Posts mit dem Label FinTech werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label FinTech werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

„Wissen ist das Einzige was sich verdoppelt, wenn man es teilt“

Was haben die Buzz-Wörter Blockchain, Ökosystem, Crowdfunding, Crypto-Currency und Robo-Advisory gemeinsam? Sie alle werden immer wieder in Verbindung mit der FinTech und Startup Szene gebracht und gehören zum guten Ton bei jeder Veranstaltung. Um den Begriff FinTech hat sich vor allem in den letzten Jahren ein wahrer Hype entwickelt. Nicht nur im Silicon Valley oder in Singapur spriessen FinTech Unternehmungen aus dem Boden, auch die Schweiz ist in einem echten FinTech-Fieber. Die Startup Map von Swisscom und e-foresight umfasst im Oktober 297 verschiedene Startups innerhalb der Schweiz. Swissquote spricht davon, dass sich bereits 10% aller europäischen FinTech Unternehmen in der Schweiz befinden, von denen 46% allein in Zürich ansässig sind. Die Tätigkeitsfelder reichen vom Asset Management über Crowdfounding bis hin zu Payments und Insurance. 30% von allen Schweizer FinTechs bieten dabei finanzorientierte Leistung an. Es wundert daher auch nicht, dass FinTechs immer wieder als Gefahr für das traditionelle Bankengeschäft und damit die Banken definiert werden. Doch schaut man auf das berühmte Ökosystem, braucht es FinTechs genauso wie Banken.


Der Swiss FinTech Day am 16 Oktober im UBS Grünenhof hat gezeigt, wie FinTechs und Banken voneinander profitieren und in einer Co-Creation gemeinsam Erfolge erzielen können. Das Flagship Event, welches durch die Swiss Finance Startups Vereinigung organisiert wurde, präsentiert sich modern und frisch und prägt selbst in der Agenda die Koexistenz von Banken und FinTechs. Zwischen verschiedenen Vorträgen und Panels zu Themen wie eID, Corporate API und Cyber Sicherheit, präsentieren Startups in mehreren Pitch-Runden immer wieder ihre Geschäftsideen. Revolutionär und ganz neu in der Schweiz ist die Messe am Nachmittag. Neben parallellaufenden Vorträgen auf der Hauptbühne haben die Gäste die Möglichkeit in der Exhibition Area mit über 45 FinTech Ausstellern in Kontakt zu treten. Ein gelungener Anlass der ohne das „Ökosystem“ nicht möglich gewesen sei, wie Christina Kehl (Co-Founder vom Swiss Finance Startups) in ihrer Eröffnungsrede betont.

Doch was bleibt von der ersten FinTech Messe in der Schweiz?

Der Swiss FinTech Day ist nicht einfach noch eine FinTech Veranstaltung unter vielen. Er hat gezeigt, dass das Thema FinTech mehr als nur ein Hype zu verstehen ist. Hinter dem Begriff verbergen sich Ideen und Wünsche, konkrete Chancen und Möglichkeiten sowie Firmen und Charaktere, die die Finanzbranche und die Schweiz bewegen und langfristig verändern werden. Worauf man sich jetzt konzentrieren möchte, sei jedem selbst überlassen – zu vielseitig ist das Themenfeld auf das wir hier blicken – als dass man alles im Blick behält. Ich möchte daher auf drei Aussagen etwas näher eingehen, die für mich von Bedeutung waren.

"Jeder sollte eine SwissID eröffnen, weil dies die Zukunft ist " | (Markus Naef SwissSign)

Estland und Holland haben es vorgemacht und die Schweiz zieht nach und versucht nun mit der SwissID im zweiten Anlauf eine einheitliche eID zu etablieren. Doch geht das Rezept von SwissSign auf? Ist die Plattformlösung zielführend oder wäre eine Schema-Lösung wie in Holland besser geeignet? Wie können sowohl Händler als auch Nutzer überzeugt werden, sich der SwissID anzuschliessen? Wie steht es mit der Interoperabilität für die verschiedenen nationalen und weiterführend internationalen Institutionen? Ist das Vertrauen gross genug und natürlich wie stark lassen sich die eigenen Daten kontrollieren? Diese und weitere Fragen stehen im Raum und es fällt schwer klare Antworten zu geben.



Fakt ist: das Thema und SwissSign nimmt an Bedeutung zu. Markus Naef spricht von 100 Anwendungen in 2019 für die SwissID. Das beginnt beim Kauf des Computerspiels und endet mit der Signatur für die Steuererklärung. Sowohl am Digital Switzerland Day im Hauptbahnhof am 25.10, als auch später am Nachmittag beim Top Event von PPI Schweiz wird das Thema eID eine wichtige Rolle spielen. Melden Sie sich jetzt noch schnell an.



„Die Schweiz braucht ein Open API Standard“ | (Dejan Juric, SIX Group)


Nichts müssen aber alles dürfen. Das ist der Grundtenor in Bezug auf das Thema Open API. Anders als in der EU sind die Schweizer Banken nicht dazu verpflichtet eine Schnittstelle an Drittanbieter (sogenannte TTPs) anzubieten und doch liegt genau dort das Potential. Denn vor allem sind Startups, wie Christina Kehl betont, die Keimzelle für technische Innovation. Open API ist mehr als nur das technische Bindeglied zwischen Bank und FinTech, gemäss Patrick Hunger, CEO Saxo Bank, kurbelt die Öffnung der Kanäle den Wettbewerb an. Nur so kann eine Entwicklung stattfinden. Es sei in der Schweiz fast schon zwingend notwendig, dass alle Banken eine API anbieten und bestenfalls nach einem und demselben Standard, denn wenn es die Schweiz nicht schafft eine API zu entwickeln, dann macht es am Ende jemand anderes. Auch Dejan Juric von SIX Group ist dieser Meinung und betont, dass es ein Open API Standard braucht und daher auch die Common und Corporate API Initiativen miteinander harmonisieren müssen und werden. Mehr zu dem Thema Open API hatten wir vor einigen Wochen bereits bei uns im Digital Finance Experts Blog.

"Digitalisierung als Gamechanger" (Manuel Nappo, HWZ)

Manuel Nappo bringt in seiner KeyNote „Be more Alfred – die Schweiz hatte ihren Elon Musk bereits vor 150 Jahren“ wohl den wichtigsten Erfolgsfaktor in Bezug auf FinTechs und Startups zur Sprache. Die Rede ist vom Mindset – von der generellen Grundhaltung gegenüber Veränderungen – vom Mut zu sagen „YES, why not!“ anstatt „YES, BUT…“. Er sieht die Digitalisierung als Gamechanger an, die etwas was vorher knapp war, verfügbar macht, auch wenn das manchmal etwas Geduld braucht. Denn obgleich wir in einer sehr schnelllebigen Zeit sind, braucht eine solche Veränderung natürlich Zeit. Wer würde schon seiner 7-jährigen Tochter vorwerfen, dass sie den Witz oder den Sachverhalt nicht versteht? Siri ist auch nicht viel älter, aber es gilt abzuwarten was passiert, wenn Siri nach der Matura in 10 Jahren zur Uni kommt. Es sind Gedanken die richtig und wichtig sind, wenn man über Change und Digitalisierung spricht – auch wenn dabei der kleine Faktor Geld eher etwas zu kurz kommt... aber da wären wir schon wieder beim „BUT“.

Es wäre falsch, die Startup- und Fintech-Szene zu belächeln und gewisse Geschäftsideen als Spinnerei abzutun oder ihnen nachzusagen, dass diese Anwendungen niemand braucht. Protektion des alten Systems ist hier fehl am Platz. Und wer von uns was wann braucht, das entscheidet alleine der Markt und somit wir Konsumenten. Hätten Sie vor zehn Jahren vielleicht gedacht, dass ein Grossteil der Erdbewohner gerne Fotos mit der Weltgemeinschaft teilt (vgl. Instagram)? Oder dass ein digitaler Taxidienst bald für ca. 120 Milliarden Dollar an die Börse geht (vgl. Uber)? Solche Beispiele zeigen, dass es sinnvoll ist, wenn die Schweiz weiter an der Standortattraktivität für Startups und Fintechs arbeitet und die hiesigen Banken darin Chancen sehen und weiter mit den verschiedenen StartUps zusammenarbeiten.  Denn Wissen ist eben das einzige was sich verdoppelt, wenn man es teilt.

Dieser Blog wurde von Florian Stade gepostet.

#FINTECH #THESWISSWAY #CorporateAPI #eID #PPIonTour #OpenBanking #DigitalIdentity

Emotionale Attraktivität als eines der Schlüsselelemente für Kundenbindung?

Es wird Tag, es wird Nacht und nach einiger Zeit müssen auch die Junggebliebenen unweigerlich feststellen, dass man selbst und das Umfeld sich verändert haben.  Man ist älter geworden und die, die eigentlich mal ganz klein waren, stehen auf einmal mitten im Leben. Dies gilt sowohl im Privaten wie auch in der Arbeitswelt. Doch sind die „neuen Grossen“ anders als wir. Mit anderen Herangehensweisen, mit anderen Denkweisen und mit anderen Ansprüchen. Mit Blick auf den Finanzmarkt bedeutet das, dass eine neue Generation an Kundschaft angekommen ist - die Generation Z.

Die Generation Z
Die Generation Z beschreibt grob gesagt die Altersgruppe der (je nach Auslegung) ab 1995 bzw. 2000 Geborenen und stellt somit die 2. Generation der „Digital Natives“ dar. Was für die Generation X noch Atomphysik gleicht und für die Generation Y immer noch eine Art Paralleluniversum ist, ist für die Generation Z schon immer da gewesen. Sie sind die, die im Web 2.0 und damit in einer von ihnen mit Handy und Tablet gesteuerten digitalen Welt der Wischtechnik leben und aufgewachsen sind. Durch permanente Verfügbarkeit kann und wird Wissen selektiv, schnell und ohne grosse Hürden aufgebaut. In den Momenten, in denen man früher ins Lexikon schaute oder sogar den Weg in die Bücherei wagte,  helfen heute Siri und Alexa. Räumlich und zeitlich fixe Strukturen sowie ein festgelegtes Leben bieten keine Option mehr. Angetrieben durch das Verlangen immer noch ein bisschen besser zu werden und etwas zu bewegen, steht die Generation Z im Gegensatz zu dessen, was die Bankenwelt früher und auch heute meist noch darstellt.

Bank früher – Bank heute
Eine Bank war früher eine Institution. Eine Entscheidung für‘s Leben, die meistens ebenfalls auf die Kinder übertragen wurden. Die Entscheidung welcher Bank man sein Geld anvertrauen wollte, war geprägt durch Faktoren wie Nähe, Qualität, persönlichen Kontakten und Sympathie. Das Geschäft war einfach, ohne allzu viel Veränderung und Vielfalt und vor allem, es war ein „Bring Geschäft“. Wertvorstellungen, die gefühlt noch heute in den Köpfen einiger Banker und damit auch in einigen Banken vorherrschen. 

Dass dies jedoch so nicht mehr dem heutigen Bankgeschäft entspricht, lässt sich nicht abstreiten. Regulatorik, Digitalisierung, Marktöffnung und Innovation beschäftigen die Bankenwelt mehr denn je. Der späte Einstieg und die verspätete Einsicht führten bei vielen Banken dazu, dem heutigen „Standard“ immer einen Schritt hinterher zu sein. 
Trends werden heutzutage meist nicht durch Banken, sondern durch andere Player auf dem Markt gesetzt. 

Hinzu kommt, dass für viele die Modernisierung einer Bank mit der Digitalisierung und Einführung einiger Innovationen bereits umfassend abgedeckt zu sein scheint. In Zeiten, in denen jedoch FinTechs innovative und globale Finanzprodukte wie am Fliessband produzieren und eine komplette Bankbeziehung binnen Minuten gewechselt werden kann, braucht es mehr, um jüngere und zukünftige Generationen zu begeistern und zu halten. 


Emotionale Attraktivität als eines der Schlüsselelemente für Kundenbindung?
Wie schafft man es nun das für die Generation Z als steif und eingestaubt empfundene Image umzuwandeln? Ein einfaches Aufpolieren oder Digitalisieren ist wenig bedürfnisbefriedigend. Vielmehr müssen die Kernanforderungen und Ansprüche der Generation aufgenommen und umgesetzt werden.

Ein Ansatzpunkt dürfte hierbei beispielsweise unter dem Stichwort „Gamification“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Gamification) zu finden sein. Der Motivations- und Emotionsaspekt ist in der Gamification zentral und bietet gerade auch im Banking oder allgemein im Finanzbereich viele Möglichkeiten. Getreu dem Motto „alles ist ein Spiel“ gibt es bereits heute verschiedene Anwendungen, in denen z.B. die Vermögensplanung wie ein Videospiel aufgebaut ist. So lassen sich beispielsweise Aktienportfolios wie Fussballmannschaften gegeneinander antreten und Star-Investoren wie Warren Buffett in das eigene Team wählen.

Was auf den ersten Blick vielleicht etwas unseriös klingt, wird heute jedoch von diversen FinTechs erfolgreich eingesetzt. Simple Anreize können bereits über Zieldefinitionen, Fortschrittsbalken, (anonyme oder fiktive) Highscores / Ranglisten oder auch Belohnungssysteme (z.B. für Zielerreichung oder aber auch Beratungen oder Filialbesuche) generiert werden. Der Vorteil: Durch den spielerischen Zugang werden bei Kunden Emotionen geweckt und die Konsequenzen des eigenen Handelns können sichtbar gemacht werden. 

Gamification ist in diesem Sinne keine Spielerei, sondern längst ein fester Bestandteil in der Gestaltung von Online-Angeboten und - Auftritten. Für Banken bietet sich so die Möglichkeit, gerade die jungen Kundengruppen über emotionale Anreize besser an sich zu binden und auf spielerischem Weg finanzielles Knowhow zu vermitteln. 

Dennoch ist dies nicht als alleinige Lösung zu sehen, sondern vielmehr als mögliches Bindeglied zwischen den Grundbedürfnissen dieser Generation: Globalität, Vernetzung, Einfachheit, Schnelligkeit, Flexibilität und ganz besonders Wertschätzung und Sinnstiftung.
Die Kunst liegt darin, diese Bedürfnisse abzudecken und mit Motivation und emotionaler Attraktivität zu einem zukunftsfähigen Angebot zu verschmelzen.

Um den Zeitgeist zu treffen ist es jedoch elementar, dass nicht nur die digitalen Angebote und Produkte Beachtung finden, sondern auch wie man sich physisch und vor Ort verkauft. Die Zeiten sind vorbei, in denen pompöse Bauten und ein adretter Anzug mit Krawatte das Sinnbild für Kompetenz darstellten. Es braucht neue Wege, neue Konzepte und vielleicht auch bislang nicht vorstellbare Herangehensweisen, um die zu gewinnen, die wissen, dass IHNEN die Zukunft gehört. Der Weg dahin wird unweigerlich dahin gehen, junge Leute mit einzubeziehen und deren (wenn auch) unkonventionellen Konzepten offen gegenüberzustehen. Denn wer weiss besser über die Bedürfnisse, Denkweisen und Ansprüche einer Generation Bescheid, als jemand, der dieser angehört.


Dieser Blog wurde von David Lehr verfasst

#GenerationZ #Millennial #DigitalNative #Gamification #FinTech

Warum man sich als Experte im Zahlungsverkehr mit Ripple beschäftigen sollte


In diesem Blog wurde schon verschiedentlich grosse Skepsis gegenüber Blockchain-Lösungen im Zahlungsverkehr geäussert. Vor dem Hintergrund der aktuellen "Instant Payment"-Initiativen in Europa und weltweit, welche auf den klassischen Clearing- und Settlement-Systemen basieren, scheint ein auf Blockchain basierendes Zahlungsverkehrssystem aktuell nicht wirklich eine valable Alternative darzustellen (zu langsam, zu unsicher, fehlende Regulierung, mangelndes Vertrauen in Anbieter, sehr hohe Volatilität der eingesetzten Kryptowährungen etc.).

Was ist also nun anders im Fall von Ripple, respektive warum könnte Ripple tatsächlich für gewisse Anwendungsfälle eine seriöse Alternative zu den bestehenden Zahlungsverkehrsangeboten darstellen? Das offensichtlichste Unterscheidungsmerkmal gegenüber Bitcoin und Co. ist die Zusammenarbeit mit etablierten Finanzinstituten (z.B. UniCredit, Santander und Crédit Agricole), welche die Funktion des vertrauenswürdigen Gateways zwischen den Währungen wahrnehmen. Für die Schweiz wird die Grossbank UBS als Partner aufgeführt. Betrachten wir zunächst das Konstrukt Ripple als solches.

Zunächst einmal ist Ripple – XRP – eine Kryptowährung, vergleichbar mit Bitcoin, Ethereum oder Lifecoin, welche mit der für Kryptowährungen typischen hohen Volatilität im Markt gehandelt wird (aktueller Kurs ist z.B. ersichtlich auf https://www.coingecko.com/de). Daneben positioniert sich Ripple dank der Zusammenarbeit mit traditionellen Banken als verteiltes Peer-to-Peer-Zahlungsverfahren. Im Visier von Ripple sind die Angebote im internationalen grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr. Einem Bereich, wo Banken heute noch relativ gutes Geld verdienen.

Hinter Ripple steht auch kein typisches Open-Source Projekt, sondern die Firma Ripple Labs, Inc (www.ripple.com, ehemals Opencoin), welche das Ripple-Protokoll entwickelt. Sie wird von mehreren Investoren getragen, darunter Accenture, Andreessen Horowitz oder Google Ventures. Bei Ripple entfällt auch das typische Mining, da bereits alle XRP "premined" sind. Alle XRP-Coins sind bereits emittiert. Insgesamt wurden 100 Milliarden XRP erschaffen. Der Ertrag von Ripple besteht allein aus der erhofften Wertsteigerung der einbehaltenen XRP.

Das aus unserer Sicht interessanteste Ripple-Produkt heisst "xCurrent". Basierend auf dem sog. " Interledger Protocol" (ILP), ein (Open-Source-)Protokoll, welches das Senden von Transaktionen über verschiedene Blockchains erlaubt, betreibt Ripple unter der Marke " RippleNet" ein Netzwerk für den Austausch von Geldbeträgen unter "RippleNet"-Partner-Banken. Vereinfacht gesagt tauscht z.B. eine Bank in Europa den zu überweisenden Euro-Betrag in XRP, sendet diesen nach Amerika, wo er wiederum von XRP in Dollar umgetauscht wird. Da die ganze Transaktion nicht länger als ein paar Sekunden geht, wird das Währungsrisiko weitestgehend eliminiert.

Die eingangs erwähnte Frage nach der Compliance versucht Ripple mit einem vom "RippleNet" Advisory Board entwickelten Rulebook zu lösen. Das Rulebook gibt dabei den operativen und rechtlichen Rahmen vor. "RippleNet"-Partner verpflichten sich bei Eintritt ins Netzwerk zur Einhaltung der im Rulebook definierten Regeln. Zusammenfassend attestieren wir von PPI der Technologie (nicht der Coin XRP an sich) hinter Ripple grosses Potential, sich als "Bitcoin der Banken" im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr für Kleinbetragszahlungen als eine mögliche Alternative zu etablieren. Die Gebühren in diesem Geschäft werden mit Lösungen wie Ripple weiter unter Druck geraten. Wohl der Hauptgrund, warum Banken selbst sich aktuell so intensiv mit Ripple beschäftigen.

Dieser Blog wurde von Carsten Miehling gepostet

#Ripple #RippleNet #XRP #Blockchain #Crypto

Optimierungspotenzial im Rechnungsstellungsprozess

Die Digitalisierung in der Finanzindustrie schreitet voran. Dies zeigt auch ein Blick auf die Swisscom Fintech Map, welche derzeit alleine in der Schweiz 270 Startups im Finanzbereich zählt. Wie es der Name schon vermuten lässt, treten viele dieser Fintechs im Markt als Konkurrenten der Banken und Versicherungen auf. Einige mit völlig neuen, zuvor noch nicht gesehenen Geschäftsmodellen, andere mit Offerings, die jenen der Banken zumindest sehr ähnlich, allerdings modern verpackt sind.

Eine Bank muss sich und das eigene Geschäftsmodell also stets hinterfragen und die Strategie entsprechend ausrichten. Schliesslich knabbern nicht nur die neuen Fintechs an den Margen, sondern natürlich auch die etablierte Konkurrenz, die genauso wie das eigene Institut wachsen will. In einem Verdrängungsmarkt wie der Finanzindustrie führt dies zwangsläufig zu tendenziell sinkenden Einnahmen.

Dass die Digitalisierung mit ihren Optimierungspotenzialen auch für Banken der Weg der Zukunft ist, hat man längst erkannt. Die Umsetzung dieser Digitalisierungsstrategie gestaltet sich dann aber bei jedem Finanzinstitut unterschiedlich. Während sich viele Institute mit der Automatisierung ihrer Prozesse beschäftigen, ist eine andere Möglichkeit sich deren allenfalls gar zu entledigen. So verkündete beispielsweise jüngst die Commerzbank, dass sie inskünftig den Zahlungsverkehr an Equens Worldline auslagert. Einen Schritt den auch andere Banken machen könnten, meint Michael Steinbach, CEO von Equens Worldline. Die Institute müssten in den nächsten Jahren viel in den Zahlungsverkehr investieren, da zum einen neue Inititativen wie Instant Payments anstehen und zum anderen die ZV-Infrastruktur der Banken teilweise veraltet sei. Drittanbieter wie Equens Wordline hingegen verfügten über die notwendige moderne Infrastruktur und können mit dem Gewinn von Partnerschaften, wie jene mit der Commerzbank Skaleneffekte nutzen. Die CoBa hingegen sieht den Zahlungsverkehr also nicht mehr als eine Kernkompetenz an, die man den Kunden aus eigener Hand anbieten will.

Wäre aber nicht auch der umgekehrte Weg denkbar? Dass eine Bank ihre Dienstleistungen und damit ihr Geschäftsmodell im Zuge der Digitalisierung erweitert und ihren (Firmen-)Kunden Angebote zur Verfügung stellt, die über die bisher üblichen Zahlungsverkehrsdienstleistungen hinausgehen?

Schliesslich mussten sich die Schweizer Unternehmen in den letzten Jahren im Zuge der Harmonisierung im Zahlungsverkehr mit ihren langjährig etablierten Prozessen befassen und konnten in diesem Zusammenhang idealerweise gleich weitere Optimierungspotenziale identifizieren. Man dürfte also auf offene Ohren stossen. Optimierungspotenziale sehen wir hier zum Beispiel unter anderem im Rechnungsstellungsprozess und dem damit verbundenen Debitorenmanagement. 

Eine Bank könnte sich doch nun überlegen, ob sie mit ihrem Know How aus dem Zahlungsverkehr und der Reportingerstellung ein neues Offering im Bereich der Rechnungsstellung und dem Debitorenmanagement erarbeiten kann. Mit einer effizienten und konstengünstigen Lösung in diesem Bereich könnte man die Partnerschaft zu den eigenen Kunden weiter vertiefen und diesen zusätzlich administrative Aufwände abnehmen.

Aber sehen die Unternehmen überhaupt einen Mehrwert darin einen Teil, oder gar ihren ganzen Rechnungsstellungsprozess und/oder das Debitorenmanagement auszulagern? Und falls ja, wer käme in einem solchen Fall als Partner in Frage?

Helfen Sie uns diese Frage zu beantworten und nehmen Sie sich für unsere Umfrage zu diesem Thema bitte 3-5 Minuten Zeit. Wir würden uns über eine rege Teilnahme freuen! 


Für Sie gebloggt hat Matthias Schöpp


#Digitalisierung #StartUp #FinTechs #Rechnungsstellungsprozess #Reporting #ZVInfrastruktur

Vermeidung von Fehlschlägen bei der FinTech-Innovation dank Experten-Validierung

Nachdem sich nun auch kleinere Finanzinstitute ein FinTech-Labor, eine Innovations-Fabrik oder einen CDO leisten, kann man davon ausgehen, dass auch auf der obersten Bankführungsstufe das Thema Digitalisierung in der Bankenindustrie angekommen ist. Auf einmal werden Budgets von ehemals nicht vorstellbarem Umfang für Produkte der elektronischen Kundenschnittstelle frei geschaufelt, neue Organisationen und Partnerschaften ins Leben gerufen und etablierte Investitionsrechnungen über Bord geworfen. Jeder möchte möglichst schnell Teil des oft zitierten Ökosystems werden.

Neue Investitionsmodelle wie "Venture Capital Approach" oder "Portfolio Funding Approach" sind sehr ”en Vogue”. Selbstverständlich wird aus einer guten Idee sofort ein MVP-Prototyp (Minimum Viable Product) gebaut, um die Business-Idee zu validieren. Nichtsdestotrotz ist es nicht jedem Bankmanager geheuer in seiner neuen Rolle als Venture Capitalist, denn neben den vielen Aufbruchs-Geschichten trüben in letzter Zeit auch erste Negativschlagzeilen über Fehlschläge und eingestellte Projekte (z.B. das gestoppte Blockchain-Projekt der Baloise, welche den Transfer von Daten von Vorsorge-Versicherten revolutionieren wollte) das Aufbruchstimmungsbild.


Aus eigener Erfahrung als Experten im Zahlungsverkehr wissen wir, wie naiv einige Innovationsprojekte in diesem Umfeld angegangen werden. So wird beispielsweise noch häufig die Frage gestellt, warum der Zahlungsverkehr nicht schon lange über die Blockchain abgewickelt wird. Der Transfer eines sog. Assets (z.B. Geld) von A nach B ist doch ein vermeintlich einfach zu lösendes Problem. Darüber hinaus können endlich die Drittparteien und Banken ausgeschaltet werden, die sowieso nur Gebühren für solche Transaktionen erheben. Verpackt man die Idee noch in eine schicke Mobile App (Mobile First!), dann kann einem als FinTech-Innovator fast nichts mehr passieren und die nächste Finanzierungsrunde ist so gut wie gewonnen (warum nicht gleich Initial Coin Offering aufziehen?).


Es soll an dieser Stelle nicht der Verdacht aufkommen, dass der Autor grundsätzlich negativ gegen die Innovationsprojekte in der Finanzindustrie eingestellt ist. Das Gegenteil ist der Fall. Seitdem FinTech-Unternehmen die etablierten Banken herausgefordert haben, hat sich schon einiges zum Besseren entwickelt. Auf der anderen Seite geht es aber auch um den ökonomischen Einsatz von Investitionsmitteln, denn die Hauptaufgabe einer Bank besteht nach wie vor darin Kundengelder zu verwahren, Kredite zu gewähren und generell sinnvolle Finanzdienstleistungen für ihre Kunden anzubieten. Dass dies bei den aktuellen Initiativen immer der Fall ist, kann getrost bezweifelt werden (ein Pepper-Roboter in der Bankschalter-Halle bringt sicherlich etwas Aufmerksamkeit, der Nutzen für mich als Bankkunde hält sich jedoch in engen Grenzen).


Seitens PPI bieten wir seit kurzem eine Experten-Validierung für Projekte mit Bezug zum Zahlungsverkehr an. Vielversprechende Projekte sollen vor der effektiven Implementierung nochmals auf den Prüfstand gestellt werden. Oft fehlt es den Kunden, darunter auch ausgewiesene Produktmanager, am notwendigen Detailwissen und an der Marktübersicht in diesem Spezialgebiet. Denn Zahlungen sind eben nicht nur der Transfer einer Geldsumme von A nach B, sondern umfassen eine ganze Menge an vor- und nachgelagerten Services. Services, die u.a. auch von den Regulationsbehörden vorgeschrieben sind.


Im konkreten Fall sind das beispielsweise die Auftragsvalidierung (technisch und fachlich), das Prüfen der Berechtigung des Auftraggebers, das Überwachen von Limiten und Kontoberechtigungen, die Prüfungen gegen Betrug (Fraud), die Liquiditäts-Disposition, das Filtern gegen Embargo-Listen, die Bestimmung des Leitweges im Fall von Auslandzahlungen, die eigentliche Übermittlung und die Rückmeldung an den Auftraggeber (positiv oder negativ). Wird eine Zahlung versehentlich doppelt vom Kunden in Auftrag gegeben, dann gibt es auch in diesem Fall etablierte Prozesse, Systeme und Meldungen, um den Schaden wieder zu beheben. Dies sind nur einige wenige Überlegungen, welche bei einer reinen Betrachtung "wir machen es jetzt über die Blockchain" in der Regel nicht gemacht werden.

Unsere Erfahrung zeigt, dass sich der Einbezug von Experten im Zahlungsverkehr bereits in einer frühen Projektphase lohnt. Selbst wenn wir in den Augen der "jungen Wilden" am Anfang zunächst als etwas verstaubt, ewig gestrig und spielverderbend wahrgenommen werden, so setzt sich mit der Zeit der Respekt gegenüber dem Detailwissen durch und offensichtlich übersehene Hürden werden dankbar ins Konzept integriert. Für unsere Auftraggeber, in der Regel auch die Projektsponsoren, sind wir eine Qualitätskontrolle, welche ein FinTech-Projekt im Zahlungsverkehrsumfeld zu passieren hat. Denn es geht, wie bereits erwähnt, in der Zwischenzeit um signifikante Budget-Posten, die aus dem bereits mageren Change-Anteil der IT-Kosten einer Bank priorisiert werden müssen.



Dieser Blog wurde von Carsten Miehling gepostet

#Innovation #DigitalFinanceExperts #NewVentures #ExpertValidation

Open Banking – Die verborgene Chance in Kombination mit Machine Learning

Open Banking ist in aller Munde. Chancen und Risiken werden in den entsprechenden Business Netzwerken wild diskutiert und Schlagwörter wie PSD2, Open API, Datenschutz und BigData gehören auf jeder Veranstaltung zum Thema Banking nahezu schon zum guten Ton. So fokussierte sich auch die ZHAW am 4. Juni im Rahmen ihrer Vortragsreihe «Finance Circle» auf das Thema «Open Banking». Bekannte Namen aus dem Banking- und FinTech Sektor waren geladen, um über ihre Vorstellungen zum Open Banking zu sprechen. Darunter unter anderem Gian Reto à Porta von Contovista (wir berichteten) oder auch André Renfer von der Hypothekarbank Lenzburg.

Basierend auf den Ideen und den Gedanken vom Finance Circle möchten wir in diesem Blog weiterschauen und das Konzept Open Banking mit dem Phänomen Machine Learning verbinden. Eine Kombination, von der vor allem die grossen Player am Markt – die "Tech Giants" wie Google, Facebook, Amazon und Alibaba – profitieren könnten.

Open Banking und Machine Learning
Schauen wir zuerst einmal Open Banking und Machine Learning an sich an. Open Banking ermöglicht Drittanbietern, sogenannten Third Party Provider, direkten oder indirekten Zugriff auf die Kontoinformationen der Bankkunden. Diese Daten können nun mit weiteren Informationen aus den sozialen Netzwerken, Suchmustern oder Standortdaten angereichert werden – wodurch ein umfassender Datenkatalog erstellt werden kann. Machine Learning beschreibt eine Software, die darauf ausgelegt ist, Muster in einem Datenpool zu entdecken. Im Unterschied zur Robotic Automatisation wird beim Machine Learning die Software so konzipiert, dass sie durch ihre Fehler "lernt" und die Muster verfeinert, während Robotic Automatisation an konstanten Regeln festhält.

Um dies zu veranschaulichen, bringen wir an dieser Stelle das beliebte "Katzenbeispiel". In diesem Fall soll ein Programm entscheiden, ob sich auf einem Foto eine Katze befindet oder nicht. Wir legen also ein grosses Datenset mit Bildern an. Alle Bilder auf denen eine Katze abgebildet ist, versehen wir mit dem Merkmal «Katze» und alle auf denen keine Katze abgebildet ist, versehen wir mit dem Merkmal «keine Katze». Nun speisen wir dieses Datenset in das Modell ein. Die Software errechnet nun bei jedem einzelnen Bild mit einer Wahrscheinlichkeitsangabe, ob auf dem Bild eine Katze abgebildet ist oder nicht. Bei jedem Fehler und bei jedem Erfolg passt sich die Software an, sodass beim nächsten Mal kein Fehler mehr gemacht wird. Je grösser das Dataset also ist, desto korrekter kann die Software dementsprechend auch arbeiten.

Wie spielen Open Banking und Machine Learning zusammen
Sobald Machine Learning dazu eingesetzt wird nicht Katzenbilder zu identifizieren, sondern Verhaltensmuster in Kundendaten zu entdecken, werden ganz neue Business Cases deutlich. Je mehr Daten hierfür als Grundlage genommen werden können, umso besser können die Muster analysiert werden.
  • Mit Machine Learning im Finanzsektor können beispielsweise Nutzer identifiziert werden, die besonders am Kauf einer Kreditkarte interessiert sind.
  • Darüber hinaus kann aufgrund des analysierten Lebensstils, in Kombination mit der finanziellen Lage, ein sich dynamisch anpassendes Anlageportfolio zusammengestellt werden.
  • Auch die Aufstellung verschiedener «Nutzertypen» kann dabei helfen den Kunden spezifische Angebote zu machen. 
Tech Giants in profitabler Position
In Kombination mit Open Banking könnten «Tech Giants» als Third Party Providers auftreten und bankübergreifende Daten sammeln. Diese Daten geben, angereichert mit den Daten aus deren anderen Kanälen (Email-Service, Standortdaten, Suchbegriffe, Surfverhalten), ein weitaus umfassenderes Bild als es die Banken selbst zeichnen könnten. Langfristig können so Google, Facebook und Co. zur ersten Anlaufstelle für finanzielle Fragen werden, während Banken im Retail Business selber in den Hintergrund geraten. Es sind sich alle einig, dass Open Banking ein grosser Mehrwert für den Nutzer darstellen würde.

Wie die Tech Giganten auf Open Banking reagieren werden ist bisher noch unklar. Sicher ist: Es bleibt spannend zu verfolgen, welche Business Cases sich aus der Kombination von Open Banking und Machine Learning in Zukunft ergeben werden.


Dieser Blog wurde gepostet von Jonathan Farner

#AI #DigitalBanking #MachineLearning #FinTech #OpenBanking #PSD2 #APIs

Vom Erfolg eines Startups: Contovista

Am 15. Mai 2018 hat der Lions-Club Zürich wieder seine Mitglieder zu angeregten Diskussionen und aktuellen Themen geladen. Dieses Mal im Glockenhof, wo das entsprechende Ambiente und die köstliche Bewirtung garantiert waren.

Carsten Miehling, gleichzeitig CEO von PPI Schweiz und amtierender Präsident des Lions-Club Zürich, hat mit Gian Reto à Porta vom FinTech-Unternehmen Contovista einen ganz besonderen Redner gesichert. Wer zahlreiche Details und Ausführungen der Produkte erwartet hat, wurde eines Besseren belehrt. Gian Reto hat vielmehr auf spannende Weise den Werdegang des Unternehmens geschildert - sozusagen, was nicht in Lebensläufen erscheint, sondern zwischen den Zeilen steht.

Unter dem Motto „Lessons Learned“ haben wir auf eindrückliche Weise die verschiedenen Etappen kennengelernt, die Contovista von den Anfängen bis zum heutigen Offering durchlaufen hat.

Bereits im Studium wurde ein erstes Projekt gelauncht, bei welchem sich die Frage stellte, ob es sich vermarkten liesse. Weitere Anläufe folgten, bevor die heutige Lösung von Contovista geboren war. 

Das Wichtigste war, dass Gian und sein Studienkollege immer ihre entsprechenden Lehren  daraus gezogen haben: In den Anfängen die richtigen Leute an Bord zu haben, die besten Leute einzustellen, die man sich leisten kann, für ein gutes Firmenklima zu sorgen, keine Zeit für unwichtige Dinge zu verschwenden und andere. Ein Punkt, den sicher auch viele andere FinTechs unterschreiben können ist, dass etwas Neues aufzubauen kein Sprint ist, sondern eher mit einem Marathon zu vergleichen ist. 

Inspiriert waren Gian Reto und sein Studienkollege immer von „The Lean Startup“ von Eric Ries.

Der Erfolg hat sich aber auch eingestellt, weil Contovista sich immer selbstkritisch hinterfragt hat und wertvollen Input von potentiellen Kunden und Sponsoren eingeholt hat: Was brauchen Sie? Würden Sie für dieses Produkt bezahlen? Würden Sie in dieses Produkt investieren? Wenn nein, wieso nicht? 

Sehr häufig meiden Startups diese Fragen zu lange und machen sich selbst etwas vor. Im Gegensatz zu Contovista, die nach ihrer Gründung 2013 bereits im Jahr 2017 über 20 Banken zu ihren Kunden zählt und mit Aduno einen sehr guten Investor gefunden hat. Der letzte Coup ist, dass auch die Raiffeisengruppe Österreich sich das Knowhow von Contovista gesichert hat.

Neben einem Personal Finance Manager bietet Contovista auch einen Business Finance Manager, deren Algorithmen nahtlos in E-Banking-Lösungen der Banken eingebunden werden können und neben ausgeklügelten Kategorisierungen auch eine komfortable Liquiditätsplanung für Firmenkunden und die Berechnung des Cash Flows ermöglichen.

Bei wem das Interesse geweckt wurde, kann sich bei den namhaften Lösungen der Zürcher Kantonalbank und der Schwyzer Kantonalbank näher informieren.

Auf die Frage: „Hätten Sie es anders gemacht?“ antwortete Gian Reto: „Der hervorragende Abschluss mit der Raiffeisen Österreich war nur möglich, weil wir diesen ganzen Lernprozess durchlaufen haben und unseren Nutzen daraus ziehen konnten. Gleich zu Beginn hätten wir zu viele Fehler gemacht.

In diesem Sinne wollen wir alle Leser ermutigen, einfach auch mal wieder etwas auszuprobieren und aus Fehlern zu lernen - ganz im Sinne von Thomas Edison. Auch wenn wir Ihnen wünschen, dass Sie nicht jedes Mal über tausend Versuche für ein Gelingen benötigen.

Für Sie vor Ort war Frank Rebmann, PPI Schweiz

#Startup #PFM #BFM #Lean 

Quo vadis Finanzplatz Liechtenstein?

Finance 2.0, PPI Schweiz, PPI, Blog, Digital Finance Experts, Liechtenstein, Willkommen, Innovation, EBICS, PPI
Bereits zum vierten Mal veranstaltete die liechtensteinische Finanzindustrie am 21.03.2018 das Finance Forum unter dem Titel „Finance 2.0 – die Finanzbranche im Wandel“. Mit hochkarätigen Referenten ging die Tagung der Frage nach, welche technologischen, regulatorischen und gesellschaftlichen Trends anstehen und künftig auf den heimischen sowie auch auf den (Welt-) Markt einwirken werden. Das „Line-up“ las sich wie das „Who-is-Who“ der grossen Entscheidungsträger. Adrian Hasler, liechtensteinischer Regierungschef, gehörte genauso zu den Rednern wie z.B. Urs Rohner, Credit Suisse Verwaltungsratspräsident und die Panel-Teilnehmer Roland Matt, CEO der Liechtensteinischen Landesbank, Fritz Kaiser, Executive Chairman von Kaiser Partner und Peter Marxer, Verwaltungsratspräsident der Continor Treuhand Anstalt. Viele Firmen und Banken waren zudem Partner dieses Anlasses, ja selbst Tesla war vertreten. Moderiert wurde das Finance Forum vom bekannten Fernsehjournalisten Reto Lipp.

In seiner Eröffnungsansprache fand der amtierende liechtensteinischer Regierungschef Adrian Hasler gleich klare Worte. Liechtenstein habe gezeigt, dass es mit neuen Herausforderungen umgehen kann. Denn jede Veränderung sei auch als Chance zur Weiterentwicklung zu verstehen und heute präsentiere sich der Finanzplatz Liechtenstein in einer konsolidierten und gestärkten Position. Finance 2.0 ist somit für Liechtenstein kein Schlagwort mehr, sondern gelebte Realität. Um die Rechtssicherheit als Standortvorteil weiter zu stärken, wird Liechtenstein als eines der weltweit ersten Länder eine Blockchain Regulierung einführen. Hasler sieht den Staat als Impulsgeber für ein attraktives Umfeld.


Liechtenstein, Finanz Forum, PPI Schweiz, Digital, Finance, Experts, Blog, PPI, FinTech, Blockchain

Diese Strategie geht auf. Liechtenstein scheint für Unternehmen mit der Ausrichtung Cryptocurrency, Tokenization etc. tatsächlich attraktiv zu sein. So ist auch für die heimische Bank Frick seit einiger Zeit klar, dass das der neue Weg der Spezialisierung ist. Denn auch Fintechs brauchen Bankdienstleistungen. Und diese bietet ihnen die Bank mit einem kompetenten Team an.

Urs Rohner von der Credit Suisse sieht sowohl für den Standort Liechtenstein als auch für die Schweiz das Vertrauen als oberster Trumpf der Banken im Wettbewerb mit den Fintechs. Die CS sieht jedoch die Fintechs nicht grundsätzlich als Kontrahenten, sondern durchaus auch als potentielle Partner, die dabei helfen, das Bankgeschäft neu zu erfinden. Obwohl die Banken in der jüngeren Vergangenheit massive Prozessverbesserungen vollzogen hätten, müsse man sich ganz grundsätzlich die Frage stellen, was die Kunden künftig von einer Bank wollen und wie sie das wollen. Gerade im Retailbusiness wird gemäss Herr Rohner spätestens ab 2028 kein Kunde mehr mit der Bank sprechen. Die Kommunikationskanäle werden in den nächsten 10 Jahren mehrheitlich durch AI automatisiert bedient werden. Investitionen in AI schaffen so, gemäss Rohner, Wettbewerbsvorteile und verhindern Disruption.

Das Panel mit den Herren Matt, Kaiser und Marxer sah für das künftige Geschäft vor allem von kleineren Banken und Treuhandfirmen Shared Services als Key, um Kosten sparen und sich gezielt auf den „Need“ der wohlhabenden Familien ausrichten zu können. Und auch hier galten Sicherheit, Kompetenz und Digitalisierung der Kundenschnittstelle als anzustrebende Maxime. Die Vorteile vom Finanzplatz Liechtenstein, nämlich die kurzen Wege zwischen Staat, Finanzmarkaufsicht und Privatwirtschaft, die offenen Türen, das konzentrierte Knowhow sowie die Tatsache, dass man sich in der Branche kennt, lassen Innovationen rascher zu und werden, so war man sich einig, auch in Zukunft ein wichtiger Pfeiler des Finanzplatzes sein. 


FFLI18, PPI Schweiz, Panel, Digital Finance Experts Blog, Google, PPI, Finance, Digital, PPI, Liechtenstein

Aber dieses Forum hätte wohl kaum so einen guten Ruf, würde es nicht auch externe, branchenfremde und ebenso inspirierende Stimmen zulassen. Diese brachten der Verhaltensökonom Prof. Ernst Fehr sowie der norwegische Wirtschaftsphilosoph Anders Indset ein. Letzterer führte klar auf, dass wir vor einer Intelligenzexplosion stehen. Die Komplexität der Welt nimmt stetig zu und wir Menschen werden dadurch frustrierter. Wir müssen die Zukunft aktiv mitgestalten, neue Wege gehen, nach ungewöhnlichen und vor allem einfachen Lösungen suchen, denn spätestens der Durchbruch beim Quantencomputer wird die bestehende Weltanschauung aushebeln.

Der Verhaltensökonom Professor Fehr war thematisch mit seinem Referat wieder näher an der Finanzindustrie. Er untersuchte in seiner Forschung die Ursachen, weshalb Aktien so stark vom Realwert abweichen. Sein Team analysierte dazu die Risikobereitschaft bei Investitionen und stellte fest, dass selbst Experten oft irrational handeln. Das Risikoverhalten ist beeinflusst von Emotionen, die wiederum vom Wetter (Sonnenschein) abhängig sein können. Pikantes Detail: Frauen entscheiden gemäss Fehr rationaler wenn sie gut gelaunt sind, während Männer in der gleichen Situation fast blind risikofreudig werden. Und das kann unter Umständen eine grosse Gefahr im eigenen Unternehmen bergen.


End of Start-up, Cryptonomics, Quantum, PPI Schweiz, Digital Finance Experts Blog, PPI, Liechtenstein, FinTech, Innovation, Psychologie, Google, Technology is the answer, question

Auch Anders Indset war der Meinung, dass die Welt künftig den Frauen mit Bildung gehören wird. Sie übernehmen immer mehr Schlüsselfunktionen und sind jetzt schon weltweit für über 90% aller Kaufentscheide verantwortlich. Frauen sind eine Weltkraft. Und dieser Tatsache müssen die Männer mit neuen Ideen begegnen und nicht, indem sie in alten Strukturen denken.  Wir brauchen laut Indset generell mehr wildes Wissen. Wir brauchen mehr Kreativität, Menschlichkeit und emotionale Reaktionen. Wir brauchen Gedanken, die unserer eigenen Kreativität entspringen sowie Inhalte, die uns die Maschinen nicht geben können. Wir Menschen müssen dort gut sein, wo uns Maschinen nicht schlagen können. Gelingt uns das nicht, mutieren wir zum Homo obsoletus und machen uns mit der technischen Entwicklung selber überflüssig. Auf seiner Folie stand dann auch provokant: „Technology is the answer, but what was the question?“


Dieser Blog wurde von Matthias Hungerbühler gepostet.

#FinanceForum #Liechtenstein #Fintech #FFLI18 #FürSieUnterwegs #Technologyistheanswer

The winner takes it all - How money can be managed to be moved

Der Payment-Markt ist mehr denn je im Wandel und das mit einer rasanten Geschwindigkeit. Im EU-Raum beflügelt u.a. die PSD2 die Fintech-Branche. Neue Marktfelder dürfen und können nun erschlossen werden. Denn der eiserne Vorhang, der bisher das Bankkonto des Endkunden schützte, ist löchrig geworden. Dies führt zu einer Vielzahl von neuen Anwendungen, die bisher nicht möglich waren. Ein gefundenes Fressen für Softwareanbieter und Startups also. Es wäre jedoch verkehrt zu denken, dass diese Chancen nur in Europa bestehen. Weltweit sind Bestrebungen im Gange, Zahlungsabwicklungen schneller, einfacher und auch spassvoller gestalten zu können.


So zum Beispiel legte die Fintech-Firma Revolut einen fulminanten Start hin und will bereits 2022 nach eigenen Angaben 50 Millionen Kunden bedienen. Mit dieser Banking-App können Kunden u.a. kostenlos Zahlungen über Landes- und Währungsgrenzen hinweg tätigen, die Wechselkurse entsprechen dabei den Interbanken-Kursen. Gemäss dem Gründer Nikolay Storonsky schaltet das Unternehmen keine Werbung via Google oder Facebook, sondern investiert dieses Geld lieber in die eigene Infrastruktur. Hier ist ein gesundes Selbstvertrauen gegenüber etablierten Grössen im Onlinemarkt erkennbar.

Anders geht es der peer-to-peer Bezahldienst Venmo an. Dieser Brand aus dem Hause PayPal orientiert sich an den Millennials und macht aus dem Bezahlvorgang ein Erlebnis. Die Oberfläche des Dienstes erinnert an das Erscheinungsbild von WhatsApp. Hier wie dort stehen die eigenen Freunde im Mittelpunkt. So einfach wie eine Textnachricht kann hier Geld transferiert werden, personalisiert durch individuelle Statements und Emojis. So ist die History nicht einfach ein banaler Kontoauszug, sondern wird emotional verknüpft mit dem erlebten Event. To spend or not to spend, that’s the question bei Venmo.

Die Banken sind aber nicht ganz untätig. In Deutschland wollen einige Finanzinstitute noch einen Schritt weitergehen, mit Hilfe von Alexa. Alle herkömmlichen Bankdienstleistungen, die der Kunde heute via eBanking tätigt, sollen künftig sprachgesteuert erledigt werden können. Amazon als Betreiberin von Alexa ist aber nicht wirklich begeistert von diesen Vorhaben und schob den Riegel vor. Ob Amazon wirklich befürchtet, durch die Ergänzung der Alexa-Plattform mit Banking Skills unter die PSD2-Richtlinie zu fallen oder ob es vielleicht doch darum geht, das Geschäft selber machen zu wollen und nicht Dritten zu überlassen, bleibt dahingestellt. Denkbar ist letzteres durchaus.

Stellt sich also die Frage, welches Angebot letztlich erfolgreich sein wird. Viele neue Dienste mit Bezahlfunktion legen einen interessanten Start hin und die Zeit wird zeigen, wie nachhaltig dieses Wachstum ist und ob z.B. Unternehmen wie Revolut die sehr ambitionierten Wachstumsziele erreichen und die Kunden letztlich halten können. In Asien wächst z.B. Alipay unaufhörlich. Diese Firma hat bereits 520 Millionen registrierte Benutzer und wickelte 2017 einen Umsatz von 13 Billionen Euro ab, Tendenz stark steigend. Das freut u.a. Lucy Peng. Die Alibaba - Mitbegründerin hat die Verantwortung als Executive Chair bei Ant Financial inne, der mit 120 Milliarden Dollar bewerteten Muttergesellschaft von Alipay.

Aus Sicht der etablierten Finanzinstitute ist diese rasante Entwicklung jedoch mehr als besorgniserregend. Denn die Bankhäuser haben es bisher nicht geschafft, sich entscheidend in diesem Markt zu positionieren. Es zeichnet sich bereits eine grosse Abhängigkeit von Diensten der grossen Player Google, Apple, Amazon, evtl. Alibaba mit Ant Financial und vielleicht auch Facebook ab.

Wer wird hier wohl das Rennen machen? Wer ist in der Lage eine Meta-Bank-Plattform zu bilden, auf der der Kunde alle seine Geschäfte tätigen kann? Wer schafft es, ihm dabei die entscheidende User-Experience zu vermitteln? Gesucht ist die geniale Oberfläche, die den absoluten Mehrwert für den Kunden schafft. Dazu gehören Multibanking genauso wie Instant-Payment, Emotionalität und Leichtigkeit, ebenso wie Bedienerfreundlichkeit und sehr niedrige Kosten (https://paymentandbanking.com/die-meta-bank/).


Das Rennen läuft, wir bleiben dran.

Für Sie gebloggt hat Matthias Hungerbühler

#PSD2 #InstantPayment #MetaBank #Fintech