PPI Top Event 16.03.2017

Top Event, LEON, LEONCH, PPI AG, PPI, Schweiz, Zahlungsverkehr, EBICS, ISO20022 PPI Schweiz hat es erneut geschafft, die wichtigsten Player im Zahlungsverkehr Schweiz beim PPI Top Event zu versammeln. Der Top Event bekleidet eine wichtige Position unter unseren Veranstaltungen und wird rege von bedeutungsvollen Entscheidungsträgern besucht. Die familiäre Atmosphäre im Restaurant Werdguet in Zürich trägt entscheidend dazu bei, dass dieser Event Mal für Mal ein Erfolg wird. Es gibt in dieser Form keinen vergleichbaren Anlass, der mit einer äquivalenten Möglichkeit zum Networking aufwartet. Ein Punkt, der von den Teilnehmenden sehr geschätzt wird.

Den Auftakt der dreiteiligen Referatsreihe machte Markus Beck, Leiter Produktmanagement Zahlungsverkehr Firmenkunden von Raiffeisen Schweiz. Herr Beck brachte den anwesenden Gästen näher, wie die Raiffeisen Gruppe sich der Herkulesaufgabe der Kundenmigration stellt und welche Erkenntnisse sie daraus zieht. Eine grosse Herausforderung sei nach wie vor für alle Banken das über mehrere Jahre parallele Handling von alten und neuen Formaten sowie natürlich der Umstand, dass keiner der Kunden auf diese Umstellung im Zahlungsverkehr gewartet habe und entsprechend träge und mit wenig Lust darauf reagiere. Hier ist es angebracht, dass die wichtigen Player mutig und mit gemeinsamem Effort voranschreiten und die Mobilisierung der Kunden vorantreiben, sodass die Migration nun auch wirklich im Markt ankommen kann.

Wir von PPI Schweiz unterstützen hier gerne mit unserem Knowhow, erstellen Migrationskonzepte und helfen bei deren Umsetzung.

Top Event, LEON, LEONCH, PPI AG, PEAX, Stefan Hermann, Werdguet, PPI, Schweiz, Zahlungsverkehr, EBICS, ISO20022 Im zweiten Referat ging es vor allem um die Digitalisierung. Bruno Kaiser, Leiter Entwicklung bei PEAX und Stefan Hermann, CEO, sprachen sich klar für mehr Offenheit in diesem Bereich aus und präsentierten sehr eindrücklich ihr eigenes Produkt. Bei PEAX geht es nicht nur darum dem User einen digitalen Briefkasten zur Verfügung zu stellen, es steckt vielmehr eine ganze Philosophie dahinter. Beliebige Dokumente können mit der Handykamera bequem gescannt, geordnet und archiviert werden. Der Service erkennt Inhalte (zum Beispiel einen Einzahlungsschein) automatisch, und der User kann diesen mit wenigen Klicks gleich online bezahlen. PEAX macht uns vollkommen zum Homo Digital. Die Vision besticht durch ihre Klarheit und die Präsentation provozierte ein erstauntes Raunen im Raum.
Wir von PPI Schweiz sind Technologiepartner von PEAX und verfolgen die Entwicklung dieser noch jungen Firma mit grossem Interesse.

Den Abschluss der Vortragsreihe gestaltete ein Mann aus den eigenen Reihen. Dirk Dose (PPI AG) reiste extra aus Deutschland an, um vor versammelter Menge über RPA (Robotic Process Automation) zu referieren. Herr Dose ist ein versierter Prozessoptimierer. Er propagiert eine Methodik, die auf reiner Software basiert. Mannigfaltig anwendbar hilft sie überall da weiter, wo bisher noch Menschen manuell eine Information von dem einen System in ein anderes übertragen müssen. Der Ansatz ist simpel. Das, was ein Mensch heute an Handgriffen auf der Tastatur erledigen muss um die beiden unterschiedlichen Systeme bedienen und die Information abfüllen zu können, macht RPA ganz von alleine. Messungen haben gezeigt, dass eine solche Tätigkeit bei Menschen zwischen 10 Minuten bis hin zu einer halben Stunde dauern kann, während die Software es in gerade mal 2 Minuten erledigt. Als Nebenprodukt wird die Fehlerquote minimiert. Der Computer braucht weder Sonntagszulage noch eine Kaffeepause. Dieses Eisen ist wirklich heiss. Grosse Backoffice-Abteilungen und Verarbeitungszentren können platzsparend auf einige wenige Mitarbeitende gekürzt werden, während gleichzeitig der Output gesteigert wird. Die Diskussionen um RPA waren an diesem Abend dann auch entsprechend brisant.
(Lesen Sie hier auch Dirk Doses Blogbeitrag über RPA).

Last but not least nutzte Carsten Miehling, Geschäftsführer von PPI Schweiz, die Gelegenheit, die neue Homepage und das Logo für die LEON-Initiative (Lastschrift E-Rechnung Online Neu) sowie auch unseren neuen Firmenauftritt zu präsentieren. In Kürze wird unser neues Erscheinungsbild online sein und unsere Kompetenzen werden modern und greifbar präsentiert.
Mit PPI Schweiz ist also auch in Zukunft zu rechnen.

Als kleines Präsent gab es zum Schluss für jeden Teilnehmenden einen Stofflöwen. Eine Extraanfertigung mit PPI-Shirt und LEON.CH – Etikette.

Top Event, LEON, LEONCH, PPI AG, PPI, Schweiz, Zahlungsverkehr, EBICS, ISO20022Beim anschliessenden Apéro nutzen viele der Gäste bis in die späten Abendstunden die Chance, bei erstklassiger Musik und gutem Essen, bankübergreifend und auf Augenhöhe über die Herausforderungen im Schweizer Zahlungsverkehr zu diskutieren.
Wir freuen uns sehr, dass dieser Anlass ein Erfolg wurde und blicken entspannt aber ambitioniert der nächsten Durchführung am 26.10.2017 entgegen.



Für die Interessierten, die Referate und einige Eindrücke von dem Event:

Vielen Dank an alle Teilnehmer und die Referenten

Wir würden uns freuen Sie auch auf unserem nächste Top Event begrüssen zu dürfen.


Ihre PPI Schweiz

#TopEvent #PPISchweiz #LEONch #MigrationZV #PEAX #Raiffeisen #Digitalisierung


Die Migration ZV – eine letzte Hürde

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Die Zeit läuft. Nach mehreren Etappen voller Diskussionen, Spezifikationen, Überlegungen und Entscheidungen geht das Projekt Harmonisierung Zahlungsverkehr in die entscheidende Phase. Doch die Zielgerade gestaltet sich schwieriger als anfangs angenommen und verlangt von allen Beteiligten noch einmal alles ab. Banken, Softwarepartner, Unternehmen und Privatkunden – sie alle sind betroffen. Sie müssen sich alle mit den neuen ISO-20022-Formaten auseinandersetzen. Die Migration wird zum Nadelöhr im Harmonisierungsprojekt ZV.

Ein Rückblick:
Wir können heute bereits auf mehrere Jahre Projektarbeit zurückschauen. Ziel war und bleibt es, durch die Umstellung auf die neuen XML-Formate nicht nur den industriellen Standards gerecht zu werden, sondern gleichzeitig einen höheren Automatisierungsgrad im Zahlungsverkehr zu erreichen. Vom Interbanken-Zahlungsverkehr bis hin zu allen Bereichen im Customer-To-Bank-Verfahren war und ist weiterhin alles betroffen.
Vorteile ergeben sich hierbei nicht nur für Finanzinstitute, sondern ebenfalls für Bankkunden und Softwareanbieter – sei es nun in der Optimierung der Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung oder in der Umstellung der Kanäle (zum Beispiel auf EBICS). Kostenersparnisse und ein besserer Schutz vor Cyber-Kriminalität sind nur einige Aspekte, die an dieser Stelle aufgezählt werden können.

Interessiert? Lesen Sie hierzu auch unsere Blogartikel:
Optimierungschance für Corporates
Angst vor Dridex - Wie schützt man sich

Die heutige Herausforderung
Mit dem Enddatum Mitte 2018 ist nun die Zeit gekommen mit der Migration zu starten, bei der alle in die Verantwortung genommen werden müssen. Die Frage nach dem „einen Verantwortlichen“ ist hierbei nach Meinung des Autors nicht angebracht. Vielmehr sollten alle Akteure zusammenspielen und der Migration gemeinsam entgegentreten.

Link zur Broschüre
Finden Sie sich wieder? SIX zeigt in ihrer Broschüre zum Thema Harmonisierung Zahlungsverkehr die Akteure auf.

Doch was bedeutet Migration genau?
Mit der Migration Zahlungsverkehr werden nun die Umstellungen, die bereits in den letzten Jahren bei den Banken begonnen haben, auf die Kunden und Softwarepartner übertragen. Alle Akteure werden hierbei endgültig in die Pflicht genommen, auf ISO 20022 umzustellen.
Dabei ist weitaus mehr betroffen als lediglich die Ablösung von DTA. Wagt man den Blick auf die verschiedenen Bereiche, wird die Komplexität der Umstellung deutlich. Stellen Sie sich doch selbst die Frage, in welchen Bereichen Sie überall betroffen sind.

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Je nach Blickwinkel ergeben sich darüber hinaus verschiedene Aufgaben und Handlungsfelder. So sind Finanzinstitute angehalten sich mit ihren Softwarepartnern bezüglich Formatspezifika und Umstellungsfristen abzusprechen – während sie gleichzeitig ihre Kunden über die neuen Formate und Möglichkeiten informieren sollen. Die Softwareanbieter stehen in der Verantwortung, im Gegenzug nicht nur die neuen Formate umzusetzen, sondern ebenfalls auf neue Kundenbedürfnisse (wie zum Beispiel EBICS) zu reagieren. Die Bankkunden selbst müssen ihre internen Strukturen anpassen und gegebenenfalls umstellen. Explizit bei jenen mit mehreren Bankverbindungen ist hier die Kommunikation und Abstimmung mit allen Parteien notwendig. Den Blick nur auf sich selbst ist daher wenig förderlich, vielmehr muss auf das Gesamtbild geschaut werden, um später von den Vorteilen zu profitieren.

Das ist aber noch nicht das Ende. Mit der Migration der Kunden in Bezug auf die neuen Meldungstypen ist jedoch das Ziel noch nicht ganz erreicht. Es stehen mit dem neuen Lastschrift- und E-Rechnungsverfahren und der Ablösung des Einzahlungsscheines bereits neue, weitreichende Veränderungen kurz bevor.

Für Sie gebloggt hat Florian Stade


#MigrationZV #Harmonisierung #EBICS #ISO20022 #LEON


Mit der eID zur elektronischen Identität

Bereits seit 2015 befasst sich das Bundesamt für Polizei im Auftrag des Bundes mit einem Konzept zur Abbildung einer staatlich anerkannten elektronischen Identität. Was Estland bereits seit Jahren erfolgreich vorlebt, ist in der Schweiz noch Zukunftsmusik. 

Ziel ist die Schaffung eines E-ID-Ökosystems, welches Natürliche und Juristische Personen, staatliche Stellen in der Schweiz und der EU, Identitätsdienstleister und öffentliche Instanzen sowie vertrauende Beteiligte vereint.
Das Rückgrat dieses E-ID-Ökosystems bilden das elektronische Identitätsmanagement und die dazugehörigen E-ID-Systeme, betrieben durch Identity Provider.

Was ist das Bestreben des Bundes?
Es ist verstärkt zu beobachten, dass immer mehr Geschäftsprozesse elektronisch bzw. online abgewickelt werden. Dies wird einerseits durch die sich unaufhaltsame Ausbreitung des Internets, aber auch durch die immer besser ausgebildeten und technologieaffinen Nutzer begünstigt. 
Bereits heute können verschiedenste Prozesse wie der Kauf und Verkauf von Waren und Dienstleistungen online abgewickelt werden. Um jedoch auch anspruchsvollere Geschäftsprozesse online auszuführen, benötigt es eine vertrauenswürdige Identitätskontrolle des Gegenübers. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, soll in der Schweiz für Natürliche Personen eine anerkannte elektronische Identifikationseinheit eingeführt werden, bezeichnet als elektronische Identität, E-ID oder eID. Diese elektronische Identität soll darüber hinaus auch im Ausland Akzeptanz finden.

Welches sind die Voraussetzungen für eine eID?
Als wichtige Basis für die Abwicklung eines Geschäfts gelten Rechtssicherheit und Vertrauen. Letzteres äussert sich vielfach durch das „Kennen“ – die Identifikation – der Gegenpartei. Während in der physischen Welt konventionelle Identifikationsmittel wie Pass oder Identitätskarte ausreichen, stossen diese im digitalen Online-Umfeld an ihre Grenzen.  Deshalb sollen die uns bekannten Identifikationsmittel um die eID ergänzt werden.
Diese soll staatlich anerkannt sein und es den Inhabern ermöglichen, sich bei Online-Diensten sicher zu registrieren und anzumelden.
Derzeit arbeiten beispielsweise die Grossbanken UBS und Credit Suisse an einem „Passepartout fürs Internet“, ebenso wollen SBB und Post eine gemeinsame Lösung für die Anmeldung an Web-Portalen anbieten.

Wie funktioniert eine eID?
Eine eID wird von einem anerkannten Identitätsprovider (IdP) ausgestellt. Je nach gewünschtem Sicherheitsniveau erfolgt die Registrierung in verschiedenen Schritten und kann eine persönliche Vorsprache oder Video-Identifikation erfordern.
Es wird zwischen drei Sicherheitsniveaus (niedrig, substanziell und hoch) unterschieden, wie sie auch die EU für die E-ID ihrer Mitgliedsstaaten (eIDAS-Verordnung) und die USA für Vertrauensdienste vorsehen.
Bei den Sicherheitsniveaus „substanziell“ und „hoch“ ist eine Zwei-Faktor-Authentifizierung vorgesehen, wobei bei Niveau „hoch“ ein Faktor biometrisch sein muss. 
Ist die eID einmal ausgestellt, kann sie vom User für die Registrierung und Anmeldung bei Online-Portalen genutzt werden. Durch die Registrierung via eID entfallen die manuellen Angaben zu den persönlichen Daten. Diese werden nach Freigabe durch den Inhaber der eID elektronisch übermittelt. Wurde eine eID einmal eingegeben, soll sie wiedererkannt werden und garantiert eine verlässliche Anmeldung.

Wie geht es weiter?
Im Februar 2017 wurde vom Bund ein Vorentwurf für das „Bundesgesetz über anerkannte elektronische Identifizierungseinheiten“ (E-ID-Gesetz) publiziert. Das Vorhaben wird einerseits durch die Strategie „Digitale Schweiz“ und die E-Government-Strategie vorangetrieben. Andererseits sind aus der Wirtschaft mehrere hochkarätige Unternehmen mit der Erarbeitung von Lösungen beschäftigt. 

Nach der Schaffung der gesetzlichen Grundlagen wird vor allem der Aufbau der Infrastruktur entscheidend für Verbreitung und Akzeptanz der eID sein. Neben Akzeptanzstellen braucht es die anerkannten Identitätsprovider (IdP), die für die Ausstellung der eIDs legitimiert sind. Zünglein an der Waage bleibt aber vor allem der Verbraucher, für den die eID in angemessener Art und Weise zugänglich gemacht werden muss. Entscheidend für den Erfolg wird dabei sowohl die Usability der eID im Alltag sowie das Vertrauen in die neue Funktionalität sein.


Für Sie gebloggt hat Marco Vosseler


#eID #DigitalFinance #DigitalIdentity #eGov #eGesellschaft #KYC #IDaaS


Frankfurt Payments Network Symposium 2017 – Zahlungsverkehr – Quo vadis?

Das Frankfurt Payments Network wurde im Jahre 2011 gegründet und ist eine Netzwerkplattform für Entscheider und Experten aus der Payments Industry mit inzwischen über 120 hochkarätigen persönlichen Mitgliedern. Bereits zum dritten Mal wurde ein Symposium für Zahlungsverkehrsfachleute in Frankfurt ausgerichtet. Die Essenz der Veranstaltung soll in der nachfolgenden Kurzzusammenfassung wiedergegeben werden. Details zum einen oder anderen Beitrag können gerne beim Autor angefragt werden.

Eröffnet wurde der Event von Prof. Hans-Gert Penzel von der Universität Regensburg und seines Zeichens Fachmann auf dem Gebiet der Zahlungsverkehrsindustrie in Deutschland und Europa. Prof. Penzel verstand es auf eine ausgezeichnete und süffisante Sichtweise eine Zukunftsprognose für die Branche zu formulieren. Er drehte „Quo vadis“ in „Unde venis“ und wagte einen Rückblick auf den Zahlungsverkehr – allerdings aus dem Jahre 2035. Die Highlights des Vortrages waren u.a., dass es einen Euro-Nord und –Süd geben wird, die Briten wieder der EU beitreten werden, inklusive Euro („Brentry“), es eine SIPA (Single International Payment Area) weltweit geben wird und Leonardo di Caprio zum amerikanischen  Präsidenten gewählt wird.

Matthias Schmudde von der Deutschen Bundesbank stellte das Thema Instant Payments (SEPAInst) in den Mittelpunkt seiner Rede und präsentierte dem Plenum die Eckpunkte des optionalen Rulebooks des EPC (European Payments Council). Zu erwähnen wären da sicherlich das Inkrafttreten per November 2017, die maximale Dauer für die Abwicklung einer Zahlung von 10 Sekunden und der Umstand, dass die deutschen Kreditinstitute von Anfang an auf eine Europäische Lösung setzen und keine nationalen Alleingänge planen. TARGET Instant Payments Settlement (TIPS) ist dann auch das zentrale aktuelle Projekt der EZB (Europäischen Zentralbank).

Das Thema Instant Payment stand auch im Mittelpunkt des Referats von Thomas Egner, Generalsekretär der EBA (European Banking Association), der kurz auf die Infrastruktur-Initiative der SIA (Società Interbancaria per l'Automazione) einging. Konkret haben sich 39 Banken in Europa als „Funding Banks“ zusammengefunden. Mit dem Ziel, per November 2017 eine Instant Payment Zahlungsinfrastruktur in Betrieb zu nehmen. Hier wurde das Abwicklungsziel auf unter 1,5 Sekunden definiert. Von den „Funding Banks“ engagieren sich 25 Institute als „Early Adopters“, deren Bestreben es ist, noch dieses Jahr oder Anfang 2018 mit einer Lösung im Markt aufzutreten.

Nach der Präsentation eines Lösungsanbieters moderierte Dr. Hubertus von Poser von PPI das Panel der Instant Payment Experten. Es stellte sich heraus, dass Instant Payment weitaus mehr beinhaltet, als einfach die SEPA-Zahlung schneller zu machen. Ein Hauptproblem sehen die Panelteilnehmer in den unvorhersehbaren Volumenspitzen, die z.B. bei Spendenaufrufen oder Wettbewerben ganz plötzlich zu sehr vielen Instant Payment Transaktionen führen können. Lösungen mit „elastischer Skalierbarkeit“ werden hier aktuell entwickelt. Als strategische Optionen für Banken stehen die drei Grundoptionen Build, Buy oder Outsourcing zur Disposition.

Der Nachmittag stand dann unter dem Motto „Open Payment“ und „Open Banking“. Den Anfang machte Andreas Pratz von A.T. Kearney. Das Thema API (Application Programming Interface) wurde zunächst grundsätzlich beleuchtet und anhand konkreter Beispiele wie Uber erklärt. Im Fall Uber ist die Firma einerseits API-Anbieter und andererseits API-Nutzer. Andreas Pratz schlug dann noch den Bogen zu Instant Payments und Internet of Things, die alle zusammen einen Anstieg von Zahlungsverkehrs-Transaktionen bewirken werden. Gemäss seinen Prognosen wird das Thema API in Kürze ein viel wichtigeres als z.B. Blockchain sein, bei dem nach einem sehr grossen Hype bereits wieder die erste Ernüchterung eintritt.

Franz Zahn von Specific-Group brachte dann auch wieder ein Thema in den Vordergrund, welches an solchen Konferenzen eher wenig behandelt wird: Corporate Banking im Allgemeinen und Trade Finance im Speziellen. Viele Initiativen drehen sich aktuell um die Schnittstelle für Retailkunden. Ein grosses Nutzenpotential liegt gemäss Franz Zahn jedoch im Firmenkundengeschäft und speziell im Bereich des Dokumentärgeschäfts. API-Lösungen, gepaart mit Instant Payment, ermöglichen ganz neue Business Cases (z.B. schnelles Bezahlen von Waren, die auf einem Frachter gelöscht werden sollen oder Zug-um-Zug-Geschäfte). Banken könnten hier eine zentrale Treuhänderrolle wahrnehmen und im Markt aufgrund ihrer Expertise in diesem Geschäft eine führende Rolle einnehmen.

Am Ende des Symposiums referierten Ruth Wandhöfer (Gast am PPI Top Event vom 26.10.2017), Citigroup und Dr. Michael Salmony, equensWorldline. Ruth Wandhöfer, die Grande Dame der Europäischen Regulation, brachte die neuesten Information aus den Regulierungsgremien in Brüssel mit und erklärte dem Publikum nochmals die wichtigsten Fakten rund um PSD II und den aktuellen Status. Micheal Salmony hielt einen sehr erfrischenden Vortrag zum Blockchain-Hype und warum die Banken ihren Informatikern nicht alles glauben sollen. Als gebürtiger Engländer stellte auch er noch kurz den Vergleich zum BREXIT an und fand überraschend viele Parallelen zur Blockchain.

Natürlich kam auch das Networking in den Pausen und vor allem am Abend-Apéro nicht zu kurz. Fazit: Ein kleiner, aber feiner Anlass für ZV-Interessierte, für den sich auch die Anreise aus Zürich gelohnt hat.

Dieser Beitrag wurde von Carsten Miehling gepostet.

#FrankfurtPaymentsNetworkSymposium #InstantPayments #PPIAG #PSD2

PPI Top Event – Berühmt, berüchtigt

Es ist bald wieder soweit: PPI lädt am 16. März, späterer Nachmittag, ins Zunfthaus zur Hard zum halbjährlichen Stelldichein der Zahlungsverkehrsexperten ein.

Gestartet mit der Mission, den Standard ISO 20022 bei Finanzinstituten bekannt zu machen, hat sich der Anlass in der Zwischenzeit zu einem hochkarätigen Treffen mit Stammpublikum aus der Zahlungsverkehrs-Gilde gemausert.

Die Harmonisierung des Zahlungsverkehrs in der Schweiz nimmt auch heute noch seinen Platz im Programm ein (siehe Vortrag von Markus Beck, Raiffeisen), aber nicht nur. Der Anlass ist vielmehr auch eine Bühne für neue Ankündigungen und Überraschungen. So ist es den Verantwortlichen dieses Mal gelungen, zwei „Hot Topics“ in die Vortragsreihe einzubauen. Da wäre einerseits der Beitrag von PEAX, einem Startup aus Luzern, das mit seiner Vision des digitalen Briefkastens etablierte Akteure herausfordert und andererseits der Vortrag von Dirk Dose, der über das hochaktuelle Thema Robotic Process Automation (RBA) im Banking referieren wird.

Als Organisator des Meetings verspricht Carsten Miehling bereits an dieser Stelle, dass PPI bei der jetzigen Veranstaltung mit einigen Neuigkeiten zusätzlich überraschen wird. Denn das ursprüngliche Thema ISO 20022 biegt langsam aber sicher in die Zielgerade ein und ein neues Leitmotto musste gefunden werden. Was dies genau sein wird, sei an dieser Stelle noch nicht verraten. Es lohnt sich aber auf jeden Fall und besonders dieses Mal im Werdguet mit dabei zu sein. Wie immer wird auch bezüglich Unterhaltung und Kulinarik nichts dem Zufall überlassen, sodass die Expertengespräche in geselliger Runde wieder bis in die späten Abendstunden anhalten werden.



Wir freuen uns auf Sie 

#Top Event #PPISchweiz # RoboticProcessAutomation #Harmonisierung #PPIAG #PEAX #Raiffeisen


Optimierungs-Chance für Corporates

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„Die natürliche Auslese sorgt dafür, daß immer die Stärksten oder die am besten Angepassten überleben." Charles Darwin

Die „Harmonisierung Zahlungsverkehr Schweiz" ist Tatsache und die neuen Anforderungen wurden von den meisten Banken bereits umgesetzt. Nun geht es darum, auch die Wirtschaft auf die neuen Formate umzustellen. Viele Unternehmen sind sich jedoch der Chance, die sich ihnen durch die neuen Verfahren bietet, nicht bewusst. Manch einer denkt, dass diese Anforderungen alleine vom Software-Partner implementiert und gelöst werden können und übersieht so das grosse Optimierungspotential. Sehen Sie hierzu auch den aktuellen Beitrag von SRF ECO.

Zeitungsartikel über den starken Schweizer Franken und den Kostendruck, dem viele Firmen ausgeliefert sind, gehören schon fast zum Alltag. Und doch bestätigt unsere Erfahrung leider immer wieder, dass viele Firmen mangelhaft für die Optimierung im Zahlungsverkehr sensibilisiert, geschweige denn aufgestellt sind. Denn gerade hier lassen sich erheblich Kosten sparen.

Wer diese Umstellung richtig angeht, hat die Möglichkeit, alte und aufwendige Bearbeitungsschritte im Zahlungsablauf zu eliminieren und die ganze Abwicklung automatisiert, modern und effizient in die Wege zu leiten. Das spart Geld und Zeit und führt mit dem neuen Konto-Reporting sogar noch zu einer schnellen Übersicht über alle
Kontostände und -bewegungen.

Es geht also nicht nur um die korrekte Zahlungseinlieferung bei den Banken, sondern um eine ganzheitliche und effiziente Planung der Zahlungs-Abwicklungsprozesse im eigenen Unternehmen.
So wie der Finanzplatz Schweiz diese Umstellung nutzt, um die Vielfalt der Zahlungsverfahren zu reduzieren, haben auch Unternehmen die Möglichkeit, Zahlungsprozesse zu optimieren und zu professionalisieren.

Wir von PPI Schweiz führen regelmässig Einfluss-, System- und Umweltanalysen mit Schwerpunkt Zahlungsverkehrsprozesse durch. Typische Punkte hierbei sind:

  • Inventar- und Einflussanalyse aller Bankverbindungen, Prozesse und    Systeme 
  • Detailanalyse aller Zahlverfahren, Stammdaten und Dokumente auf „ISO20022-Readiness"
  • Entwicklung von Optimierungsmöglichkeiten und Strategieoptionen 
  • Planung und Organisation von Ressourcen und zeitlichen Abfolgen für die konkrete Umsetzung 
  • Projektbegleitung vom Kick-off bis zum Projektabschluss 

Wir begleiten unsere Kunden eng durch diesen Prozess und stellen sicher, dass ihre Systeme die neuen Formate verarbeiten können und der Datenaustausch mit ihren Banken einwandfrei funktioniert. Ebenso schulen wir bei Bedarf die Mitarbeiter und verankern so das Wissen über die neuen Formate im Unternehmen.

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Durch unsere langjährige Erfahrung in den wegweisenden ISO20022-Projekten der Grossbanken und der Mitarbeit in den Standardisierungsgremien, verfügen unsere Berater über ein Know-how der Extraklasse, von dem wir Sie gerne profitieren lassen.
Nehmen Sie mit uns Kontakt auf und vereinbaren Sie einen Termin, damit wir bei einem persönlichen Gespräch Fragen klären und Möglichkeiten aufzeigen können.

Ihr PPI–Schweiz Team

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Gastbeitrag: Robotic Process Automation (RPA) - Softwareroboter heuern bei Finanzdienstleistern an

Die Schweizer Bankenbranche steht unter massivem Druck. Der Niedrigzins drückt die Margen im Kredit- und Geldanlagegeschäft auf ein Minimum. Gleichzeitig machen Regulierungsvorschriften den Banken das Leben schwer. Und der intensive Wettbewerbsdruck verbietet Preiserhöhungen. Kaum verwunderlich also, dass Banken händeringend nach einem Hebel suchen, um ihre Kosten zu drücken. In der weiteren Industrialisierung sehen die Schweizer Banken den Schlüssel zum Erfolg. Roboter, die im Backoffice Seite an Seite mit den Menschen arbeiten, leisten bereits gute Dienste.

Die Digitalisierung verspricht Produktivitätssteigerungen. Der Innovationsdruck wird noch erhöht durch neue Player, die dem veränderten Kundenverhalten im Digital-Zeitalter scheinbar mühelos begegnen. Fintechs fordern Banken heraus. Sie erweisen sich häufig als wandlungsfähiger und schneller. Etablierte Finanzinstitute dagegen werden nicht selten von der eigenen, veralteten IT-Infrastruktur ausgebremst und durch eingefahrene Arbeitsabläufe schwerfällig. Viele Finanzdienstleister verlassen sich noch auf unflexible Papierformulare, halbautomatische und manuelle Abläufe. Prozessoptimierungsprojekte haben oft wenig Potenzial, da die IT-Anpassung zu kostenintensiv und zu langwierig ist.

Roboter gehen den Mitarbeitern zur Hand

Eine Chance, diesem Dilemma zu entkommen, bietet die Industrialisierung des Backoffice. Das Konzept dahinter trägt den Namen Robotic Process Automation (RPA). Richtig angelernt übernehmen Roboter die Backoffice-Arbeit. Ein Softwareroboter ist eine Anwendung, die menschliche Aktivitäten an Bildschirm und Tastatur nachbildet und auf diese Weise vollautomatisiert manuelle Tätigkeiten übernimmt. Er arbeitet komplett eigenständig nach vorgegebenen Regeln. Nur in festgelegten Ausnahmefällen wird ein Mitarbeiter angesprochen, der sich dann mit dem Arbeitsschritt befasst. In Zukunft werden lernende Komponenten (Künstliche Intelligenz) die Roboter noch schlauer machen.

Der grosse Vorteil dieser Lösung ist die Schnelligkeit, mit der sie herbeigeführt werden kann. Eine Umsetzung ist in wenigen Wochen möglich. Die Investitionen sind vergleichsweise gering und amortisieren sich nach kurzer Zeit. Softwareroboter bringen Effizienzzuwächse – und zwar ohne langwierig komplett neue IT-Lösungen zu implementieren, die in die Infrastruktur eingepasst werden müssen und die Integration einer Vielzahl von Schnittstellen erfordern.

Arbeitsfelder für Roboter

Je standardisierter die Prozesse und je schneller die Informationen zur Verfügung stehen, umso eher ist eine Automatisierung durch Roboter möglich. Beispiel Kontoeröffnung: Softwareroboter tragen die Daten in die Kunden- und Stammdatenbanken ein, bestellen die Giro- und Kreditkarte für den Kunden und richten regelbasiert Dispokredite ein. Der Effekt für die Kunden: Sie kommen so schneller als bislang zu ihrer neuen Bankverbindung oder einem Kredit. Der Effekt für die Banken: Die Maschinen entlasten die Bankmitarbeiter von lästigen Arbeiten wie dem Eintippen und Abgleichen von Daten und die Automatisierungen sorgen auch bei anderen Verwaltungsaufgaben für mehr Effizienz.

Ein anderes Beispiel für ein Betätigungsfeld für Roboter ist das Abarbeiten von Fehlerlisten. Bankmitarbeiter sind täglich gefordert, Anpassungen in ihren IT-Systemen nachträglich vorzunehmen. Die Aufforderungen dazu erhalten sie regelmässig über Listen, beispielsweise, wenn im Nachtlauf bestimmte Zahlungen nicht so durchgeführt wurden wie geplant. In der Praxis werden diese Listen häufig von Menschen ausgedruckt, vorsortiert, wieder gescannt und per E-Mail an einzelne Mitarbeiter zum Bearbeiten geschickt. Der Mitarbeiter, der die Liste erhält, erstellt eine Auftragsnummer, bearbeitet Vorgänge und führt den Freigabeprozess durch. Softwareroboter können einen Grossteil der Arbeit übernehmen – von der Erfassung über die  Verteilung bis zur Bearbeitung der Standardfälle.

Anteil der Personalkosten am Ertrag drücken

Die Automatisierung manueller Tätigkeiten bietet großes Potenzial Kosten zu sparen und die Produktivität zu steigern. Vernetzung und Rechenintelligenz sind heute so weit, dass die Softwareroboter zur echten Alternative werden. Berechnungen, bezogen auf das Listenbeispiel, zeigen, dass Produktivitätssteigerungen in Höhe des Faktors Zwei und mehr möglich sind. Im Regelfall kann ein Softwareroboter die Arbeit von drei bis fünf Mitarbeitern übernehmen. Zudem arbeitet er durchgehend ohne Pause. Es können also deutlich mehr Vorgänge in derselben Zeit erledigt werden. Berechnungen und Erfahrungen von PPI zufolge lassen sich Bearbeitungszeiten tatsächlich um mehr als 50 Prozent reduzieren, in Einzelfällen waren sogar 90 Prozent möglich.

Zudem machen Softwareroboter die manuellen Schnittstellen erheblich zuverlässiger und effizienter, da sie selbst bei ständiger Wiederholung und hoher Geschwindigkeit präzise arbeiten. Zugleich ist jeder Schritt, den ein Softwareroboter übernimmt, vollständig nachvollziehbar und dokumentiert. Ein Vorteil für die Compliance.

Roboter sind für die Menschen da

Bankmitarbeiter erhalten mit RPA einen Assistenten, um die eigene Produktivität zu verbessern. Arbeiten, für die ausgebildete Bankmitarbeiter massiv überqualifiziert sind, die aber erledigt werden müssen, können Softwareroboter übernehmen. Für die Menschen bleibt mehr Zeit, um sich auf individuelle Kundenbedürfnisse und die Beratung zu konzentrieren. Ziel ist, dass sich die Kollegen ganz strategischen Fragen, dem Entwickeln neuer Geschäftsideen, dem Kundenbeziehungsmanagement und schwierigen, individuellen Sachverhalten widmen können.

Der besondere Charme von RPA liegt in der vergleichsweise einfachen Umsetzbarkeit. Unternehmen, die RPA-Lösungen gerne einmal ausprobieren möchten, können pragmatisch starten und innerhalb weniger Wochen erste Erfahrungen sammeln. Die Kosten sind überschaubar – auch weil die vorhandene IT-Infrastruktur davon unberührt bleibt. RPA löst das Dilemma aus Geschwindigkeit, Qualität und Kosten.

Über unseren Gastautor:

Dirk Dose ist Managing Consultant und Experte für Prozessautomatisierung bei der Hamburger Unternehmensberatung PPI AG. Als Träger des Master Black Belt Six Sigma leitet er Prozessveränderungsprojekte in Unternehmen der Finanzbranche.





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