Goodbye SIBOS

PPI Schweiz
Die Tore der SIBOS 2016 sind geschlossen. Wir verabschieden uns von Genf und blicken zurück auf vier interessante, abwechslungsreiche und vollgepackte Tage.

Was fällt einem als SIBOS Neuling auf?
Die SIBOS ist von der ersten bis zur letzten Stunde top organisiert. Es wird einem sofort klar, dass dies eine Messe auf sehr hohen Niveau ist. Nach dem Security Check am Eingang trifft man auf hochpolierte, teilweise luxuriöse Stände. An Platz wurde nicht gespart, auch nicht zwischen den Ausstellern, was sehr angenehm ist, da kein Gedränge entsteht. Es herrscht eine professionelle Atmosphäre begleitet von der üblichen Geräuschkulisse solcher grossen Messen.

Die Qualität der Kontakte ist hervorragend. Man merkt, dass die Teilnehmer hier sind um mit den richtigen Ansprechpartnern zu reden, Informationen einzuholen und neue Geschäfte anzugehen. SIBOS ist in erster Linie eben Business, not Pleasure.

Noch ist es eine Banken-Messe
Auffallend ist, dass die grossen asiatischen Institute fehlen. Sonst ist wirklich jede Art von Bank vertreten. Der von SWIFT organisierte Event ist nach wie vor ein Bankenevent. Noch. Das FinTech-Geflüster wird lauter.

Das HyperLedger Project, eine Kollaboration verschiedener Partner, setzt auf Blockchain, um einen cross-industry global Standard für distributed ledgers zu schaffen. Ripple schiesst scharf und stellt die GPI (Global Payment Initiative) von SWIFT als “wenig innovativ und überarbeitete Version der alten Infrastruktur” dar. Sie haben bewiesen, dass mit dem auf Blockchain basierendem Ripple-Protokoll eine Überweisung von Kanada nach Deutschland 8 Sekunden dauert, verglichen mit den heute normalen zwei+ Arbeitstagen.

PPI Schweiz
Das im Jahr 2009 von SWIFT gegründete Innotribe glänzt mit Top-Speakers und aktuellen Tech Themen.

Das Drumherum
An der SIBOS wird jede Minute genutzt. Hat man keinen Termin, stehen genügend Spaces zur Verfügung, um den Laptop aufzustellen und das Tagesgeschäft zu erledigen. Dazu kommt eine gute Auswahl an spannenden Themen und Vorträgen in den verschiedenen Open Theaters. Themen wie Instant Payments, Patterns of Disruption, Evolving Regulations, Robotization of the Trading Place, um nur ein paar zu nennen.

Gegen Ende eines SIBOS Tages darf der Apéro nicht fehlen. Ab 16.00 Uhr klingen vereinzelt schon ein paar Gläser beim Anstossen. Eine Stunde später sind es einige mehr. Klar, dass man gerne beim einen oder anderen ausgewählten Apéro dabei ist. Sowie am Montag am Stand der ZKB. Sehr schön gemacht, Feines zum Essen und einen guten Tropfen. Merci !




Dieser Beitrag wurde von Claude Reck gepostet.

#SIBOS #Finance #DigitalBanking

Inside SIBOS - Instant Payments

PPI Schweiz
PPI ist in diesen Tagen an der SIBOS in Genf vertreten und stellt nebst ihren bestehenden auch neue, innovative Lösungen vor. Wir haben mit Bernhard Walter, Sales Manager bei der PPI AG über Instant Payments gesprochen.

Instant Payments - was ist das denn?
In aller Munde denkt ein Jeder, es handelt sich hierbei um das neue SEPA Inst Verfahren. Dieses neue Verfahren soll es zu Beginn 2018 ermöglichen, zu jeder Tag- und Nachtzeit Überweisungen bis zu einer maximalen Betragsgöße von 15.000 € ganzjährig im SEPA Euroraum zu tätigen, welche in Sekundenschnelle durchgeführt werden. Die finale Ausgestaltung wie dies geschehen soll, sprich die Rulebooks und Implementation Guidelines werden in ihrer finalen Fassung im November 2016 veröffentlicht. Ziel ist zunächst Person-to-Person Zahlungen.

Das war alles ?
Die von SWIFT initiierte Global Payments Innovation initiative, kurz GPI genannt, adressiert im Gegensatz dazu die Firmenkunden. Auch hier werden unter anderem als Motivation die Verbesserung der zeitlichen Verarbeitung, eine verbesserte Transparenz im Hinblick auf die Gebühren, sowie die Nachverfolgung des Zahlungsstatus genannt.

Beide Initiativen sind als eine Antwort auf den Druck der durch die sogenannten Fintechs im Kontext Payments erzeugen zu erklären.

PPI AG
Was bietet PPI für Lösungen an?
PPI entwickelt seit Ende 2015 eine neue Zahlungsverkehrsplattform, den TRAVIC Payment Hub, welcher sich intensiv auf diese Real-Time-Verarbeitung konzentriert. Ziel hierbei ist es eine Plattform zu schaffen, welche den traditionellen Individual-Zahlungsverkehr, sowie den Massenzahlungsverkehr berücksichtigt, gleichzeitig aber diese ganz neuen Markanforderungen im Fokus hat. Eine 24x7x365 Verarbeitung ist eine komplett neue Herausforderung für die bestehenden Corebanking Plattformen der Banken. Hier bedarf es neuer technologischer Konzepte. Die typische Standardarchitektur für Enterprise-Anwendungen im Java-Umfeld wird diesen Anforderungen nicht gerecht.

„Reactive Programming“ ist der TPH Architekturansatz, der die Einschränkungen der klassischen Standardarchitektur für Java-Enterprise-Anwendungen durch ein anderes Programmiermodell umgeht.

Die technologische einzigartige Architektur des TPH wird nach Veröffentlichung der Rulebooks und Implementation Guidelines um den Business Content für SEPA Instant Payment erweitert. Die SWIFT GPI hingegen sind schon jetzt ein fester Bestandteil der TPH Roadmap und wurden im ersten offiziellen TPH Release für den November 2016 berücksichtigt.

SIBOS 2016


PPI bietet mit dem TPH und in Verbindung mit der gesamten TRAVIC Productsuite eine Lösung an, welche es den Banken ermöglicht sich in dem immer komplexeren Markt aktiv zu positionieren.

See you at SIBOS Stand B79

PPI AG
Bernhard Walter hat über 23 Jahre Erfahrung im FS-Sektor, speziell in Banking und Payments. Er ist seit 2015 bei PPI und trägt zu Geschäftsentwicklung und Vertrieb der PPI Produkte und Dienstleistungen bei. Sein Fokus liegt zur Zeit darin, den TRAVIC Payment Hub im Markt zu etablieren und damit eine innovative Lösung für PPI-Kunden und Partner zu schaffen. Bernhard hat einen Abschluss in Computerwissenschaften und Betriebswirtschaft.


Dieser Beitrag wurde von Claude Reck gepostet.

#InstantPayments #PaymentHub #Digitalisierung #SCTInst

SIBOS 2017 in Genf – es geht los!

PPI Schweiz
Die SIBOS, die weltweit größte Messe für Zahlungsverkehr, steht wieder vor der Tür. Auf der diesjährigen Veranstaltung (26.09. – 29.09.) ist auch PPI Schweiz am Start.
Wir werden dabei unsere Kompetenz zum Thema Zahlungsverkehr sowohl von der Produkt- als auch von der Beratungsseite präsentieren.

Brandheisse Themen dieses Jahr sind Instant Payments, Interbanken-Zahlungen über EBICS, ein neues Clearing-Produkt und natürlich eine europaweite Studie zum Thema Kosteneffizienz im ZV.

PPI hat sich im Zahlungsverkehr insbesondere in Deutschland, der Schweiz sowie im Produktumfeld auch in anderen europäischen Ländern einen hervorragenden Ruf erarbeitet.

Wir twittern von der SIBOS! Ab Montag wird hier im Blog ein Live-Feed zu lesen sein. Wir freuen uns über Ihren Besuch am Stand B79.

PPI Schweiz

Dieser Beitrag wurde von Claude Reck gepostet.

#SIBOS #Finance

RegTech – Der „kleine Bruder“ von FinTech auf der Überholspur

PPI Schweiz
RegTech war lange Zeit ein stiller Begleiter der Finanzwelt. Sicher nicht als Begriff an sich, doch regulatorischen Anforderungen mit technologischen Hilfsmitteln entgegenzutreten ist nichts Neues.

Seit 2015 etabliert sich RegTech nun jedoch als fester Begriff im FinTech-Ökosystem. Geprägt durch neue Technologien und verschiedene Interessengruppen setzt der „kleine Bruder“ von FinTech nun zum Überholvorgang an und gerät immer mehr ins Rampenlicht. Das Jahr 2016 wird auf manchen Foren bereits als „RegTech Year" betitelt und die Suchanfragen auf google steigen stetig. Aber was verbirgt sich eigentlich genau hinter dem Begriff RegTech? Woher kommt der „Hype“ und sind die Ideen und Lösungen wirklich den aktuellen Anforderungen gewachsen?

Definition und Beschreibung von RegTech
RegTech verbindet die Begriffe Regulatory und Technologie. Der Begriff wird übergreifend für StartUps und deren Umsetzungsideen verwendet, die versuchen regulatorisch bedingte Vorhaben durch neue Technologien und Standards zu lösen. Dabei werden sowohl Fach- als auch IT-Themen aus den Bereichen Compliance, Guidelines und Regulation betrachtet. Innovative Technologien, wie zum Beispiel Artificial Intelligence, Big Data oder Cloud Systeme, dienen hier als Basis für die neuen Lösungsvorschläge.

Die Kombination aus jungen dynamischen Teams und neuen innovativen Technologien prägt das Ansehen von RegTechs. So werden sie als flexibel in der Aufstellung des Teams, schnell in der Umsetzung von Anforderungen, integrativ im Umgang mit neuen Umgebungen und analysestark in der Auswertung von Ergebnissen gesehen. Diese Kombination steht für einen der Grundpfeiler ihres Erfolges.

Der zweite Grundpfeiler ist das Umfeld in dem sie sich bewegen. Der Finanzplatz Europa wird zunehmender durch Regulierungen gesteuert, überwacht und verändert. Seit der Finanzkrise 2007/08 überschwemmen Reform- und Regulierungswellen die Finanzindustrie. Schätzungsweise 10 bis 15 Prozent aller Arbeitsplätze sind bereits in den Bereichen Governance, Risikomanagement und Compliance angesiedelt und die Kosten für die Bewerkstelligung der neuen Anforderungen steigen weiter. Themen wie Basel IV, SREP, MiFID II oder auch KYC und PSD2 stellen die europäischen Banken vor Herausforderungen und zwingen sie zum Handeln.

RegTech in der Schweiz?
Obwohl die Schweiz im europäischen Umfeld eine eigene Rolle einnimmt, werden auch hier Stimmen zu Regulatorien laut. Dennoch ist die Anzahl der RegTech-Firmen sowie die Anzahl der RegTech-Lösungen bisher noch reduziert. Das Postulat von Martin Landolt „Förderung der Digitalisierung in der Regulierung (RegTech)“, welches am 17. Juni 2016 vom Nationalrat angenommen wurde, wird jedoch das Thema RegTech weiter vorantreiben.

Ob wir nun aber über RegTech, FinTech oder PayTech sprechen, ausschlaggebend für die Entwicklung der Themen in der Schweiz wird die Kooperation zwischen den einzelnen Institutionen sein. Neue innovative Ideen wird es brauchen, um einen Fortschritt zu gewährleisten - sei es nun regulatorisch bedingt oder von einem anderen Gesichtspunkt aus getrieben. Gleichzeitig wird es mit Blick auf die wachsende Verlagerung der IT ins Ausland und durch die komplexen IT-Systeme der Banken immer schwerer werden als junges StartUp allein auf dem Finanzmarkt zu bestehen.

Die „einfache“ Abstimmung der Spezifikationen wird demnach nicht ausreichen, um einen langfristigen Erfolg zu gewährleisten. Der Fokus sollte daher auf den gesamten Regulierungsapparat gelegt werden. Die Kooperation zwischen RegTechs, etablierten Beratungsunternehmen und Banken ist und wird daher der Schlüssel sein, um die Digitalisierung der Schweiz weiter auszubauen.

Dieser Beitrag wurde von Florian Stade gepostet.

#RegTech #Digitalisierung #DigitalBanking


Digital Identity Teil 3 - Lösungsbeispiel und strategische Haltung

PPI Schweiz
Anforderungen an Digital Identity
In seiner einfachsten Weise ist eine digitale Identität eine Online-Legitimation für ein real existierendes Individuum. Vorstellen kann man sie sich als Datensatz mit Informationen zu einer Person, die von ihr selbst erhoben werden oder auch aus anderen Quellen stammen, wie beispielsweise von Firmen und staatlichen Institutionen, die Informationen über diese Person besitzen. Dieser Datensatz kann „harte“ Attribute enthalten wie Name, Adresse, Geburtsdatum, Führerausweisnummer etc., er kann jedoch auch mit „weichen“ Attributen wie Social Media-Nutzung oder Informationen aus Bewertungsportalen angereichert werden. Durch das Zusammenspiel dieser Attribute entsteht ein eindeutiges Bild einer Person, das mit hinreichender Sicherheit bestätigt, dass eine Person diejenige ist, für die sie sich ausgibt. Dieser digitale Footprint kann als „unique“ bezeichnet werden und ist deshalb geeignet, eine digitale Identität zu erstellen, die dem Besitzer / der Besitzerin erlaubt, auf Services in der Online- oder auch der realen Welt zuzugreifen.

Internationales Umfeld
Im internationalen Umfeld gibt es bereits verschiedene Initiativen. Beispielsweise hat Kanada 2012 eine Secure Key Initiative gestartet, die zum Ziel hat, die Identitäten der Kunden für Finanzinstitute und Behörden zu verwalten. Teilnehmer an dieser Initiative sind unter anderem die Tangerine Bank, Bank of Montreal, TD Bank und Scotiabank.
Die Initiative sieht es vor, dass sich kanadische Bürger über ihr E-Banking bei staatlichen Onlineservices anmelden können. Dabei wird sichergestellt, dass die Bank keinerlei Informationen an die Behörden gibt und umgekehrt. Der Nutzer hat den Vorteil, dass er das bereits vorhandene Login seiner Bank verwenden kann, um sich hiermit in einfacher Weise für Dienstleistungen des Gesundheitswesens, der Behörden und anderer teilnehmenden Firmen anzumelden. Mehr Informationen gibt es hier: http://securekey.com

Ähnlich wie in Kanada hat im Frühling 2016 die britische Regierung gemeinsam mit Barclays und anderen Partnern eine Identitätsverifikationsplattform ins Leben gerufen. Diese soll sich sowohl am Verkaufspunkt, im Banking, im E-Commerce und auch im elektronischen Kontakt mit Behörden (eGOV) etablieren. https://www.gov.uk/government/publications/introducing-govuk-verify/introducing-govuk-verify

Beides sind jedoch nur kleine Schritte hin zu einer universell einsetzbaren, einheitlichen digitalen Identität, die sowohl technische wie auch datenschutzrechtliche Anforderungen in Einklang bringt. Nichtsdestotrotz könnte sich ein solches Modell zum Standard entwickeln und Banken wären als vertrauenswürdige Betreiber prädestiniert, da sie ein vergleichsweise grosses Vertrauen der Kunden geniessen, wenn es darum geht, vertrauliche Daten sicher zu behandeln. Vertrauen der Konsumenten in eine intuitiv zu bedienende Lösung ist entscheidend, dass sie sich am Markt durchsetzt.

Mögliche strategische Haltung von Finanzinstituten gegenüber Digital Identity (IDaaS)
Die vollständige Identifizierung von Kunden ist traditionell ein Muss-Prozess im Banking. Dieser Prozess ist ressourcen- und kostenintensiv und wird von jeder Bank bei jedem Onboarding eines neuen Kunden vollständig in standardisierter Art und Weise durchgeführt.
Technische Innovationen wie das Internet und die Verbreitung von Smartphones ermöglichen es, einen Kunden nicht mehr auf traditionelle Art und Weise über ein physisches Ausweisdokument zu identifizieren, sondern über Datensätze, die online jederzeit und ortsunabhängig zur Verfügung stehen. Daneben erhöhen technische Add-Ons wie GPS, Biometrie und Auswertung von Kaufverhalten die Sicherheit, dass eine Person auch diejenige ist, für die sie sich ausgibt.
Ein Provider für Digital Identity kann aktuell in einen recht überschaubaren Markt eintreten, eine standardisierte Lösung anbieten und sich Identitätsprüfungen bezahlen lassen. In der Schweiz kann davon ausgegangen werden, dass jede beschränkt oder vollständig geschäftsfähige Person über ein Bankkonto verfügt. Daraus kann man schliessen, dass auch ein Grossteil bereits einmal von einer Bank identifiziert worden ist. Da es beispielsweise für Telekommunikationsfirmen oder Fintech Start-ups ebenfalls interessant ist einen solchen Service einzuführen, gilt der Grundsatz des Schnelleren. Insbesondere die überarbeitete Zahlungsdiensterichtline (PSD2 – wir berichteten) drängt Banken zum Handeln. Daneben stehen bereits weitere Initiativen in den Startlöchern, weshalb es empfehlenswert ist, bereits jetzt eine strategische Position zu diesem Thema einzunehmen.

Das war der dritte und letzte Teil zu dieser Serie.
Weitergehende Informationen erhalten Sie bei PPI Schweiz

Haben Sie die Teile 1 und 2 verpasst? Hier die Links:
Digital Identity Teil 1 - Ein Thema für Banken?
Digital Identity Teil 2 - Identifikationsmedien gestern und heute

Dieser Beitrag wurde von Marco Vosseler gepostet.

#DigitalFinance #IDaaS #DigitalIdentity #Digitalisierung



Ich und mein digitales Ich – PPI Schweiz zu Gast beim IFZ FinTech Forum

Digitalisierung, IFZ FinTech, Digital Identity, BehavioSec, Hochschule Luzern, SwissID, eID, SECO "Chancen und Gefahren im Identity Management". Unter dieser Überschrift lud die Hochschule Luzern am Mittwochabend zum IFZ FinTech Forum ein. Ingo Deutschmann von der BehavioSecGmbH, Christian Weber von der SECO und Hans-Jörg Widiger von der GemaltoAG referierten über interessante Fragestellungen und Themen im Bereich Digital Identity.
"Was bringt uns Digital Identity?”, "Überwiegen die Vorteile oder die Nachteile?" und "Kann ich mich eigentlich noch vor meinem digitalen Ich verstecken?". Fragen zu denen, wie der anschliessende Networking-Apéro deutlich zeigte, wohl ein jeder eine eigene Meinung hat.
Deutlich wurde, dass der Trend der Digitalisierung mit grossen Schritten vorangeht. Die Frage nach dem Umgang mit der digitalen Identität und die Verwaltung unseres digitalen Fussabdruckes wird in den nächsten Jahren eines der wohl am heissesten diskutierten Themen bleiben.

Hans-Jörg Widiger eröffnete die Vortragsreihe mit einem Sprung nach Estland. Das Land an der Ostsee, welches sich 1990 aus der ehemaligen UdSSR abspaltete und seit 2004 Mitglied der EU ist, gilt als eines der am weitesten fortgeschrittenen Länder im Bereich e-Government. "Running a Country Digital". Dies ist das Thema des Vortrages und kann gleichzeitig als Leitbild für Estland angesehen werden.

Estland hat es geschafft sich heute als einziges Land in Europa als eGesellschaft zu etablieren. Jeder Bürger besitzt einen Rechtsanspruch auf eine Internetverbindung und ist ab dem 15ten Lebensjahr dazu verpflichtet eine eID zu besitzen. Hierbei handelt es sich um eine Karte mit Chip und Lesegerät (bald auch mit NFC Token), die sowohl den Esten als auch dort lebenden Ausländern angeboten wird. Die Gründung von Unternehmen, das Einreichen der Steuererklärung oder das Abrufen der Schulnoten der Kinder läuft darüber komplett digital. Daneben dient sie natürlich der Identifikation, als Zugticket oder für die digitale Signatur. Fast alles ist heute mit der eID möglich und wird auch genutzt und akzeptiert. Grund dafür ist laut Widiger das Bürgerportal, eine Plattform, auf der jeder seine digitalen Daten einsehen kann und darüber informiert wird, wer sich seine Daten angesehen hat. Diese Transparenz ist einer der Schlüsselpunkte für die Akzeptanz und den Erfolg des Projektes eGesellschaft und sollte als Vorbild für alle europäischen Staaten dienen, die auf dem Weg zur eGesellschaft sind.

Christian Weber beginnt seinen Vortrag damit, in dem er seine verschiedenen Karten auf den Tisch legt, angefangen beim Pass, über den Führerausweis bis hin zur coop-Karte. “All das ginge auch mit nur einer Karte - aber Sicherheit ist halt unbequem“. In seinem Vortrag "Identifikationsmedien gestern und heute" referiert er über ein Thema, welches auch Teil unseres letzten Blog-Eintrages war. Als Mitarbeiter der SECO hat er die Einführung der eID und SuisseID mitbegleitet. Die SuisseID und eID wurden bereits 2010 lanciert, haben sich aber bis heute kaum durchsetzen können. Nach Christian Weber hat die SuisseID jedoch die Basis für mehr geschaffen. 2020 soll dann die neue eID in der Schweiz ausgerollt werden. Es ist jedoch noch nicht klar, ob bis dahin die Akzeptanz für den Schritt zur eGesellschaft da ist.

Für Ingo Deutschmann ist eines an diesem Abend klar: "Usability und Security müssen sich nicht immer asymmetrisch zueinander verhalten“. In seinem Vortrag zum Thema "Using Behavioral Biometrics to balance Usability and Security“ stellt er eine ganz eigene und neue Methode vor wie Sicherheit gewährleistet werden kann.

Mit Behavioral Biometrics kann der Umgang des Nutzers mit seinem Handy oder Laptop getracked, analysiert und gespeichert werden. Aus diesen Daten lässt sich dann ein digitales Profil erstellen, welches bei erneuter Nutzung der Anwendung geprüft werden kann. So lässt sich herausstellen, ob nun wirklich ich meine Online-Überweisung gerade tätige oder sich eine andere Person auf meinem Profil angemeldet hat. Dass die Technologie funktioniert, hat sie bereits bei einigen Kunden gezeigt. Sein Statement ist ganz eindeutig: “Wir sind die Guten“. Und doch ist es gleichzeitig etwas befremdlich wie sehr mein digitales Ich bereits neben mir existiert, ohne dass ich etwas davon mitbekomme.

Mir bleibt es, mich bei den Veranstaltern und Referenten für einen sehr interessanten Abend zu bedanken. Am 9. November startet dann das nächste FinTech Forum zum Thema: "Künstliche Intelligenz im Banking von morgen".
Wer vorher schon interessiert ist und mehr über Digitalisierung erfahren möchte, kann sich den 3. November im Kalender bereits freihalten. Dann startet das nächste PPI Top Event mit spannenden Referenten zum Thema Digital Finance.


Dieser Beitrag wurde von Florian Stade gepostet.

#DigitalFinance #DigitalIdentity #FinTech #HochschuleLuzern

Digital Identity Teil 2 - Identifikationsmedien gestern und heute

PPI Schweiz
Beginnen wir beim bekanntesten und verbreitetsten Identifikationsmittel, dem Pass oder einem ausweisähnlichen Dokument. Seinen Ursprung hat der Reisepass bereits im Mittelalter. Massgeblich vorangetrieben wurde seine Verbreitung jedoch mit der französischen Revolution im Jahr 1792. Erst dann wurden die Reisepapiere mit personenbezogenen Daten versehen wie Namen, Geschlecht und Personenbeschreibung. Bis dahin wurden Personendaten in kirchlich geführten Pfarrregistern geführt, lokal und damit dezentral.

Der Code Civil, der 1802 von Napoleon Bonaparte eingeführt wurde, regelte alsdann auch die Führung der Personenregister und schrieb vor, dass jede Person einen Pass mit sich führen muss, um sich gegenüber der Polizei jederzeit identifizieren zu können. In den folgenden Jahrzehnten wurden unter anderem in Preussen und dem Deutschen Reich Gesetze zur Mitführung eines Passes bei Auslandsreisen verabschiedet. 1981 wurden durch die Europäische Gemeinschaft (EG) die unterschiedlichen Reisepässe weitestgehend angeglichen, später folgten landesspezifisch die Aufnahme von Biometriemerkmalen und elektronisch lesbaren Chips in das Passdokument.

Erstaunlich ist, dass dieses doch recht historische Identitätsmedium noch heute beinahe unverändert existiert. Trotz Industrialisierung und technischen Fortschritts wurde bis heute keine brauchbare elektronische oder virtuelle Version dieses Dokuments entwickelt, die von Behörden und Bürgern akzeptiert wird. (Quelle: Wikipedia)

In der Schweiz wurde 2010 mit der SuisseID ein standardisiertes elektronisches Medium lanciert, um die Identität einer in der Schweiz lebenden Person festzustellen. Bis heute hat es die SuisseID jedoch nicht geschafft sich im täglichen Leben durchzusetzen, was meiner Meinung nach überwiegend am Handling liegt. So erschweren komplizierte Passwörter und Schlüssel die benutzerfreundliche Nutzung im Internet. Die hardtoken- und signaturbasierte SuisseID benötigt auch immer einen USB-Anschluss oder eine Smartcard, was im Zeitalter von Smartphones und Tablets die Nutzung verunmöglicht. Später angebotene Mobile-Services sind nur mit zusätzlichen Kosten nutzbar und das bei Weitem nicht mit allen Devices. Trotz oder gerade wegen der schleichenden Fortschritte bei der Digitalisierung von Identitäten ist eine Person auch heute noch gezwungen, für bestimmte Dienstleistungen eine neue Identifizierung anhand eines Passes oder ausweisähnlichen Dokuments vorzunehmen.

Häufig werden Kopien von Originaldokumenten angefertigt und in elektronischen oder physischen Kundenakten abgelegt. Ein Standardvorgehen bei Kontoeröffnungen. Die Echtheit des Legitimationsmediums wird meist nur oberflächlich geprüft. Wichtigstes Kriterium ist, ob der Name des zukünftigen Kunden auch nicht in irgendeiner Liste vorliegt, wie z.B. für Geldwäscherei, Wirtschaftskriminalität oder Terrorfinanzierung.
Für eine spätere Prüfung liegt der Bank lediglich noch eine Passkopie vor, auf der die meisten Sicherheitselemente des Originals nicht mehr vorhanden sind. Daraus leitet sich die Unmöglichkeit der nachträglichen Überprüfung eines Legitimationsmediums ab. Wird eine solche Passkopie nachträglich benötigt, muss sie oftmals aufwändig in einem Archivsystem gefunden werden. Meist sind die dort abgelegten Kopien prozessbedingt schlecht lesbar (die Kopie einer Kopie). Eine Prüfung auf Echtheit des ursprünglichen Dokuments ist aufgrund der schlechten Qualität praktisch nicht möglich. Im Gegensatz dazu ist ein digitaler Datensatz bestenfalls unveränderbar und von gleichbleibender Qualität. Hierzu mehr im dritten und letzten Teil dieser Serie.

Hier geht es zum Digital Identity Teil 1

Dieser Beitrag wurde von Marco Vosseler gepostet.

#DigitalFinance #IDaaS #DigitalIdentity #Digitalisierung