Gastbeitrag: PEAX

Kennen Sie das: Die Handy-Rechnung erhalten Sie elektronisch via E-Mail, die Steuerrechnung und die Zahnarztrechnung per Post im Briefkasten und die Stromrechnung direkt in Ihrem E-Banking? Am Ende des Monats die Übersicht zu behalten und zu wissen, wo welche Rechnung ist und ob alles bezahlt wurde, ist gar nicht so einfach. Zudem stapeln sich die Papierberge und wenn man einen Beleg braucht, z.B. für die Steuererklärung, durchforscht man schnell ein paar Ordner, bis man das gewünschte Dokument gefunden hat.

Die gute Nachricht: Das alles hat ein Ende! Der Visionär Stefan Hermann hat sich vor einigen Jahren zum Ziel gesetzt, die Administration von Privatpersonen zu vereinfachen. Und die Lösung heisst: PEAX. Mit PEAX können Privatpersonen ihre gesamte tägliche Post digital empfangen. Ziel ist es, dass Sie nicht mehr Briefkasten, Mailbox und verschiedene Portalzugänge nebeneinander brauchen – sondern alles an einem Ort strukturiert empfangen, bündeln und erledigen können.

Konkret bedeutet das, dass Sie die gesamte Post digital bestellen können. Die Post wird dann entweder datenschutzkonform via Scanning Center oder direkt elektronisch eingeliefert. Was Sie physisch benötigen, z. B. die Kreditkarte oder das SBB-Abo, wird Ihnen automatisch und kostenlos nach Hause geschickt.  Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, via Upload und App Dokumente schnell und einfach zu digitalisieren. Rechnungen werden als solche erkannt und zur Zahlung aufbereitet. In naher Zukunft können Sie Ihre Rechnungen direkt im Portal bezahlen – von einem Ort aus, in wenigen Clicks und mit der Schweizer Bank Ihrer Wahl.
Die PEAX Payment-Funktion ist in der End-Testphase und wird demnächst aufgeschaltet. Kurz darauf folgt die PEAX App, mit der es möglich ist, Post und Zahlungen unterwegs in wenigen Schritten zu erledigen.

Parallel zum PEAX Portal wurden Lösungen entworfen, die der Digitalen Transformation von Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung Vorschub leisten. Mit unseren modular aufgebauten Produkten werden Interaktionsprozesse mit Kunden genauso wie interne Administrationsprozesse durchgängig und automatisiert gestaltet. Dazu werden modernste Technologien der Datenerkennung und -speicherung, des Datenaustauschs sowie der Dokumentenerstellung und -verarbeitung eingesetzt.
Unsere Begeisterung und unser Antrieb gründen in der Überzeugung, dass wir mit den heutigen (und den zukünftigen) Mitteln der Technologie und des Prozessmanagements das Leben von Privatpersonen und Unternehmen gleichermassen vereinfachen können.


Weitere Infos finden Sie auf peax.ch oder auf unseren Social-Media-Kanälen.

Zwingt Regulierung Banken zum abwandern?

EPCA, PPI Schweiz, Digital Finance Experts Blog Dies und viele andere interessante Themen wurden in Budapest am 6. und 7. April beim halbjährlichen EPCA-Meeting diskutiert.

Budapest - Millionenmetropole, Besuchermagnet und Hauptstadt von Ungarn - war Treffpunkt des diesjährigen EPCA (European Payments Consulting Association) Frühjahrs-Meeting. Obwohl Budapests Geschichte schon im ersten Jahrhundert unter römischer Herrschaft begann, damals unter dem Namen Aquincum, entstand die Einheitsgemeinde Budapest erst im Jahre 1873 durch die Zusammenlegung der zuvor selbstständigen Städte Buda (dt. Ofen), Óbuda (Alt-Ofen) und Pest. Der Name Budapest selbst tauchte zuvor nicht auf, üblich im Sprachgebrauch war Pest-Buda.

Das EPCA-Treffen fand in den Räumlichkeiten der MKB Bank an der Vaci utca 38 statt. Die MKB Bank (ehemals: Magyar Külkereskedelmi Bank) ist die drittgrösste Bank in Ungarn.

Die Magyar Külkereskedelmi Bank wurde im Jahre 1950 gegründet. Dabei ging es vor allem um die Förderung des Aussenhandels und die Teilnahme am internationalen Zahlungsverkehr. Während der Bankenreformen 1987 bekam die MKB Bank eine Vollbankenlizenz. Danach wurde ein landesweites Filialennetz aufgebaut. Durch die Generalversammlung am 15. Juli 1994 wurde die erste inländische Privatisierung einer grossen Bank beschlossen. Die MKB Bank hat über 220'000 Privat- und über 38'000 Firmenkunden.

Es schien, dass sich die EPCA-Mitglieder gleichermassen von Budapest angezogen fühlten wie die zahlreichen Besucher der Stadt. Budapest zählt zu den zwanzig am meisten von Touristen besuchten Städten Europas. EPCA-Mitglieder aus nicht weniger als 12 Ländern kamen zum Treffen und nicht wenige davon in Begleitung.

Nach einem kurzen Lunch im Restaurant Kiosk Budapest begann das Meeting mit den jeweiligen Länderupdates.

Lettland, vertreten durch Ludmila Berzina und Indra Kesane, führt als eine der wenigen Erneuerungen das kontaktlose Zahlen ein. Die Banken binden signifikante Ressourcen für die Einführung der geforderten AML-Regulation (Anti Money Laundering). In der Konsequenz steht viel weniger Zeit zur Verfügung, um neue Zahlungsmöglichkeiten zu entwickeln, die den Nutzern dienlich sind.

Mit all den regulatorischen Vorgaben konfrontiert, sah sich Polen gezwungen, vertreten durch Michal Mostowik, ein Ministerium eigens für Digitalisierung einzuführen. Um den PSD2 Anforderungen zu genügen, führt Polen das „Poland API“ für alle polnischen Banken ein, wobei sich diesbezüglich noch zu viele offene Fragen und zu viele Ideen gegenüberstehen. Die Einführung wird für das vierte Quartal 2018 beziehungsweise das erste Quartal 2019 erwartet.
Natürlich darf da auch Blockchain nicht fehlen. Dieses Thema wird im neuen Ministerium auf höchster Ebene diskutiert. Was den Banken auch Kopfzerbrechen bereitet ist die eher allgemeine Formulierung der AML-Regulation. Sie nötigt die Banken im Grunde genommen dazu, alles über eine Zahltransaktion zu wissen.

Gemäss Henning N. Jensen macht Dänemark die interessante Erfahrung, dass die mobile Zahlungen am POS (Point of Sales) nicht vorankommen. Kontaktloses Bezahlen mit Karte ist da einfacher und schneller. Dies führte auch dazu, dass die grössten Händler ihre Smartphone-Dienstleistungen zurückgezogen haben. Wie wichtig Kartenzahlungen sind, zeigt ein Blick auf die Statistik. Im Dezember 2016 war der Anteil von kontaktlosen Debit-Kartenzahlungen bei 15%, im März 2017 schon bei 22%. Tendenz stark steigend, dabei sind nur ein Viertel aller Karten kontaktlos. Visa und Master Card wollen natürlich auch auf dieser Welle reiten, doch ist die entsprechende Unterstützung der Banken eher zögerlich.

Budapest, PPI Schweiz, Interessant war auch zu hören, dass die beiden grössten Banken Schwedens (Swenska Bank und Nordea Bank) aufgrund von regulatorischen und steuerlichen Vorgaben erwägen, ihre Hauptsitze in ein anderes nordisches Land zu verlegen. Zur Diskussion stehen Finnland, Norwegen und Dänemark. Es sieht jedoch auch eher nach einem Kräftemessen zwischen den Banken und den Regulierern aus.

Emmanuel Caron informierte neben den Vorhaben, die auch in Frankreich regulatorisch getrieben sind, von dem geplanten Kauf von 95% der Anteile von „Compte Nickel“ durch die BNP Paribas. „Compte Nickel“ ist eine Karte, welche innerhalb von Minuten bei den Tabakhändlern erworben werden kann. Es braucht nur eine ID und eine Telefonnummer dazu. „Compte Nickel“ zählte Mitte 2016 rund 300'000 Kunden. Heute sind es bereits rund 550k, mit dem Ziel, bis 2020 2 Millionen Kunden zu haben.

Es folgte eine kurze Kaffeepause, die nicht ungenutzt blieb. Immerhin hatten sich die meisten Teilnehmer seit dem Meeting in London im letzten Herbst nicht mehr gesehen und so gab es viel auszutauschen.

Anschliessend folgte die Präsentation von Chris Jones über die GDPR, General Data Protection Regulation oder auf deutsch die Datenschutz-Grundverordnung. Die Datenschutz-Grundverordnung ist eine Verordnung der Europäischen Union, mit der die Regeln für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten durch private Unternehmen und öffentliche Stellen EU-weit vereinheitlicht werden. Dadurch soll einerseits der Schutz von personenbezogenen Daten innerhalb der Europäischen Union sichergestellt, andererseits der freie Datenverkehr innerhalb des Europäischen Binnenmarktes gewährleistet werden. Die Verordnung 2016/679 ersetzt die aus dem Jahr 1995 stammende Richtlinie 95/46/EG und gilt ab dem 25. Mai 2018 unmittelbar für alle Mitgliedstaaten, d.h. sie muss im Gegensatz zur aktuellen Richtlinie nicht in nationales Gesetz umgesetzt werden.
Die Diskussion über die Implikationen der neuen Verordnung war äussesrt interessant und zeigte auf, wie weitgreifend die Folgen, insbesondere auch in Bezug auf PSD2, sind.

Da war die nachfolgende Präsentation der neuen EPCA-Homepage von Douwe Lycklama geradezu leichte Kost. Da die aktuelle Seite doch schon in die Jahre gekommen ist, wurde in London beschlossen, die eigene Homepage den neuen Anforderungen und Standards anzupassen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und wurde von den Anwesenden mit Begeisterung verabschiedet.

Dies beendete den offiziellen Teil des ersten Tages und die Teilnehmer wurden eingeladen, am Money 20/20 Roadshow Event Budapest teilzuhaben. Ein Anlass, welcher jungen Fintechs eine Plattform gab, sich in dreiminütigen Pitch Speeches zu präsentieren. Es folgten die üblichen Key Notes und Panel Diskussionen.

Den Beginn am Freitag machte Douwe Lycklama mit dem Update aus den Niederlanden. Dort sind derzeit so viele Vorhaben im Gange, dass es sich schon fast lohnen würde, einen eigenen Blog dazu zu schreiben. Diese Vorhaben sind einerseits, wie in den anderen Ländern auch, regulatorisch getrieben. Andererseits durch Innovationen mit dem Ziel, das Kundenerlebnis zu verbessern. Supply Chain Finance ist ein Thema, wie auch die Vereinfachung der Bezahlung im öffentlichen Verkehr. Hervorzuheben ist die OKIT-App. Ähnlich wie bei TWINT können die Händler bei OKIT neben den Zahlvorgängen auch ihre Loyalty-Programme pflegen.

Es folgte ein kurzes Update über Ungarn von Zsombor Imre. Und so nehmen wir aus Ungarn mit, dass 9 Millionen Karten im Einsatz sind und davon 4.8 Millionen kontaktlos. Die Steigerungen im Kartengeschäft für das letzte Jahr waren bei 41% in Transaktionen und 52% Wert im E-Commerce.

Nach vier Jahren Abwesenheit nahm mit Ann Marie Bugeja und Marie Mercieca auch Malta wieder an einem EPCA Treffen teil. Durch die stringente Regulierung des Bankwesens werden die Banken mehr und mehr daran gehindert ihrem Geschäft nachzugehen und aus Angst eine Vorgabe nicht zu beachten, auferlegen bankinterne Aufsichtsgremien noch strengere Pflichten an die Ausübung ihrer eigenen Tätigkeiten. So kann es gut passieren, dass eine Zahlung nicht erfolgt, weil sie durch irgendeinen Filter blockiert wird, welcher nicht fristgerecht aufgehoben werden kann. Diese Auflagen haben auch zur Folge, dass ein Bankkonto, welches früher innerhalb zwei Tagen eröffnet werden konnte, heute im besten Fall erst nach 9 bis 10 Monaten zur Verfügung steht. Aus diesen Gründen eröffnen mehr und mehr Unternehmen ihre Konten ausserhalb von Malta.

Mit Spannung wurde der Update aus Grossbritannien von Chris Jones erwartet, ist doch der Brexit in aller Munde. Doch Chris schwächte ab. Es mache nicht den Anschein, dass der Brexit einen so grossen Einfluss auf den Zahlungsverkehr haben werde wie ursprünglich erwartet. In Bezug auf PSD2 und XS2A scheinen sich die Briten nicht auf ein gemeinsames API einigen zu können. Jede Bank kocht ihr eigenes Süppchen. Ausserdem verlangsamen die immer noch ausstehenden RTS (Regulatory Technical Standards, die regulatorischen technischen Standards) den Entwicklungsprozess erheblich.

Marco Fava aus Italien bemerkte, dass eigentlich schon alles gesagt sei, da auch in Italien die regulatorischen Vorhaben Vorrang haben und in den Bereichen Karten und Öffentlichem Verkehr sich die Aktivitäten in ähnlichem Rahmen entwickeln wie in den anderen Ländern.

Alexey Martsinkovskiy aus St. Petersburg hielt sich ähnlich kurz und erklärte, dass Russland mit den Prozessen in Europa im Gleichschritt sei. 

So blieb dem Autor das letzte Länderupdate, um über die Aktivitäten in der Schweiz zu berichten. Es war dies zu den Themen LEON, ISO 20022, EBICS und SOFA (Swiss Open Finance API).

Chris Jones folgte mit einer Diskussionsrunde über die letzte Version der RTS zu PSD2, welche am 23. Februar 2017 veröffentlicht wurde. Es wurde darüber diskutiert, ob „Screen Scrapping“ wirklich nicht mehr erlaubt sei oder ob es unter gewissen Umständen doch zugelassen sein sollte. Eine tiefergehende Diskussion liess der Zeitrahmen leider nicht zu, doch hat Krzysztof Korus, der Kollege aus Polen,  den Teilnehmern eine sechzehnseitige Analyse der RTS zukommen lassen, welche allen einen guten Einblick in die Implikationen derselben gegeben hat.

Zum Abschluss des offiziellen Teils wurde Genf als nächster Austragungsort im Herbst festgelegt.


Nach diesen vielen Informationen freuten sich die Teilnehmer auf das späte Mittagessen und die abschliessende Stadtbesichtigung auf einem Donauschiff.


Dieser Beitrag wurde von René Heusser (PPI Schweiz) gepostet.


PPI Schweiz

René ist Partner bei PPI Schweiz und Experte für Digital Banking, elektronischen Zahlungsverkehr und Trade Finance.

Im Bereich Digitalisierung verfügt er über Expertise in PSD2, Access to Accounts und Open Banking. 
Als Senior Consultant arbeitet René in Kundenprojekten zur Harmonisierung Zahlungsverkehr.




#PSD2 #XS2A #DigitalFinance #DigitalBanking #Fintech #LEONch #SOFA #Regulierung

LEON Teil 1 - "Wechsel ist gut"

PPI Schweiz, LEON, Lastschrift, eRechnung, Online, Neu, Löwe, Schweiz, Harmonisierung, ISO20022 Pumbaa: "Aber er ist so klein." - Timon: "Bis er größer wird." 
(Zitat aus König der Löwen Disney)

Bereits vor einigen Jahren hat der Finanzplatz Schweiz ein Projekt auf den Weg gebracht, das sich den beiden kleinen Playern im Zahlungsverkehr – der Lastschrift und der E-Rechnung – widmet. Beide weisen einen jeweiligen Anteil von deutlich unter 10 Prozent am gesamten Transaktionsvolumen aus. Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen will man diesen Nischenprodukten mit dem Projekt LEON (Lastschriften E-Rechnung Online Neu) eine neue Bedeutung geben und erhofft sich eine Steigerung der Akzeptanz. 

Nala: "Kann es wirklich Liebe sein?“  
(Zitat aus König der Löwen Disney)

Betrachtet man die heutigen Lastschrift- und E-Rechnungslösungen in der Schweiz, staunt man darüber, dass sich ein vergleichsweiser kleiner Markt für diese Verfahren immerhin zwei voneinander weitestgehend unabhängige Systeme leistet. Die Lastschriftverfahren der PostFinance und der restlichen Banken sind auch im 21. Jahrhundert nicht interoperabel, hingegen gibt es bei der E-Rechnung die Möglichkeit des „Roamings“. Die Verheiratung dieser unterschiedlichen Systeme steht im Zentrum des Projekts LEON und verspricht für die Teilnehmer ein Mehr an Komfort und einfachere, transparentere Prozesse. Schon bald sollen E-Rechnungen und Lastschriften über die gleiche Plattform abgewickelt werden. Das neue Paynet System wird von Paynet (SIX) zur Verfügung gestellt. 
Features, wie eine Mobile-App und Webportale für Rechnungssteller, Rechnungsempfänger und Lastschriftzahler, versprechen eine deutlich bessere Usability. 

Simba: „Der Wind wechselt wohl seine Richtung“ 
Rafiki: „Wechsel ist gut“ 
Simba: „Ja, aber nicht so einfach“  
(Zitat aus König der Löwen Disney)

Dass sich diese Veränderung auch auf Finanzinstitute, Rechnungssteller und -empfänger auswirken wird, ist gewiss. Nebst Formatanpassungen auf ISO 20022 beim Lastschriftverfahren müssen auch Bestandsdaten der E-Rechnung auf das neue Paynet-System migriert und mit neuen Informationen angereichert werden. Für Finanzinstitute bedeutet dies nebst der Harmonisierung Zahlungsverkehr ein weiteres Projekt, wenn auch nicht in diesem Ausmass. Nicht zu unterschätzen ist bei LEON der strategische Aspekt. Fragen wie: „Welchen Stellenwert haben bei uns das Lastschrift- und E-Rechnungsverfahren?“ oder „Welches Einsparpotential bringt uns die E-Rechnung mit Dauerfreigabe im Vergleich zum LSV?“ müssen sich gestellt werden, um LEON im eigenen Finanzinstitut zukunftsorientiert zu positionieren. 
Die in Aussicht gestellte Interoperabilität begünstigt möglicherweise auch die Wechselwilligkeit der Kunden. Vor allem grosse Rechnungssteller (LSV wie auch E-Rechnung) können noch einfacher und gezielter grosse Mengen Transaktionen und Volumen von einer Bank zur anderen bewegen. 

Simba: "Au. Hey, warum hast du das gemacht?" 
Rafiki: 'Ist doch egal. Es ist Vergangenheit." 
Simba: "Ja, aber es tut immer noch weh."
Rafiki: "Oh ja, die Vergangenheit kann weh tun. Aber wie ich es sehe, läuft man entweder davon oder man lernt davon." 
 (Zitat aus König der Löwen Disney)

Damit es eben nicht weh tut und weil weglaufen keine Option ist, haben wir von PPI Schweiz unsere LEON-Initiative initiiert. Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, einerseits Banken in taktischen und technischen Fragen im LEON-Projekt zu unterstützen, andererseits teilen wir unser Know-How mit Firmenkunden entlang der ganzen Wertschöpfungskette des Zahlungsverkehrs. Als Experten für Zahlungsverkehr und Digitalisierung verstehen wir die Bedürfnisse unserer Kunden und bieten eine einzigartige 360-Grad-Sichtweise. 

PPI Schweiz, LEON, Lastschrift, eRechnung, Online, Neu, Löwe, Schweiz, Harmonisierung, ISO20022Auf unserer Website LEON.ch finden Sie weitere Informationen zum Projekt und zu unserer Expertise. Im Rahmen des Digital-Finance-Expert-Blogs werden wir weiter zum Thema LEON informieren. 

Freuen Sie sich bereits heute auf den Teil 2 unserer LEON-Blogserie zum Thema „Wie fördert LEON die Digitalisierung in der Schweiz?"


Für Sie gebloggt hat Marco Vosseler


#LEON.CH #Harmonisierung #Schweiz #Lastschrift #eRechnung #PPI

Fünfte Auflage der Swiss Digital Finance Conference 2017

Im Rahmen von #PPIonTour haben wir uns diesmal in Rotkreuz auf dem Campus „Zug-Rotkreuz“ der Hochschule Luzern eingefunden. Zum Glück für alle Teilnehmer fand die Veranstaltung nicht in den Räumlichkeiten direkt beim Bahnhof Luzern statt, da durch einen entgleisten Personenzugwagen der Bahnverkehr noch immer stark eingeschränkt war. So füllten sich die Reihen pünktlich zum Beginn der Konferenz, als Konferenzleiter Georges Grivas sein „Herzlich willkommen“ an die Community richtete. 

Wie schon an den vorigen Events der jährlich stattfindenden Konferenz, fanden sich Entscheider und Spezialisten von Banken und Versicherungen, Strategieverantwortliche und Unternehmensentwickler, Fintech und Beratungsunternehmen ein, die sich zu aktuellen und künftigen Themen informieren und austauschen wollten. 

Georges Grivas eröffnete die Konferenz mit Gedanken zum Umfeld von Fintechs in der Schweiz. Ob PSD2 eine Erleichterung bringt und dass trotzdem das Investitionskapital mit 50 Millionen Franken (0,3% des weltweiten Investitionskapitals) nur einen verschwindend geringen Teil darstellt. Bisher galt „Mobile First“. Würde es künftig „AI First“ heissen und was würden Big Data und Blockchain für Auswirkungen haben? Mit diesen Eingebungen starteten wir in die Vortragsrunde. 

Oliver T. Bussmann stellte in seiner KeyNote auch gleich zentrale Fragen:  „Banking at the tipping point - steht das Banking auf der Kippe?“ Welche Tendenzen stehen vor der Tür? Der „Tipping Point“ ist zwar noch nicht da, aber Banken müssen sich vorbereiten, sonst verpassen sie den Anschluss. Werden Banken künftig ihre Software gar nicht mehr betreiben, sondern auf Cloud-Lösungen zurückgreifen und entsprechende Plattformen nutzen? 
Blockchain wird ein Thema sein und alle primären Bankbereiche werden von Veränderungen betroffen sein. Die Frage wird vielmehr sein, wo man seine Schwerpunkte setzen will. 
Wie soll sich eine Bank nun aber verhalten? Ideen eine Chance geben. Nach einem positiven Business Case Ideen ins Lab schicken und daraus dann Projekte generieren. 

Als erster Referent stellte dann Dr. Kurt Mäder von der Liechtensteinischen Landesbank ihre Neuausrichtung der Omnikanal-Präsenz vor. Neben einer Entkopplung der Backendsysteme von den Frontend-Applikationen war wichtig, dass unterschiedliche Geschwindigkeiten gelebt werden. Neben grossen Projekten müssen auch „Speedboote“ realisiert werden können, wie die Video-Identifikation, die innerhalb 6 Wochen auf den Weg gebracht wurde. 
In vielen Bereichen und Abteilungen mussten dafür Anpassungen vorgenommen werden, aber die Hausaufgaben für die Neuausrichtung sind gemacht. 

Vor der Kaffeepause gab dann Dave Kauer von PostFinance einen aktuellen Status Quo und einen Ausblick auf die neue TWINT-Lösung, die kurz vor dem Relaunch steht und die besten Eigenschaften der bisherigen Lösung und die von Paymit vereint. 
„Digitale Paymentlösungen sind hype, aber letztendlich ist es ein Kundenbedürfnis, welches eine Customer-Journey triggert“, betrachtete Dave nüchtern die Tatsache, dass es nicht rein um die Digitalisierung per se, sondern um den Kunden gehe. 

Frisch gestärkt regte Christian Vetsch von Abrantix zum Nachdenken an, wo wir nur eine Schein-Digitalisierung vor uns haben. Wir fühlten uns stark an die Person erinnert, die im Automaten sitzt und nach Einwurf der Münze manuell den Lolli rausfallen lässt. 
Nachholbedarf sah Christian eindeutig bei den Lösungen für die Geschäftskunden. Von den über 580'000 KMU-Betrieben in der Schweiz haben rund 150'000 einen Online-Auftritt. Wenn diese aber eine Kreditkarte auf dem Internetshop entgegennehmen wollen, erwartet sie die erste Ernüchterung mit den Papierverträgen. 
Christian  forderte , dass wir uns von dem Denkansatz der „2-Wege-Kommunikation“ verabschieden und dass Plattformen entstehen sollen, auf denen sich beispielsweise Geschäftskunden einfacher mit den notwendigen Werkzeugen versorgen können. 
Als weiteren wunden Punkt sprach Christian an, dass mindestens 140'000 Händler hinter ihrem Online-Shop einen manuellen Verbuchungsprozess haben. Vielleicht ist hier ein neuer Geschäftsansatz, um diese KMU zu unterstützen? 

Urs Haeusler, CEO von DealMarket und Vorstand von Swiss Finance Startups, einer Unterstützungsplattform für Gründer in der Schweiz, fand dann eine gute Möglichkeit, den Spannungsbogen bis zum Stehlunch aufrecht zu erhalten. Mit welchen Problemen haben Startups heutzutage zu kämpfen? Märkte sind nicht mehr regional begrenzt und Wertschöpfungsketten werden aufgebrochen. Da Startups als wichtige Treiber von Innovation und Arbeitsplätzen angesehen werden, forderte er, dass die Regierung durch verschiedene Aspekte die Startups aktiv unterstützen sollen. „Erfolgreiche Länder agieren und nehmen nicht die Zuschauerrolle ein.“ 

Der Stehlunch bot ausgiebig Möglichkeit für anregende Gespräche. Der Nachmittag fokussierte sich dann zunehmend auf Blockchain und die möglichen Spielvarianten. Sicher keine leichte Kost nach dem Mittagessen, aber alle Vorträge blieben spannend, sodass kein Tief entstand. 

Felix Niederer zeigte zuerst spannende Möglichkeiten auf, wie Banken Roboadvisor einsetzen können. Anlagekunden nutzen bereits vermehrt digitale Lösungen und bei aktiv verwalteten Verwaltungsmandaten stellen diese Technologien eher einen Mehrwert dar, als ein Wegbruch von Einnahmequellen. 

Antoine Verdon zeigte dann sehr plastisch auf, wie in ihrer Legalhub-Plattform die drei wichtigen Bereiche vereint werden: Digitale Verträge, Internet of Things und Blockchain. Durch das Internet of Things können ungeahnte Automatisierungen realisiert werden. Er sagte daneben voraus, dass es künftig für jedes physische Objekt auch einen „virtuellen Zwilling“ geben wird. So kann zum Beispiel eine wertvolle Uhr von der Herstellung bis zum Verkauf und der Weitergabe immer virtuell verfolgt werden. 
Insulin aus China, welches im Container immer gewissen Voraussetzungen unterworfen sein muss, kann mit Sensoren immer durchgängig und optimal überwacht werden. Ist die Ware verdorben, kann beispielsweise automatisch der Container gestoppt, die Versicherungsleistung und eine Folgebestellung ausgelöst werden, sodass das dringend benötigte Medikament nicht erst am Bestimmungshafen als unbrauchbar deklariert werden muss. 
Dies impliziert aber, dass entsprechende Aktionen nicht erst bei Eintritt des Schadens diskutiert werden können, sondern bereits bei Abschluss des Vertrages festgelegt werden müssen.

Nach diesen ersten Deep-Dives bot Christoph Pfluger, Journalist und Herausgeber der Zeitschrift „Zeitpunkt“ eine erfrischende aber auch nachdenklich stimmende Abwechslung. 
Frei  nach der These, dass Banken durch Kreditvergabe „aus dem Nichts“ Geld generieren können. Nachdenklich wurde man dabei, da das Geld, welches der Kreditnehmer erhält, auch nur eine Zahl auf einem Stück Papier darstellt, wie man auch bei digitaler Währung das Geld nicht mehr anfassen kann. 

Nach einer weiteren Kaffeepause ging es in den Endspurt zu Schnittstellen zwischen Technologie und Finanzen und Regulierungsaspekten. 
Zuerst veranschaulichte Dr. Luka Müller sehr gut, wie beispielsweise das Handling von Aktien blockchain-gestützt vollautomatisiert ablaufen kann. Dabei stellt ein Token ein digitales Eigentum dar. 

Martin Godel beleuchtete anschliessend, welche Regulierungen es braucht und wo die Schweiz als Finanzplatz steht. Ausschlaggebend ist dabei nicht die Anzahl der Fintechs, sondern die Rahmenbedingungen, wie attraktiv der Markt für Fintechs ist. In einer kürzlichen Studie steht die Schweiz nämlich auf Platz 5, neu sogar auf Platz 2. Beleuchtet man aber die Situation für geldbewegende Startups, so fällt die Schweiz gar auf einen der letzten Plätze zurück! Warum ist das so? Bei den meisten Konstellationen ist bald eine Banklizenz fällig, die zu beantragen Zeit und wertvolles Startkapital bindet. Es zeigt sich aber ein Licht am Horizont. Durch eine aktuelle Eingabe sollen hier die rechtlichen Rahmenbedingungen für Startups entscheidend geändert werden. Kommen die Änderungen durch, könnte sich die Schweiz gar auf Platz 1 befördern. Umso wichtiger ist es, dass diese Vorlage vorangetrieben wird, deren Vernehmlassung bis Mai und gewisse Prüfungen bis Ende 2017 auf der Agenda stehen. 

Die Podiumsdiskussion fasste die erfahrenen Punkte zusammen und zeigte auf, dass die Regulierung in der Schweiz bereits auf einem guten Weg ist. Beispielsweise im Bereich Blockchain haben sich die Regulatoren umfassendes Knowhow aufgebaut - unabdingbar, um vernünftige Regularien zu erlassen und dem Finanzplatz nicht im Weg zu stehen. 
Dennoch geht es noch besser. Wünschenswert wäre, dass das Parlament in der Umsetzung schneller wäre, Abbau bürokratischer Hürden - immer im Vergleich zu anderen Ländern - vorangetrieben würde und auch die Steuersituation sich auf die neuen Unternehmen und Geschäftsmodelle einstellen würde. 
Bei Mikropayments sollten so beispielsweise Limiten erlassen werden, unter denen die Besteuerung erleichtert würde. Eine zweite Schwelle wird für digitale Identifikation gefordert, sodass entsprechende Geschäfte leichter zustande kommen. Auch neue Regeln bezüglich der Cloud werden notwendig. Die heutigen entsprechen nicht mehr die Realität und vieles muss in einer Grauzone gehandhabt und individuell interpretiert werden. 

Es ist nicht vielmehr die Quantität der Regulierung die zählt, sondern die Qualität, sodass alle Akteure die Anforderungen klar und deutlich verstehen. Hier hat die Schweiz bereits einen guten Ruf. 

Es kamen auch Aspekte auf wie: „Alles kann gehackt werden, auch eine eID.“ Hierbei wurde ausgeführt, dass aber auch eine händische Unterschrift und ein Ausweispapier jederzeit sehr schnell kopiert und somit missbraucht werden kann. 
Zum Schluss ging noch ein Aufruf an die Banken, dass eine elektronische Identität, wenn sie dann mal umgesetzt ist, auch von Banken akzeptiert und eingesetzt wird. 

Fazit der Podiumsdiskussion: Das Thema ist komplex, aber die Schweiz ist bereits auf einem gutem Weg und wir dürfen gerade jetzt nicht nachlassen. Dann stehen wir in fünf Jahren gut da und die Schweiz kann sich international weiterhin als ein gefragter Knowhow- und Finanzplatz behaupten. 

So kann dieser Tag nur als spannend und gelungen bezeichnet werden. Wir werden sicher das nächste Jahr im März wieder für Sie vor Ort sein, wenn die Hochschule Luzern zu spannenden Themen lädt. 

Für Sie gebloggt hat Frank Rebmann von PPI Schweiz



Frank ist Senior Consultant bei PPI Schweiz und nebst seiner Affinität zu Mobile Payment begeistert er sich für den Meldungsaustausch im Zahlungsverkehr auf der Seite Kunde-Bank, insbesondere aber im Interbankbereich.




#DigitalFinance, #eID, #PSD2, #MobilePayment, #TWINT, #FinTech, #Blockchain, #PPIonTour

Offlinebanking am April - #aprilfoolsday

AprilApril
Dass wir Blogautoren von digital-finance-experts.ch nicht völlig humorlos sind, das wissen insbesondere die Leser, die uns persönlich kennen. 

Wir haben uns am letzten Freitag Nachmittag nach langwierigen aber niemals langweiligen Fachsimpeleien über Banken und Digitalisierung kurzfristig dazu entschlossen, unsere Leser in den April zu schicken. Inspiriert durch traumhaftes Frühlingswetter erfanden wir kurzerhand die Banc' Analoga in Lugano und das zugehörige Szenario des analogen Banking als "neues" Geschäftsmodell.

Im Verlauf der Fertigstellung des Blogartikels fanden wir die Idee des Offlinebankings gar nicht mehr so abwegig! Trotzdem sei an dieser Stelle versprochen, dass wir nachwievor grosse Fans der Digitalisierung im Finanzsektor sind und wir uns ab sofort wieder den digitalen Themen widmen. 
Also nehmen Sie bitte unseren Ersten-April-Blog nicht allzu ernst - es handelt sich ganz offiziell um einen Aprilscherz!

Wir hoffen, Sie damit gut unterhalten zu haben und wünschen Ihnen weiterhin viel Vergnügen beim Lesen unseres Blogs.

Ihr Blog-Team von PPI Schweiz

#aprilfoolsday, #DigitalFinanceExperts #analog #offlinebanking

Erste Analogbank der Welt startet in Lugano

#aprilfoolsday, aprilapril, digitalfinanceexpertsVergangene Woche eröffnete in Lugano an der Via Pretorio die erste Analogbank der Welt ihre Tore. Die Banc’ Analoga bezieht gemäss CEO Tomaso Marsalla ganz klar eine Gegenposition zu der vorherrschenden Digitalisierungswut im Finanzsektor, die fast ausschliesslich auf dem Rücken der Kunden ausgetragen wird.

„Gerade die sehr wohlhabende Kundschaft sieht für sich kaum Vorteile in der Digitalisierung. Die Neuerungen bringen in den Augen vieler Kunden mehr Komplexität und Unsicherheit mit sich, während der qualitativ hochstehenden Service, sowie der persönliche Kontakt zwischen Kunden und Bankangestellten vermisst wird“, so Marsalla. Für mehr Persönlichkeit sind die Kunden auch bereit, mehr Geld zu bezahlen und genau dort liegt der Business Case.


Marsalla, der vorher als Kundenberater bei einer Grossbank tätig war, hat das Problem erkannt. Er wurde des öfteren von seinen Kunden auf das Problem der hohen Fluktuation bei den Kundenberatern und der aggressiven Crossselling-Programme angesprochen. Vor zwei Jahren hat er für sich entschieden hier einen Cut zu ziehen und komplett neu zu beginnen. „Mit der Banc’ Analoga ist für mich ein langjähriger Traum in Erfüllung gegangen“, sagt der frisch gebackene CEO. Eine Bank die endlich wieder auf die Wünsche der Kunden hört, anstelle ihnen vorzuschreiben, wie die neuen Trends aussehen sollten.

Der Erfolg gibt ihm Recht, die Anfragen treffen laufend ein. Interessanterweise meldet sich auch der eine oder andere VIP. Gerade für Personen des öffentlichen Lebens ist es ein Gewinn, wenn ihre privatesten Vermögensinformationen nicht digitalisiert auf irgendeinem Server liegen, den sie nicht kennen.

Die Banc’ Analoga startet nun erstmal mit einer kleinen Filiale und 22 Wealth-Management-Kunden. Der Vorteil dieses Business-Modells ist es natürlich, dass die Bank kaum Infrastruktur für ihre Kundschaft bereitstellen muss. Keine millionenteuren IT-Projekte, keine Karten, kein Zahlungsverkehr. Marsalla interessiert lediglich geparktes Geld, das arbeitet.

Die Eröffnung fand vergangene Woche denn auch anonym, als fiktiver Firmenanlass deklariert, in einem nahegelegenen Restaurant statt. Marsalla besteht jedoch darauf, dass es sich hier nicht um eine neue Form der Verwaltung von Schwarzgeld handelt. Er müsse genau die gleichen Deklarationsrichtlinien wie jede andere Bank in der Schweiz einhalten, sonst hätte er auch die Lizenz von der Finanzaufsicht gar nicht erhalten.

Wir von PPI Schweiz verfolgen die Entwicklung der Banc’ Analoga mit grossem Interesse. Und wir stellen die Frage, ob bei der vorherrschenden Digitalisierung tatsächlich gerade die wohlhabenden Kunden mit ihren Bedürfnissen auf der Strecke bleiben oder ob der Markt eine Form findet, die für beide Seiten einen Mehrwert bringt. Ganz unabhängig vom Zahlungsverkehr und den Retail-Bedürfnissen. Der Standort, nahe der italienischen Grenze, macht die Bank auch für EU-Bürger attraktiv, und die grosse Nachfrage lässt Überlegungen zu, ob Marsalla mit seiner analogen Bank eine Trendwende zur Digitalisierung in der Schweiz anstossen kann.


Interessierten Kunden bietet die Bank eine direkte, persönliche Kontaktaufnahme per Briefpost an. Aus Gründen der Diskretion verweigern sich die Berater der Banc’ Analoga den mittlerweile populären Medien wie Internet, E-Mail und sogar dem Telefon. So können sie sich aufs Kerngeschäft fokussieren.


Für Sie umgehört hat sich das Blog Team der PPI Schweiz


#analogeBank #Banc'Analoga #DigitalwasYesterday #backtotheroots #ViaPretorio

Die Schweizerische Fintech-Veranstaltung Finance 2.0 kommt ins fünfte Jahr

Am 14. März traf sich die Schweizerische Fintech-Szene im Zürcher Schiffbau, die der ehemaligen Kesselschmiede der Escher Wyss AG in Zürich-West. Hinter der Veranstaltung, bekannt unter dem Namen Finance 2.0 steht das Medienhaus financialmedia AG. Das Medienhaus ist unter anderem bekannt für die Herausgabe des Wirtschaftsmagazins PUNKT. 

An der diesjährigen Veranstaltung wurden Themen wie Künstliche Intelligenz (AI), mögliche Effekte der überarbeiteten EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2, das neue Twint, und das Bedürfnis nach einer akkreditierten elektronischen Identifikation (eID) behandelt.

Es wird derzeit viel von Künstlicher Intelligenz gesprochen und geschrieben. Doch selten unterscheidet man zwischen einem ausgeklügelten Algorithmus, beziehungsweise Deep-Learning, und wirklicher Intelligenz. Jedenfalls beinhalten beide Ausführungen viel Marktpotenzial. Pascal Kaufmann, Unternehmer und Neurowissenschaftler, überzeugte die Besucher, dass diese Formen von Robotik unseren Alltag in absehbarer Zeit signifikant beeinflussen werden.

Dass die Digitalisierung auch den Banken- und Versicherungssektor tangiert, ist mittlerweile bekannt.  In Kombination mit der Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 bedeutet dies die Öffnung der Bank-Kunde-Schnittstellen für Drittanbieter. Davon ist Thomas Ruck von Accenture überzeugt. Er ist auch der Ansicht, dass sich Banken dieser Herausforderung offensiver stellen sollten.
In Punkto swiss-made Mobile Payment scheint eine Harmonisierung gelungen zu sein. Thierry Kneissler, CEO von Twint, und Andreas Kubli, von UBS, zeigten eine exklusive Vorschau vom neuen mobilen Zahlungsmittel. Weiter kündigte Kneissler sechs Banken an, welche noch im ersten Halbjahr 2017 die Twint-App customized lancieren werden: UBS, Credit Suisse, Raiffeisen, PostFinance sowie die Kantonalbanken von Zürich und Waadt. Weitere 32 Banken befinden sich in der Pipeline, um eine App oder Bezahlfunktionen anzubieten. Eine eigenständige Twint-App wird es auch in Zukunft geben. Auch Coop und andere grosse Detailhändler sind an Bord. Sogar ein oranges M war in Thierry Kneisslers Präsentation zu sehen. Die Erneuerung der rund 12'500 Kassensysteme der Migros, zusammen mit dem Lieferanten 4POS, könnte jedoch zu Verzögerungen bei einer möglichen Einführung führen.

Die digitale elektronische Identität ist ein zwingendes Element für ein durchgängiges digitales Ökosystem. Obschon diesbezüglich in der Schweiz mehrere Projekte im Gange sind, hat es letztlich nur Platz für einen gemeinsamen nationalen Standard. Innopay illustrierte verschiedene Lösungen anhand ausländischer Beispiele.  Anschliessend erörterten Andreas Kubli (UBS), Peter Gassmann (AdNovum), Vincent Jansen (Innopay) und Urs Fischer (SwissSign) während einer Podiumsdiskussion mögliche Rollen der Banken.  
Credit Suisse und UBS beabsichtigen ihre digitalen Bankdienstleistungen zu vereinfachen.  Gemeinsam mit Swisscom bestreben sie einen elektronischen Identitätsnachweis für die Schweiz zu entwickeln. Von staatlicher Seite arbeiten auch Schweizerische Post und SBB an einer elektronischen ID.  Diese Konstellation erinnert an den Start von Paymit, Tapit und Twint: Viele Player im kleinen Schweizer Markt mit gekapselten Systemen.

Die Swiss Post Solutions Tochter SwissSign startet nicht bei null. Die SuisseID ist seit gut sechs Jahren auf dem Mark, hat sich aber nur mässig etabliert. Banken könnten für die geplante "eID" auf bestehenden Authentifizierungslösungen für das E-Banking aufbauen. Andreas Kubli vertritt den Standpunkt, dass sich eine generelle Identitätsanwendung für einige 10 Millionen Franken realisieren liesse. Das Umsatzpotenzial solle 50 Millionen Franken betragen. Somit sollte eine Kapitalrentabilität gegeben sein. Um unnötige Investitionen in vergleichbare Technologien zu vermeiden, müssten die Marktbegleiter kooperieren.  Während der Podiumsdiskussion herrschte zwischen den vermeintlichen Wettbewerbern bemerkenswerte Konkordanz. Urs Fischer bemerkte, dass es eine einheitliche Schweizer Lösung geben sollte. Andreas Kubli würde gerne ein zweites Paymit / Twint vermeiden, um Ressourcen zu sparen. Beide Parteien sind auch der Ansicht, dass die echte Herausforderung für eine erfolgreiche Markteinführung im Anbieten von wertvollen Geschäftsanwendungen für Bürger, Unternehmen und Behörden liegt. Diese Herausforderung sei gross genug, unterstreicht Vincent Jansen. In den Niederlanden, seinem Heimatmarkt, konkurrenzieren sich aktuell vier digitale ID Anbieter um einen Markt von 17 Millionen Bürgern.

An der ausverkauften Veranstaltung waren knapp 430 Gäste anwesend. Dies lässt sich so deuten, dass die Schweizerische Finanzwirtschaft dem Thema Digitalisierung durchaus Beachtung schenkt. Am Rande erwähnte Rino Borini, Verleger von PUNKT und Mitveranstalter, dass sogar sechs Eintrittskarten mit Bitcoins erworben wurden. Es wäre interessant zu wissen, ob es sich bei den Käufern um Banker handelt…


PPI Schweiz
Alberto De Gruttola ist Experte in Themen wie Digitalisierung von Geschäftsmodellen, Digitaler Zahlungsverkehr und Digitales Dokumentenmanagement. Er verfügt über ein technisches sowie betriebswirtschaftliches Studium. Sein Focus liegt in der Aufgliederung von Unternehmensanforderungen und der Projektleitung. Im Digitalen Zahlungsverkehr ist er besonders in den Bereichen E-Wallet und Card Not Present spezialisiert.


Sein Credo heisst: „Digitalisierung ist kein Endzustand, sondern ein beständiges Bestreben nach maximalem Erfolg, mittels Arbeitsprozessen und Informationstechnologien.“


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