Bestandsdaten dar. Sowohl auf Bankenseite als auch bei der Gegenpartei - sei es ein KMU, sei es ein international aufgestelltes Grossunternehmen - die Mannigfaltigkeit ist gross und kann nicht so ohne Weiteres auf wenige Meldungstypen komprimiert werden. Von Institut zu Institut sind bereits die Anforderungen für eine Kontoeröffnung verschieden, im internationalen Umfeld multipliziert sich dieser Aspekt noch.
Auf der (Firmen-)Kundenseite müssen nicht nur aktuelle Bestandskonten in eine EBAM-Lösung überführt werden, auch die ganzen Prozesse erfordern eine Anpassung.

Bleibt derzeit nur die Möglichkeit, die Köcher für die Zeit nach der Harmonisierung Zahlungsverkehr Schweiz zu füllen. Vielleicht wird es Zeit für die Harmonisierung der rechtlichen Grundlagen?
Im Rahmen von PSD2 und XS2A Access to Account wird EBAM ein wichtiger Baustein sein, mit dem Banken ihren Kunden neue Services und Möglichkeiten eröffnen können.

Für Sie gebloggt hat Frank Rebmann von PPI Schweiz


Frank ist Senior Consultant bei PPI Schweiz und nebst seiner Affinität zu Mobile Payment begeistert er sich für den Meldungsaustausch im Zahlungsverkehr auf der Seite Kunde-Bank, insbesondere aber im Interbankbereich.




#EBAM, #DigitalIdentity, #ISO20022, #HarmonisierungZV

Zahlungsverkehr im Fokus

Ein grosser Teil der Digitalisierung in der Finanzindustrie dreht sich um den Zahlungsverkehr. Um Geldbeträge schnell, kostengünstig und effizient von A nach B zu bringen, investieren Banken Millionen. Aber rechnet sich das langfristig?
Immer mehr Menschen regeln ihren Alltag mit Smartphones. 
Das Ein- und Ausschalten des Lichts zu Hause, schauen und posten von Videoclips, Selfies oder anderen Fotos, Informationsbeschaffung und letztendlich Kommunikation mit Freunden und Geschäftspartnern erledigen wir von überall aus. Bequem, einfach, jederzeit.
Im Jahr 2016 wurden durchschnittlich mehr als 80 % der Zugriffe auf Websites mit Smartphones ausgeführt. Dazu gehört auch der Aufruf von Banking-Apps zur Erledigung seiner Zahlungen. Erstaunlicherweise nehmen wir dabei in Kauf, dass die Bezahlung einer Rechnung im Gegensatz zu unseren sonstigen Smartphone-Gewohnheiten nicht innerhalb weniger Sekunden erfolgt, sondern mehrere Stunden oder auch mal einen Tag dauern kann. Und das in der heutigen Zeit, wo sogar ein US-Präsident die Bevölkerung mehrmals täglich „live“ auf Twitter mit mehr oder weniger sinnvollen Informationen versorgt und wir mit Whatsapp und Snapchat innerhalb von Sekunden mit unseren Freunden Textmessages, Bilder und Videos austauschen.


Doch wie ist es um den Schweizer Zahlungsverkehr gestellt? Was passiert hinter den Banking-Apps und welches Entwicklungspotential ist zu erwarten?
Das Bundesamt für Kommunikation BAKOM hat vor kurzem ein interessantes Dossier zum Zahlungsverkehr in der Schweiz veröffentlicht.
Ich möchte dieses Werk jetzt nicht im Detail kommentieren, werde jedoch ein paar interessante Stellen herauspicken.


Schaut man sich die Zusammensetzung von bargeldlosen Zahlungen an, fällt auf, dass sich Überweisungen (53%) und Kartenzahlungen (44 %) diesen Kuchen zu weitestgehend gleich grossen  Stücken aufteilen. Der restliche Anteil von 3 % entfällt auf Lastschriften. Umso mehr erstaunt es in diesem Zusammenhang, dass der Finanzplatz für diesen verschwindend geringen Anteil von Lastschriften eine neue Lösung (LEON – Lastschriften, E-Rechnung Online Neu) vorsieht. Für Banken und Firmenkunden bedeutet das erneut eine Umstellung von Formaten und Verfahren. Finnland hingegen hat mit der SEPA-Umstellung gleich die Lastschrift komplett abgeschafft, zugunsten der E-Rechnung.


Ein Blick auf die Überweisungen zeigt, dass über ein Viertel der Zahlungen papierbasiert, also mit Einzahlungsscheinen abgewickelt wird. Dem stehen knapp drei Viertel elektronische Zahlungen gegenüber. Das Ende des typischen Einzahlungsscheines ist ja ohnehin schon besiegelt, was einen weiteren Zuwachs elektronischer Transaktionen mit sich bringen wird, neben Verbesserungen bei Kreditoren- und Debitorenprozessen bei Firmen und Banken. Hier verbirgt sich enormes Kostensparpotential durch Digitalisierung, wenn effizientere Prozesse mit geringerer Fehlerquote eingeführt werden. Wir beraten Sie übrigens gerne hierzu.


Ebenfalls interessant ist die Bedeutung von Bargeld in der Schweiz. Gemäss dem Bericht des BAKOM haben sich Bargeldbezüge im Zeitraum 2009 bis 2014 nur minimal negativ verändert. Die Schweiz ist und bleibt also ein Bargeldland, obwohl sich der Anteil an Kartenzahlungen im gleichen Zeitraum fast verdoppelt hat. Spannend wären auch die Zahlen von 2015 und 2016 hierzu. Das Wachstum von E-Währungen und die Verfügbarkeit von Mobile Payment haben möglicherweise einen Einfluss auf Bargeldtransaktionen.
Unsere Umfrage vom Dezember zur Bezahlung der Weihnachtsgeschenke ergab übrigens ein ähnliches Bild. Fast die Hälfte der Teilnehmer bezahlt im Geschäft bar. Rund 10 % würden mit Mobile Payment bezahlen, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Viele äussern dabei aber Sicherheitsbedenken.


Offen bleibt die Entwicklung von Mobile Payment insbesondere im Hinblick auf das neue TWINT. Wir sind gespannt, wie sich die Verbreitung und Nutzung der App nach dem Relaunch entwickeln werden.


Was im Bericht meiner Meinung nach komplett fehlt, ist die Sicht auf andere Payment Provider ausserhalb der etablierten Banken. Der BAKOM-Bericht beleuchtet hauptsächlich die Situation der Banken und wie sich der Zahlungsverkehr im Bankenumfeld entwickeln könnte. Die nicht zu unterschätzende Konkurrenz aus dem FinTech-Sektor wird vollends vernachlässigt. Insbesondere im Zahlungsverkehr ist die Schweiz keine Insel mehr, seit die meisten Banken an SEPA teilnehmen. Auch wenn viele regulatorische Themen aus Brüssel die Schweizer Bankenwelt nur am Rande betreffen, schafft gerade eine PSD2-Verordnung kontrolliertes Wachstum von Konkurrenten, welche Zahlungen schneller und kostengünstiger abwickeln als Banken. Und dass diese sich für den Schweizer Markt interessieren, dürfte klar sein.
Daraus leiten sich schnell strategische Fragestellungen ab, die sich der ein oder andere Zahlungsverkehrsverantwortliche einer Bank stellen muss.


Insgesamt bringt der Bericht wenige bis gar keine Überraschungen. Ich halte ihn trotzdem für lesenswert, da vor allem die Statistiken in einer solchen übersichtlichen Form sonst nicht verfügbar sind.


Für Sie gebloggt hat Marco Vosseler

#Zahlungsverkehr #DigitalFinance #ISO20022 #LEON #MigrationZV

European Payment Summit – „Best in Class“-Event für den Zahlungsverkehr

Das hochkarätig besetzte Treffen europäischer Zahlungsverkehrs-Experten fand erstmals vor über 10 Jahren, damals noch unter dem Titel EPCA Summit, in Brüssel statt. Die Idee der Gründer (European Payment Consultants, www.epca.de) war es, eine Plattform zu schaffen, auf der sich europäische Zahlungsverkehrs-Experten über neue Trends und Entwicklungen während zweier Tage austauschen können. Ursprünglich wurde jedes Jahr eine andere europäische Lokation ausgewählt, um auch die jeweils nationalen Entwicklungen im jeweiligen Markt einzufangen. Unvergessen ist der Anlass in Rom, wo die Delegation in den Räumen der italienischen Bankiervereinigung im Palazzo Altieri tagen durfte.

Just an diesem Summit trat auch eine gewisse Hannah Ayala aus Finnland auf und präsentierte ihre Version des Direct Debits. Finnland hatte zu dieser Zeit ein Modell für nationale Lastschriften umgesetzt, welches auf der elektronischen Rechnung basiert. Bei einem Anlass der Fachgruppe Financial Standards der Schweizer Informatikgesellschaft trat Hannah dann in der Folge mit dieser Idee in der Schweiz auf, was schlussendlich der Anstoss für die Initiative LEON des Finanzplatzes Schweiz war. Man kann getrost behaupten, dass der EPCA Summit so etwas wie der Geburtshelfer des hiesigen zukünftigen Lastschriftenverfahrens war. Etwas, das diesen Anlass immer ausgezeichnet hat, ist die europäische Perspektive, die insbesondere in der Schweiz oft nicht oder nur sehr verzögert wahrgenommen wird.

Auch heute bilden die Entwicklungen im Zahlungsverkehr in Europa mit Themen wie Open Banking/Open API, Instant Payment, Digital Identity, regulatorische Herausforderungen, Entwicklungen im Bereich Karten, Mobile und e-Commerce etc. einen Schwerpunkt der Veranstaltung. In den letzten Jahren kamen jedoch auch vermehrt internationale Themen hinzu, sodass sich jeweils namhafte Referenten aus der ganzen Welt (u.a. auch aus China und Russland) ein Stelldichein am European Payment Summit geben. Im Dschungel der sehr zahlreich durchgeführten internationalen Veranstaltungen zum Thema Zahlungsverkehr ist dieser Anlass wirklich sehr zu empfehlen. Herausforderungen werden konkret beim Namen genannt und die Diskussionen sind auf einem äusserst hohen Niveau. Natürlich gibt es auch viel Raum für Networking, z.B. beim Dinner des ersten Abends, zu dem alle Teilnehmer eingeladen sind.

PPI ist als Schweizer Repräsentant von EPCA auch dieses Jahr wieder vor Ort vertreten und offizielles Mitglied der European Payment Summit Business Alliances. Es würde mich sehr freuen, wenn ich den einen oder anderen Vertreter aus der Schweiz in Den Haag treffen würde.

Weitere Infos und Anmeldung unter: europeanpaymentsummit.com.

Dieser Beitrag wurde von Carsten Miehling gepostet.


#EPCA #EuropeanPaymentSummit #PPI SCHWEIZ #EVENTS

#quergedacht: Die Herausforderungen von morgen

Quergedacht, 2017, Digitalisierung, PPI
Während sich die Grossbanken dem kritischen Punkt der Erfüllung der regulatorischen Auflagen immer mehr nähern, werden die Hürden für traditionelle Banken immer höher. Für viele Finanzinstitute ist die Entscheidung, gross angelegte digitale Transformationsprogramme auszuführen, zu spät gekommen und für diejenigen mit komplexen Legacy-Technologien und -Prozessen scheint die Herausforderung unüberwindbar. Noch nie sind so viele digitale Transformationsprogramme gescheitert. Oft durch die neue Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) und durch regulatorische Motive veranlasst.

Heute stehen viele Finanzinstitute vor der grossen Frage: Was tun?
  • Änderung des veralteten und antiquierten Legacy-Geschäftes? Wenn ja, tun Sie es schnell!
  • Auf der grünen Wiese eine digitale Bank entwickeln, die letztlich darauf ausgerichtet ist, das traditionelle Geschäft zu kannibalisieren?
  • Erwerb einer etablierten „Herausforderer-Bank“ und Kooperationen mit FinTechs?
2017 wird nicht das Jahr sein, das uns die Antworten auf diese Fragen offenbaren wird. Es scheint jedoch sicher zu sein, dass diese drei Strategien Diskussionen in den Führungsetagen auslösen werden. Die grösste Gefahr für etablierte Finanzinstitute ist, dass sich das bestehende Management durch Gedanken der Digitalisierung leiten lässt und eine „digitale Bank“ startet, die nur Show und ohne Substanz ist. Es müssen jedoch echte und sinnvolle digitale Veränderungen innerhalb der Bank herbeigeführt werden, damit die Kunden auch einen wirklichen Unterschied erleben.

Innerhalb der Banken wird der Strukturwandel eine Machtverschiebung unter den Führungskräften auslösen. CIOs werden nicht mehr die einflussreichsten Technologieentscheider sein und der weitere Aufstieg des „Chief Digital Officers“ und in vielen Fällen auch der des „Chief Marketing Officers“ bedeuten, dass das Unternehmen das IT-Team zunehmend in die Implementierung von "digital" in die gesamte Organisation einordnen wird. Die Position des „Chief Data Officer“ wird immer mächtiger und es wird immer deutlicher, dass eine Bank, die in einer digitalen Welt erfolgreich sein will, eine Führung haben muss, welche die Technologie verinnerlicht hat. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Rolle des Beschaffungsteams neu bewertet wird und neue Bewertungsprozesse entwickelt werden, denen Agilität und Zeit bis zur Marktreife zugrunde liegen – nicht nur Kostenverhandlungen, Lieferantenkonsolidierung und Reputation in der Industrie. 

Viel kann darüber gesagt werden, wie traditionelle Beschaffungs- und Technologieprozesse Innovationen hemmen - das Aufkommen von „Fintech Unicorns“ (Start-up Unternehmen mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde US$ und nach 2000 gegründet) und die Einführung von Partnerschaftsprogrammen mit Inkubatoren / Acceleratoren sind Beweis genug dafür, dass die Regeln des Spiels umgeschrieben werden.
Dennoch ist es sehr wahrscheinlich, dass ein paar dieser „Einhörner“ das Jahr 2017 nicht überstehen werden, da einige, die einst die Lieblingspioniere der "Disruptiven Industrie" waren, keinen Mehrwert mehr bringen.

2017 werden mehrere bedeutende Fintech Start-ups Finanzierungen für mehr als drei bis vier Jahren erhalten und wenn sich der Markt für einen gesunden Börsengang nicht förderlich zeigt oder die Ergebnisse nicht dem enormen Potenzial entsprechen, das ursprünglich in Betracht gezogen wurde, wird es sehr wahrscheinlich sein, dass diese Geldhähne auch schnell wieder versiegen. Auch dieser Trend wird keine Überraschung sein, da die meisten Risikokapitalgeber im Technologieumfeld davon ausgehen, dass sich nur eine von zehn Investitionen auszahlen wird. Es bedeutet auch, dass die Fintech Start-up Szene und der damit verbundene Hype 2017 eine kleine Dosis Realität und Ernüchterung erleben könnte.

Auf der anderen Seite könnte das massive Vakuum von digitalen Talenten in der Finanzindustrie die dringend benötigte Erleichterung durch Neueinsteiger erhalten, die auf dem Rekrutierungsmarkt verfügbar werden. Die Anstellung von Leuten mit digitalen Fähigkeiten wird 2017 für Unternehmen, die nachhaltig auf Digital-First setzen, ein unumgängliches Gebot sein. Diese Talente zu gewinnen und auch zu behalten ist jedoch eine Herausforderung für sich selbst. Banken und Versicherungen haben es historisch gesehen schon schwer Arbeitskräfte aus der Gruppe der Gen Y, Digital Natives zu rekrutieren und werden sich mit Beschaffungsunternehmen zusammenschliessen müssen, die das  können. Im Rahmen des strukturellen Wandels der Finanzdienstleistungen, die den Kunden angeboten werden, muss sich auch der Arbeitsplatz von Banken und Versicherungen drastisch ändern. Flexible Arbeitszeiten, kreative und energetische Büroumgebungen sowie sinnvollere Arbeit werden entscheidend sein, wenn es darum geht, eine neue digitale Kultur in der gesamten Organisation zu schaffen.

„Digital“ werden bedeutet nicht nur die Veränderung der Dienstleistungen, die Sie Ihren Kunden bieten, sondern auch die Veränderung der Arbeitsmoral und der Werte Ihres Finanzunternehmens. Wir erwarten 2017 spannende Diskussionen darüber, wie Finanzinstitute beabsichtigen, den „Arbeitsplatz der Zukunft“ zu gestalten.


Quergedacht hat für Sie René Heusser.



René ist Partner bei PPI Schweiz und Experte für Digital Banking, elektronischen Zahlungsverkehr und Trade Finance.
Im Bereich Digitalisierung verfügt er über Expertise in PSD2, Access to Accounts und Open Banking. 
Als Senior Consultant arbeitet René in Kundenprojekten zur Harmonisierung Zahlungsverkehr.





#quergedacht #PSD2 #XS2A #DigitalFinance #DigitalBanking #Fintech