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Ein neues Schema im Zahlungsverkehr: Dürfen wir vorstellen: "SEPA API Access Scheme"

Es ist mal wieder an der Zeit neues Akronym im Open Banking genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Euro Retail Payments Board (ERPB), respektive deren Arbeitsgruppe «Access Scheme», hat im Juni 2021 einen Report publiziert, welcher aufzeigt, wie die aktuell relativ vertrackte Situation rund um die Verbreitung von Angeboten auf Basis der PSD2-Regulation verbessert werden kann. Es ist kein Geheimnis, dass sich mit der Regulation allein nicht der gewünschte Erfolg bei der Öffnung der Banken im eigentlichen Sinn von Open Banking eingestellt hat. Selbst die technischen Präzisierungen in den Guidelines der Berlin Group unter dem Label «NextGenPSD2» waren nicht ausreichend, um die Segmentierung der Angebots-Varianten bei den Banken und die generell sehr zögerliche Verbreitung zu verhindern.

Die Autoren des Reports propagieren nun sog. «value-added premium services», welche eine natürliche Evolution auf der Basis der PSD2 darstellen und in zukünftige Rulebooks und Implementation Guidelines einfliessen sollen. Dabei soll die aktuelle Fokussierung auf Payments auf andere Financial Use Cases erweitert werden bis hin zu sogar branchenfremden Anwendungsszenarien. Daneben wird auch die aktuell starke Ausrichtung aufs Retailsegment aufgebrochen. Zukünftig sollen gleichbedeutend auch neue Lösungen im Business-to-Business entwickelt werden können. Nichtsdestotrotz beschäftigt sich der Report immer noch schwergewichtig mit dem Zahlungsverkehr und segmentiert seine Themen in folgende Bereiche: customer-to-business (C2B), business-to-business (B2B) und person-to-person (P2P).

Aus der Erfahrung, dass die Publikation von «Regulatory Technical Standards» allein nicht ausreichend für eine weite Verbreitung ist, wird nun ein schemabasierter Ansatz angestrebt. Die Arbeitsgruppe soll hierfür basierend auf der Grundlage der PSD2 Schlüsselelemente eines solchen Schemas festlegen, einschliesslich Berücksichtigung von Geschäfts- und Governance-Anforderungen inklusive der Beschreibung einer standardisierten API-Schnittstelle. Im Report wird eine ganze Reihe neuer «premium services» aufgelistet. Die wichtigsten, von der Arbeitsgruppe hoch priorisierten, sind nachfolgend aufgelistet:
  • Zahlung an einem definierten Datum in der Zukunft (pay later)
  • Zahlung in Abhängigkeit eines Events in der Zukunft (deferred payment)
  • Services für die IBAN-Validierung
  • Automatisierte PFM-Zahlungen (z.B. überschüssiges Budget am Monatsende auf ein Sparkonto überweisen)
  • Gleichzeitige Zahlung an mehrere Begünstigte (Aufteilung eines Gesamtbetrages)
  • Zahlung einer nicht final definierten Betragshöhe (z.B. in Abhängigkeit zurückgelegter und gemessener Kilometer bei einer Heimlieferung)
  • Beantragung von Kleinkrediten bei unzureichender Deckung
  • Wiederkehrende Zahlungen (Abos)
  • Rückzahlungen
Man kann die obige Auflistung als «high level» oder abgehoben bezeichnen («… das sind wir schon lange selbst draufgekommen …») und es ist wohl richtig, dass ein Brainstorming neuer Use Cases an sich noch nicht den Erfolg bringt. Auch das wurde von den Autoren erkannt und sie listen unter «Business Anforderungen» eine ganze Reihe von Rahmenbedingungen auf, welche in der Tat für den Erfolg einer Verbreitung von zentraler Bedeutung sind, z.B. europaweite einheitlich definierte Services und Standards für
  • die Validierung von Identitäten
  • die Erstellung und Interpretation von QR-Codes
  • den Zugriff und den Unterhalt von Proxies für das Mapping von Bank-IDs (z.B. von Handy-Nummer auf IBAN)
  • das Aufsetzen und die Abwicklung von Request-to-Pay-Verfahren
  • die Strong Customer Authentication (SCA)
  • die Definition von Zahlungsgarantien
  • etc.
Die Kapitel zur Governance, Details bezüglich Schema-Partizipation, Gebühren und Infrastruktur sind dann eher etwas für hart gesottene und würden den Rahmen dieses Blogs auch definitiv sprengen. Schlussendlich würde man die «Bits und Bytes» im Sinne von Rulebooks und Implemenation Guidelines gerne wieder dem EPC anvertrauen, was sich in der Vergangenheit ja auch gut bewährt hat.

Zeit zum Fazit zu kommen: Eine namhafte Arbeitsgruppe hat sich im Mandat der Europäischen Zentralbank Gedanken gemacht, wie man im Open Banking nach der PSD2 einen nächsten Schritt angehen könnte. Die Ideen sind teilweise bekannt und teilweise bereits sehr detailliert ausgearbeitet. Als grobe Leitlinie ist die Idee von «premium services» und die Betrachtung von Branchen- wie auch Segments-übergreifenden Anwendungsfällen der richtige Schritt. Wie sagen wir Schweizer doch immer: «wir beobachten aktiv die weitere Entwicklung».


Dieser Blog wurden von Carsten Miehling gepostet. 


Quelle: https://www.ecb.europa.eu/paym/groups/erpb/shared/pdf/15th-ERPB-meeting/Report_from_the_ERPB_working_group_on_a_SEPA_API_Access_Scheme.pdf?52770756a713895bdc4fd072873346be

Open Banking Teil 3 | Was die alten Römer mit IT Security zu tun haben

Bereits die alten Römer haben ca. 100 v. Chr. Botschaften mittels Caesar-Verschlüsselung chiffriert. Ziel war es, besonders geheime Informationen nur für denjenigen lesbar zu machen, an den die Nachricht auch tatsächlich gerichtet war. Hierfür kannte der Empfänger eine beliebige Zahl (einen Schlüssel), die die Anzahl Stellen im Alphabet darstellte, um die jeder Buchstabe im verschlüsselten Text verschoben werden musste. Kannte man diesen Schlüssel nicht, so war die Entschlüsselung deutlich erschwert. Dieses Bedürfnis nach Verschlüsselung hält bis heute an.

In der modernen Welt werden täglich Unmengen an Daten über verschiedenste Schnittstellen transportiert. Betrachtet man die Bankenwelt, so kann man das aufstrebende Thema Open Banking als Beispiel dafür nehmen, dass auch immer mehr Daten aus der Bank hinaus an TPPs (Third Party Provider), oder gar an Drittbanken gelangen sollen. Besonders im Fokus sind schlanke APIs (Application Programming Interfaces), welche als leicht zu implementieren und kostengünstig gelten. Dem entgegen stehen APIs im Ruf, im Verhältnis zu lang etablierten Schnittstellen, Einbussen in Punkto Sicherheit in Kauf zu nehmen. Diesem Mythos möchte ich entgegentreten. 

Zunächst mal muss man verstehen, wie APIs aufgebaut sind. Nebst der SOAP-Technologie (Simple Object Access Protocol), wird im Kontext von Open Banking die weit verbreitete REST-Technologie (Representational State Transfer), oder auch RESTful APIs genannt, verwendet. REST beschreibt die grundlegenden Aspekte, welche die entsprechende Schnittstelle erfüllen muss. Ein zentraler Punkt bildet HTTP (Hypertext Transfer Protocol) und das in der Transportschicht verwendete TLS (Transport Layer Security). 

Beim Aufbau einer TLS-Verbindung werden Zertifikate und unterstützte Verfahren zwischen den Partnern ausgetauscht und darauf basierend eine Session aufgebaut. Diese Session kommt jedoch nur zu Stande, wenn die Vertrauenswürdigkeit durch das Zertifikat gewährleistet wurde. 

In einem ersten Schritt wird dem Server mitgeteilt, welcher Verschlüsselungs-Algorithmus verwendet werden soll. Anschliessend übergibt der Client dem Server ein Zertifikat, welches unter anderem einen Public-Key beinhaltet. Während der Public-Key im Besitz des Servers ist und zur Verschlüsselung der Daten dient, verfügt der Client über den dazugehörigen einmaligen Private-Key. Dieser ermöglicht die Entschlüsselung. Eine solche Verschlüsselungsmethode wird auch asymmetrische Verschlüsselung genannt, da verschlüsselte Informationen nur mittels Privat-Key und auch nur in eine Richtung entschlüsselt werden können. Eine Besonderheit hierbei ist, dass die asymmetrische Verschlüsselung nur für den Session Aufbau einer Verbindung zum Zuge kommt. Vereinfacht gesagt, werden sowohl vom Client, als auch vom Server, mittels Public-Key des jeweils anderen, zufällig generierte Zahlenfolgen verschickt. Sind beide Seiten im Besitz der zufällig generierten Zahlenfolgen, wird durch den Client ein Pre-Master-Secret asymmetrisch verschlüsselt an den Server übermittelt. 

Nach erfolgreicher Übermittlung können nun beide Seiten (Client und Server), unabhängig voneinander einen finalen Master-Secret berechnen. Dieser Master-Secret ergibt sich aus den beiden zufällig generierten Zahlenfolgen, sowie dem Pre-Master-Secret, welcher durch den Client an den Server übermittelt wurde. Beide Seiten müssen demnach alle zuvor übermittelten Daten während dem Session Aufbau besitzen. So kann die Authentizität beider Parteien sichergestellt werden. Ab diesem Zeitpunkt werden alle Daten innerhalb der aufgebauten Session symmetrisch mittels Master-Secret verschlüsselt. 

Was bedeutet das nun konkret für die Datensicherheit über APIs?

TLS gewährleistet nebst der Authentizität von Client und Server, auch die Datensicherheit aller Übertragungsmedien. Dies erfolgt durch eine asymmetrische Übergabe verschiedenster Schlüssel, aus denen wiederum ein finaler Schlüssel generiert wird. Ist man im Stande diesen finalen Schlüssel zu errechnen, so kann man mit hoher Sicherheit davon ausgehen, dass die aufgebaute Verbindung - Point to Point - privat unter Client und Server besteht. Technisch ist dann zwar möglich die Verbindung von aussen zu beeinflussen, bspw. zu kappen oder zu unterbrechen, lesen der Daten, oder sich als Client ausgeben ist jedoch nicht mehr möglich. 

Dieser Blog wurde von Julien Rösch gepostet.


Open Banking Teil 2 | Verhelfen neue Ideen dem Thema Open Banking in der Schweiz zum Durchbruch?

Von einer wie in der EU vom Regulator getriebenen Öffnung der Banken für Third Party Providers (TPP) will man hier in der Schweiz nichts wissen. An dieser Haltung hat sich seit 2018 nichts geändert. Dennoch erkennt der Finanzplatz auch hier die Zeichen der Zeit und Dejan Juric (ehem. Head Connectivity, SIX Banking Services) forderte zurecht bereits im Oktober 2018 auf dem Swiss FinTech Day der UBS «Die Schweiz braucht einen Open Banking API Standard».

In der Folge bildeten sich in der Schweiz einige Open Banking Initiativen und auch die SIX begann fleissig am eigenen Open Banking API Standard zu arbeiten. Die Namensfindung dafür gestaltete sich anfänglich etwas schwierig, letztlich einigte man sich aber auf «b.Link». Dieser durch die SIX getriebene Standard beruht, im Gegensatz zur PSD2 der EU, auf freiwilliger Basis. Die hiesigen Finanzinstitute sind demzufolge nicht verpflichtet, entsprechende Schnittstellen anzubieten. Auch verfolgt b.Link, anders als die PSD2, einen Plattformgedanken. Anstelle eines bilateralen Austausches zwischen Finanzinstituten und TPPs, zertifizieren sich bei b.Link die Teilnehmer pro Use Case ein einziges Mal und werden dadurch zu vertrauenswürdigen Partnern für alle angeschlossenen Banken und TPPs.

Maue Ausbeute

b.Link startete mit den beiden Use Cases AIS (Account Information Service) und PSS (Payment Submission Service). Stand heute partizipieren bankseitig die Zürcher Kantonalbank, UBS und Credit Suisse und auf der Seite der Drittanbieter lediglich KLARA. In Anbetracht der mageren Anzahl Teilnehmer können wir hier noch nicht von einem Erfolg sprechen. Die Frage bleibt somit bestehen: Gibt es für den Erfolg der b.Link – Plattform sowas wie das Ei des Kolumbus? Die Branche zerbrach sich in den vergangenen Monaten darüber den Kopf und wartet nun mit zwei neuen Ideen auf.

On-Premise Lösungen

Das b.Link Angebot besteht gegenwärtig ausschliesslich für Cloud basierte Anwendungen. Man verspricht sich nun von einer On-Premise Lösung eine breitere Marktakzeptanz. Ein zentrales Problem für lokal installierte On-Premise Lösungen stellen jedoch die Verwaltung der technischen Token sowie das Consent Management dar. Kleinere IT-Firmen sind verständlicherweise oft nicht in der Lage, die technischen Grundvoraussetzungen selbstständig und kostengünstig erfüllen zu können. Findet die SIX eine Lösung diesem Umstand beizukommen, knackt sie damit ein zusätzliches Nutzerpotenzial auf und steigert dadurch erheblich die Marktrelevanz von b.Link.

OpenWealth

Neben den bestehenden Use Cases AIS und PSS verlagert die SIX den Fokus nun zusätzlich in Richtung Wertschriften. Auch damit verspricht man sich mehr Erfolg für die hauseigene Plattform b.Link.

Ein konkreter Anwendungsfall zielt darauf ab, Drittanbietenden über standardisierte Schnittstellen Depotinformationen ihrer Kunden zugänglich zu machen. Diese Informationen können schliesslich in aggregierter Form visualisiert werden. Durch die Einführung des entsprechenden Use Case, und aufgrund einer gesamtheitlichen Portfolioübersicht, sind TPPs weiter in der Lage, ihren Kunden eine allumfassende Finanzberatung anzubieten. Die gesamtheitliche Portfolioübersicht bringt den Kunden den Mehrwert, das Risiko Ihrer Anlagen besser abschätzen und die Steuererklärung dank eines Multi-Instituts-Wertschriftenauszuges mit weniger Aufwand ausfüllen zu können.

Mehr Informationen zu diesem Anwendungsfall finden Sie im PPI-Whitepaper.

The winner takes it all? – Was sind die Erfolgsfaktoren für Open Banking in der Schweiz

Es bleibt weiter ungewiss, ob es jemals einen fixen Standard für Open Banking in der Schweiz geben wird. Auch wird die Zeit zeigen, ob sich b.Link im Ring mit den weiteren Open Banking Initiativen durchsetzen kann. Ausschlaggebend hierfür wird aus unserer Sicht letztlich ein Konglomerat an verschiedenen Erfolgsfaktoren sein. Stefan Bieri (Masterstudent Wirtschaftsinformatik HSLU 2020er Jahrgang) hat in Zusammenarbeit mit PPI Schweiz in seiner Masterthesis wichtige Erfolgsfaktoren für Open Banking in der Schweiz herausgearbeitet. Diese möchten wir Ihnen in der Folge gerne vorstellen, in der Hoffnung, damit konstruktiv zur Diskussion rund um Open Banking und dessen Erfolgschancen in der Schweiz beizutragen.

  • Sicherheit und Vertrauen sind die Basis für Open Banking.
  • Open Banking sollte als Chance und nicht Gefahr betrachtet werden.
  • Die technische Ausarbeitung der Schnittstelle und die des Use Case sind zweitrangig. Es muss jedoch zwingend beachtet werden, dass die Austauschformate und Schnittstellen international anerkannten Standards entsprechen. Andernfalls könnte die Akzeptanz der Plattform wie auch die des Use Case darunter leiden.
  • Nicht nur der Einsatz einer standardisierten Schnittstelle ist von zentraler Bedeutung, sondern auch die Wahl der richtigen Schnittstelle. Damit lässt sich vermeiden, dass TPPs sich innerhalb von Gemeinschaften für die Erstellung eigener Schnittstellen einsetzen.
  • Durch die Nutzung von nur einer standardisierten Schnittstelle können unnötige Implementierungen zu proprietären Schnittstellen, und dadurch unzählige weitere Verträge, vermieden werden. Die Implementierungskosten bei den Banken innerhalb des Core-Banking-Systems bleiben überschaubar und TPPs können schnell und zeitnah integriert werden.
  • Die Zertifizierung sollte schnell, einfach und kostengünstig ablaufen. Die notwendigen Sicherheitsanforderungen müssen jedoch stets eingehalten werden.
  • Die Vertragsaushandlung sollte unkompliziert und mit wenig Aufwand verbunden sein. Zudem sind bilaterale Verträge mit einzelnen Anbietern zu vermeiden.
  • Die entsprechenden Use Cases sollten vom Markt und nicht von der SIX getrieben werden.
  • Für die Aggregation von Daten, über mehrere Bankenbeziehungen hinweg, ist deren Aktualität wie auch deren Vollständigkeit entscheidend. Dabei sind insbesondere der Bestand, die Referenzdaten der Anlagen sowie auch der Kaufpreis von zentraler Bedeutung.
  • Die Plattform sollte ein attraktives Preismodell aufweisen und auch kleineren TPPs die Möglichkeit bieten am System teilzunehmen. Zudem sollten die Schnittstellenkosten so tief wie möglich gehalten werden.
  • Die SIX muss sich in Zukunft generell gegenüber TPPs öffnen. Dabei gilt es, nicht nur TPPs aus dem Bereich Buchhaltungslösungen zu unterstützen. Ein Use Case für z.B. Depotinformationen bringt eine ganz neue Teilnehmergruppe für b.Link - Wealth- Management-Lösungen.

Es entspricht der DNA der Schweiz, dass sich der Regulator hierzulande dezent im Hintergrund hält und der Markt selber Initiativen hervorbringen kann und muss. Nicht immer ist das in der Umsetzung der effizientere Ansatz, aber auf lange Sicht ist es wohl der innovativere und letztlich hoffentlich auch derjenige, der den Endkunden den grössten Mehrwert bringt.


Wir bleiben jedenfalls am Thema dran und freuen uns über eine angeregte und konstruktive Diskussion mit Ihnen. 

Dieser Blog wurde vom Open Banking Team publiziert




Open Banking Teil 1 | Multibanking – Wie ist die Situation in der Schweiz und der EU?

Open Banking war eines der Trend-Themen der letzten Jahre. Wir erinnern uns an die Diskussionen rund um PSD2, API, Corporate API, b.Link und Multibanking. Open Banking wurde zum übergreifenden Thema, welches nicht nur die Grossbanken beschäftigte. Auch KBs und Banken wie Valiant oder Hypothekarbank Lenzburg sahen im Bereich Open Banking Potential, starteten Projekte und gingen mit neuen, innovativen Lösungen live. Im Jahr 2021 ist der Kampf um die Kundenschnittstelle in vollem Gange. In unserer Open Banking Reihe wollen wir das Thema reflektieren und nach vorne schauen, auf die Diskussionen die geführt wurden und die Themen die kommen werden. 

Viel Spass mit unserem Teil 1: Multibanking – Wie ist die Situation in der Schweiz und der EU? 

Der Begriff Multibanking hat in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen und ist auf die vermehrten Initiativen im Open Banking zurückzuführen. Zum einen gibt es mit der, im Oktober 2019, in Kraft getretenen PSD2 und der damit einhergehenden XS2A-API eine einheitliche Schnittstelle, mit der sich alle europäischen Banken und zertifizierten TPP vernetzen und neue Use Cases etablieren können. Die Schweizer Antwort darauf lautet b.Link und unterscheidet sich, obwohl auch hier APIs genutzt werden, stark von der EU-Variante. Im Vergleich dazu ist b.Link eine von SIX betriebene Open Banking Plattform, an der sich Banken und Third Party Provider (TPP) freiwillig vernetzen können, wobei in der EU die Bereitstellung einer XS2A-API bankenseitig verpflichtend ist. 

Open Banking vs. Multibanking 

Anders, als oft wahrgenommen, bedeuten die Begriffe weder das gleiche noch konkurrieren sie miteinander. Im Gegenteil: Während Open Banking die Öffnung der Banken gegenüber vertrauenswürdigen TPPs bedeutet, um neue Use Cases wie z.B. Zahlungsauslösung, Reporting, Bonitätsprüfung und die automatische Kategorisierung von Kontoumsätzen zu ermöglichen, ist Multibanking lediglich einer von vielen neuen Anwendungsfällen des Open Bankings. 

Multibanking in Deutschland vor PSD2 

Auch wenn der Begriff Multibanking durch PSD2 an Aufmerksamkeit gewonnen hat, ist die Thematik in Deutschland grundsätzlich nichts neues. Mittels dem FinTS Standard (früher HBCI), welcher vor über 20 Jahren eingeführt wurde, ist es möglich, dass Personen unterschiedliche Konten aus einer zentralen App/Software verwalten können. Der daraus resultierende Vorteil ist, dass nahezu jede deutsche Bank diesen Standard anbietet und diese Schnittstelle auch für Drittanbieter leicht zu nutzen ist. Der Nachteil ist, dass es sich um einen nationalen Standard handelt und somit ausländische Bankkonten nicht angebunden werden können. 

Während FinTS sowohl für Privat- als auch für Geschäftskunden attraktiv ist, ist EBICS in der Regel bei grösseren Firmenkunden vertreten. Das liegt vor allem an der aufwändigen Initialisierung. Dafür bietet EBICS allerdings besondere Features wie die verteilte elektronische Unterschrift (VEU). Um Multibanking über EBICS betreiben zu können, gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten. Entweder bietet die Bank des Kunden ein EBICS-Portal an (z.B. UBS, Deutsche Bank, Commerzbank) oder der Kunde bindet seine Konten mittels EBICS Kanal an sein ERP-/TMS-System. Ein weiterer Vorteil von EBICS gegenüber FinTS ist die Erreichbarkeit internationaler Banken. Neben den bereits bestehenden EBICS-Ländern (Deutschland, Frankreich, Schweiz und Österreich) wächst das Interesse auch in weiteren Ländern Europas. Es gilt jedoch zu beachten, dass die Länder ihre eigenen EBICS-Dialekte sprechen, wodurch die Kommunikation (Datenaustausch) erschwert werden kann. Mit der Harmonisierung des Standards, durch die bereits 2018 verabschiedete Version 3.0, wird EBICS weiter an Attraktivität gewinnen können. Zusätzlich könnte eine Vereinfachung und Digitalisierung des Initialisierungsprozesses die Verbreitung von EBICS in weitere Länder und Kundengruppen stark beschleunigen. 

Aktuelle Lage mit PSD2 

Die XS2A-Schnittstelle ist nicht so eindeutig wie anfangs angenommen. Das bedeutet, dass zwar ein grobes Regelwerk vorgegeben wird, aber keine detaillierten technischen Spezifikationen innerhalb dieses Regelwerks festgelegt werden. Dadurch können die Schnittstellen unterschiedlich aufgebaut werden, was zu einem API-Wildwuchs geführt hat und der Vision einer Harmonisierung des europäischen Zahlungsverkehrs widerspricht. Durch die daraus resultierenden technischen Probleme wird der Datenaustausch sowie die Zusammenarbeit von Banken und TPP erschwert. Mittlerweile gibt es neben der Berlin Group, dem Marktführer in Deutschland und Österreich, einige weitere Schnittstellen von der Finanz Informatik, Feducia & GAD, Deutsche Bank, die ihre Marktprüfung bestanden haben und dadurch zuverlässig eingesetzt werden können. Von einer flächendeckenden Verbreitung kann zwei Jahre nach in Kraft treten der PSD2 also noch nicht gesprochen werden. Die letzten Entwicklungen geben Grund zur Hoffnung, dass man sich auf einem guten Weg befindet. 

Mit in Kraft treten der PSD2 wurde auch die zwei Faktor Authentifizierung (2FA) verpflichtend. Die hinzu gewonnene Sicherheit geht mit verlorener Usability einher. Konnten Nutzer zuvor noch all ihre, im Multibanking hinterlegten, Konten auf einmal aktualisieren, muss nun für jedes Konto zunächst der zweite Faktor eingegeben werden. Dieser kann zwar in der Regel für eine gewisse Zeit gespeichert werden, muss aber spätestens nach Ablauf der gesetzlich vorgegebenen Frist wieder aktualisiert werden. Die Zahlungsfreigabe von Drittbankkonten kann direkt aus der multibankingfähigen Applikation ausgelöst werden. Der zweite Faktor wird beispielsweise per smsTAN auf das Smartphone des Nutzers gesendet und anschliessend für die finale Freigabe eingegeben. Ein Wechsel zwischen verschiedenen Apps oder Programmen ist nicht notwendig. 

b.Link 

Auch bei der nationalen Open Banking Plattform b.Link geht es um mehr als «nur» den Versuch Multibanking innerhalb der Schweiz für die breite Masse zu etablieren. Teilnehmer an dieser Initiative sind, wie bei PSD2, Banken und verifizierte TPP. Die Teilnehmer können grundsätzlich die Rolle des Consumers oder des Providers einnehmen. In Bezug auf Multibanking haben die Rollen folgende Funktionen: 

Der Consumer erhält im Account Information Service (AIS) die Kontoreports von den Drittbanken (Provider) und kann diese dem Nutzer aufbereiten. Im Payment Submission Service (PSS) sendet der Consumer Zahlungsaufträge zulasten der Provider an die Drittbanken des Auftraggebers. Anschliessend muss sich der Auftraggeber bei seiner Drittbank im eBanking anmelden und den Zahlungsauftrag final freigeben. 

Grundsätzlich können Privat-, Geschäfts- & Firmenkunden das Angebot nutzen, vorausgesetzt, ihre Bank ist b.Link Teilnehmer. Nach aktuellem Stand sind für den Provider Case die UBS, CS und zukünftig auch die ZKB verfügbar. Welche Banken auch den Consumer Case anbieten werden, ist bisher noch nicht kommuniziert worden. 

Woran die zurückhaltende Teilnahme der Banken an b.Link liegen könnte und inwiefern sich EBICS und b.Link bzgl. Sicherheitsaspekten unterscheiden, wird in folgenden Artikeln behandelt. 


Dieser Blog wurde von Jonas Löhr gepostet




Gespräch zum Thema «Open Banking» mit August Benz, SBVg

Heute befassen wir uns in unserem Blog mit Verbandsarbeit und hatten in diesem Zusammenhang das Vergnügen, uns mit August Benz, stellvertretender CEO der Schweizerischen Bankiervereinigung zum Thema «Open Banking», zu unterhalten. An dieser Stelle möchten wir uns auch gleich herzlich für das sehr offene und angenehme Gespräch bedanken.

Herr Benz, gemäss dem Profil auf der SBVg-Homepage sind Sie zuständig für «Europa, Digitalisierung, Sustainability und Wirtschaftspolitik». Was beschäftigt Sie aktuell am meisten? 

Alle vier Themen beschäftigen uns momentan stark. 
PPI Schweiz, August Benz, Digital, Schweiz, Open Banking

Beim Thema Europa arbeiten wir daran, den Marktzugang für Banken in die EU zu erleichtern.
Sustainability wiederum verfolgen wir seit längerem und sind überzeugt, dass sich der Schweizer Finanzplatz hier sehr gut positionieren kann. Bereits heute haben wir bei den professionell verwalteten Vermögen mit rund 20 % einen deutlich höheren Anteil an nachhaltigen Anlagen als der globale Durchschnitt. Dieser liegt bei rund 11 %. Wir orientieren uns hierbei an den ESG-Kriterien.

Im Bereich Wirtschaftspolitik beobachten und analysieren wir die makroökonomischen Entwicklungen im Finanzsektor, allem voran die anhaltende Tiefzinsphase.
Immer wichtiger wird nicht zuletzt das Thema Digitalisierung, auch für uns als Verband. Hier befassen wir uns mit Regulierungsfragen, die sich aus neuen Trends und digitalen Geschäftsmodellen für Banken ergeben. Dazu gehören beispielsweise die rechtliche Behandlung von digitalen Assets, Cloud-Banking oder auch Fragen zur Regulierung von Fintechs im Bereich Blockchain respektive DLT. Dazu haben wir gerade erst Ende August in Basel einen grösseren Event zusammen mit mehreren Partnern veranstaltet.

Dass in diesem Bereich aktuell viel geschieht zeigt auch die kürzliche Vergabe von je zwei Bank- und Effektenhändlerbewilligungen in der Schweiz durch die FINMA. 

Ein prominentes Thema der Digitalisierung in der Finanzindustrie ist ja «Open Banking», wo Finanzinstitute ihre Kundendaten, Services und Schnittstellen für Dritte sog. Third Party Provider (TPP) öffnen. Wie ist generell die Meinung der SBVg zu den aktuellen Initiativen in diesem Bereich?



Eine Klammerbemerkung vorweg: Grundsätzlich ist Open Banking in der Schweiz kein neues Phänomen. Viele Banken bieten im Firmenkundenbereich bereits seit Jahrzehnten Open Banking Lösungen an und die Servicepalette für KMU nimmt weiter zu. Die aktuelle Open Banking Debatte dreht sich vorab vor allem um Privatkunden. Entwicklungen in der Schweiz gibt es sowohl bei der Infrastruktur, wie beispielsweise der Connectivity Plattform der SIX, wie auch bei der zunehmenden Anzahl konkreter Anwendungen.

Ich bin überzeugt, dass Open Banking die Bankenbranche nachhaltig beeinflussen und verändern wird. In einer Welt mit zunehmender Fragmentierung der Wertschöpfungskette und der Bedienung des Kunden über eine Vielzahl unterschiedlicher Finanzdienstleister ­– also nicht nur Banken, sondern auch Fintechs, Neobanken und zunehmend auch branchenfremde Dienstleister – stellt sich nicht die Frage, ob sich Open Banking etablieren wird, sondern in welcher Form.

Wir sehen im Open Banking grosses Potential für den Finanzplatz Schweiz. Dabei ist es wichtig, proaktiv zu Rahmenbedingungen beizutragen, die die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Schweiz stärken. Gleichzeitig wollen wir sicherstellen, dass die Marktintegrität weiterhin hoch bleibt.

Einige Fragestellungen müssen noch abschliessend beantwortet werden. Diese betreffen etwa den Datenschutz, Haftungsfragen und Zulassungskriterien beziehungsweise Zertifizierungen von Drittanbietern. Wir haben zu diesem Zweck eine Arbeitsgruppe einberufen, die sich mit genau diesen Fragen und den regulatorischen Implikationen auseinandersetzt.

In der EU soll Mitte nächsten Monat die PSD2 produktiv angewendet werden. Banken werden in dieser Regulation gezwungen, Ihre Zahlungsverkehrskonten für Dritte für Abfragen und die Ausführung von Zahlungen zu öffnen. Warum übernimmt die Schweiz nicht einfach die technischen Standards der Berlin Group?

Man sollte die Frage ein wenig differenzierter betrachten und hier zwei Unterscheidungen machen: Das eine ist, wie Sie richtig sagen, eine Regulierung, welche die Banken zwingt, ihre Schnittstellen zu öffnen – PSD2. Das andere wiederum umschreibt die Bestrebungen eines Gremiums, die Schnittstellen technisch zu standardisieren – die Berlin Group.

Banken sollen selbst entscheiden können, für welche Drittanbieter Schnittstellen geöffnet werden. Nicht zuletzt auch aus Sicherheitsüberlegungen. Die zwangsweise Öffnung von Schnittstellen – wie dies die EU-Richtlinie PSD2 erzwingt – ist in der Schweiz auf jeden Fall unnötig. Wie die EU im Moment erfahren muss, verhilft eine erzwungene Öffnung dem Open Banking nicht zum Durchbruch. Sie zementiert eher bestehende Grenzen zwischen Banken und Drittanbietern. In der Schweiz besteht aus meiner Sicht kein Handlungsbedarf. Der Wettbewerb funktioniert und die Banken bieten schon heute zahlreiche innovative Produkte an. Ein Beispiel sind die bereits erwähnten Schnittstellen zu Buchhaltungssoftwares oder multibankingfähige Lösungen.

Entscheidend für ein funktionierendes offenes Ökosystem sind vielmehr branchenweit standardisierte Schnittstellen. Die Übernahme von international etablierten Standards macht dabei sicher Sinn, solange sie zu Kompatibilität und höherer Effizienz führen. Mit technischen Belangen befassen wir uns als Branchenverband aber nicht direkt und ich kann nicht im Detail einschätzen, was die technischen Vor- und Nachteile der jeweiligen Lösungen sind. Hierfür sind wir im engen Austausch mit Organisationen und Verbänden, die Standards für solche Schnittstellen entwickeln oder eben allenfalls übernehmen. Dazu zählen etwa die SIX oder Swiss Fintech Innovations.

Betrachtet man den relativen kleinen Open Banking Markt in der Schweiz, so verwundert es, dass aktuell verschiedene Standard-Initiativen lanciert wurden: «Swiss Corporate API» von SIX, «Swiss Open Finance API» von Swiss Fintech Innvations und «OpenBankingProject.ch» mit u.a. dem Business Engineering Institute St. Gallen und dem Kernbanken-Systemhersteller Finnova. Ist das nicht etwas viel? Sollten hiesige TPPs nicht auf einen einzigen Schweizer Standard setzen können?


Die Tatsache, dass verschiedene Initiativen eine Lösung durchsetzen möchten, verdeutlicht, dass der Wettbewerb spielt. Wie die Erfahrung aus anderen Standardisierungen zeigt, ist es gut möglich, dass sich aus Effizienzgründen am Schluss nur eine einzelne Lösung etablieren wird. So hat sich zum Beispiel der USB-Anschluss bei Elektrogeräten durchgesetzt. Andere Lösungen konnten sich nicht behaupten.

Die erwähnten Initiativen verfolgen teils unterschiedliche Ziele und Ansätze. Letztlich wird aber der Wettbewerb und die Kunden entscheiden, welche Standards sich durchsetzen werden. Zu beachten gilt auch, dass die Schweizer Banken neben inländischen Anbietern grundsätzlich auch auf internationale Lösungen setzen können. Es ist daher durchaus möglich, dass Banken selbst oder weitere Dritte aus dem In- oder Ausland Angebote auf den Markt bringen. 

Welche Rolle kann die SBVg bei der Umsetzung eines nationalen Standards einnehmen? Will sie das überhaupt oder soll hier der Markt spielen? Wäre hier für die Durchsetzung eines einheitlichen Standards nicht doch der Regulator gefordert?


Wir bekennen uns zum Wettbewerb. Ich bin der Ansicht, dass regulatorisch vorgeschriebene technische Standards wohl nicht zielführend sind. Zudem: der Regulator wird die Kundenbedürfnisse kaum besser kennen, als die Marktteilnehmer. 

Ein brisantes Thema bei Schweizer Banken ist die Kosten- und Ertragsseite von Open Banking. Die Banken in der EU sind ja zumindest für Zahlungsverkehrskonten verpflichtet, die Schnittstellen kostenlos anzubieten. In der Schweiz gibt es verschiedene Meinungen dazu. Wie sieht die SBVg das Thema? Alles kostenlos? Falls Nein, welche Akteure sollten hauptsächlich für die Kosten der Entwicklung und Nutzung von APIs aufkommen?

Zu geschäftsstrategischen Fragestellungen von Einzelinstituten kann ich keine Stellung beziehen.

Es liegt aber in der Natur der Sache, dass sich Banken den technologischen Trends und Entwicklungen nicht entziehen können und wollen. Aus regulatorischen Gründen benötigen Fintechs aber auch in einem zukünftigen Open Banking Ökosystem die Banken, namentlich für ihre Infrastruktur, das Kundenvertrauen, die Sicherheit und nicht zuletzt den Zugang zu Finanzmärkten.

Eine Banklizenz zu erlangen und alle damit verbundenen Vorschriften einzuhalten ist jedoch sehr aufwendig. Banken sind daher aufgefordert, ihre Geschäftsmodelle so anzupassen, dass sie ihre Dienstleistungen einerseits effizient anbieten können und andererseits ihre Wertschöpfung nachhaltig vergütet wird. Grundsätzlich ist es daher durchaus denkbar, dass sich die Ertragsmodelle der Banken stark verändern werden. 

Einige Experten und viele Beratungsunternehmen sagen den Banken an der Kundenschnittstelle eine schwierige Zeit voraus, bis hin zum Verlust derselben. Werden Schweizer Retailkunden in Zukunft noch Lösungen von Banken einsetzen oder mehrheitlich auf Angebote von Dritten wechseln?

Aus heutiger Sicht lässt sich dazu nur spekulieren und das ist nicht unsere Rolle als Branchenverband. Im Moment ist es in der Schweiz so, dass zwischen Banken und Fintechs meist eine symbiotische Rollenteilung besteht: Banken und Fintechs kooperieren eng und gemäss ihren jeweiligen Stärken.

Die Kundenschnittstelle ist dabei ein zentraler Faktor, das ist so. Möglicherweise wird sich für die Banken der Wettbewerb um die Kundenschnittstelle intensivieren. Wer sich da durchsetzt, ist aber aus heutiger Sicht nicht eindeutig zu beantworten. Neben technischen Angeboten wie E-Banking, Apps und Kreditkarten zählt hierzu vor allem auch die «menschliche» Schnittstelle, also eine kundenspezifische, persönliche Beratung. Nicht jede Kundin oder jeder Kunde wünscht eine rein digitale Dienstleistung. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Kunden durchaus bereit sind, für eine persönliche Beratung von kompetenten, zertifizierten Kundenberaterinnen und -beratern einen Preis zu bezahlen. Es wird also auch in Zukunft auf den richtigen Mix an digitalen und «menschlichen» Kanälen ankommen.

Im Gegensatz zu heute, wo die Banken meist die gesamte Wertschöpfungskette abdecken, könnten Teile davon künftig von Fintechs angeboten werden. Gleichzeitig können Banken und vor allem deren Kunden auch direkt profitieren. Anstelle Apps und E-Banking-Lösungen mit viel Aufwand selber zu erstellen, können Banken dies weitgehend dem Markt überlassen. Sie können sozusagen aus einer Menükarte die jeweils beste Lösung für sich und ihre Kunden aussuchen. Ausserdem können Fintechs bei der Kundenakquisition behilflich sein, indem sie neue Zielgruppen ansprechen.

Die sich entwickelnden Ökosysteme sind dabei viel breiter zu sehen, als nur zwischen Banken und Fintechs. Funktionierende digitale Ökosysteme beinhalten eine Vielzahl von Anbietern diversester Natur. Denken Sie nur schon an die Immobilienplattformen oder die Tourismusbranche, welche sich breit entwickelt haben. In Zukunft ist es also durchaus denkbar, dass Banken nicht mehr alles selber machen, sondern sich auf einzelne, ihren Kernkompetenzen entsprechenden Bereiche fokussieren. 

Eine Frage zum Schluss: Können sie den Schweizer Banken Empfehlungen für den zukünftigen Umgang mit Open Banking geben? Was sind mögliche Szenarien? Entwicklung von eigenen Plattformen, Kooperation mit einer der drei Schweizer Initiativen oder gar ein Angebot gemäss den technischen Standards der Berlin Group (PSD2)?

Unsere Banken wissen selber am besten, wie sie sich aufstellen wollen. Es liegt nicht an uns, ihnen Ratschläge zur Geschäftsstrategie zu erteilen.

Wir sehen im Open Banking grosses Potential für den Finanzplatz Schweiz. Dabei ist es für uns wichtig, proaktiv zu Rahmenbedingungen beizutragen, die die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Schweiz stärken. Gleichzeitig wollen wir sicherstellen, dass die Marktintegrität weiterhin hoch bleibt.

Wir verfolgen das Thema daher sehr genau und versuchen, die regulatorischen Hürden zu erkennen und wo immer möglich zu beseitigen. Wir sind auf jeden Fall gespannt, wo die Reise hinführt.



Das Interview geführt hat unserem CEO Carsten Miehling.

Ankündigung: PPI Schweiz TopEvent unter dem Motto #OpenBanking

Schon bald ist es wieder soweit: PPI Schweiz lädt am späten Nachmittag des 11. April zum halbjährlichen Stelldichein der Zahlungsverkehrs-Experten ins Zunfthaus zur Hard nach Zürich ein.

Mit Open Banking steht ein Thema im Fokus, das in allen Abteilungen der Banken aufhorchen lässt. Besonders aber im Zahlungsverkehr gelten Schnittstellen zu Dritt-Anbietern, sogenannten Third Party Provider (TPPs), als zukunftsweisend. Die genaue Ausgestaltung – welche Services sollen angeboten, welche Anbindungen und Schnittstellen betrieben und welche Zielgruppen einbezogen werden – sind regional unterschiedlich. Mit PSD2 steht ein regulatorischer Rahmen für die EU bereit, der ab September diesen Jahres von allen Banken umgesetzt werden muss. Der Finanzplatz Schweiz untersteht der PSD2 nicht und lehnt Verpflichtungen zur Teilnahme bis dato ab. Unter dem Titel Connectivity steht hierzulande ein API-Projekt in den Startlöchern, welches erste Open Banking Services noch dieses Jahr anbieten wird.

Beim TopEvent hören Sie zentrale Figuren beider Initiativen. Christian Schäfer, Product Management Head Payments, hat die Umsetzung der PSD2 bei der Deutschen Bank über die letzten Jahre verantwortet. Besonders spannend zu erfahren: wie ist die Deutsche Bank das Thema angegangen und wie können die regulatorischen Anforderungen auch als Chance aufgefasst werden. In der zweiten Keynote spricht Dejan Juric, Head Connectivity bei SIX, über das Projekt Swiss Corporate API / Connectivity. Wie ist der Stand der Arbeitsgruppe? Wann ist mit dem Go-Live der ersten Use Cases zu rechnen? Kann die SIX-Plattform als zentrales Ökosystem auch für weitere Services genutzt werden? Diese Fragen werden vor allem vor dem Hintergrund der Ausführungen von Christian Schäfer äusserst aufschlussreich sein.

Im Anschluss wird unser CEO Carsten Miehling die Podiumsdiskussion mit den beiden Keynote Speakers moderieren. Hierbei können auch Sie aktiv werden: Welche Fragen brennen Ihnen und Ihrem Institut beim Thema Open Banking unter den Nägeln?

Wie üblich beim TopEvent geht die Diskussion bei gemütlicher Atmosphäre weiter. Unser Apéro bietet kulinarische Leckereien und musikalische Untermalung. Die ideale Plattform, um sich mit der Zahlungsverkehrs-Gilde auszutauschen. Es lohnt sich also wieder einmal, mit PPI Schweiz den TopEvent im Werdguet zu feiern. Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung!


#PPISchweiz #TopEvent #OpenBanking

„Wissen ist das Einzige was sich verdoppelt, wenn man es teilt“

Was haben die Buzz-Wörter Blockchain, Ökosystem, Crowdfunding, Crypto-Currency und Robo-Advisory gemeinsam? Sie alle werden immer wieder in Verbindung mit der FinTech und Startup Szene gebracht und gehören zum guten Ton bei jeder Veranstaltung. Um den Begriff FinTech hat sich vor allem in den letzten Jahren ein wahrer Hype entwickelt. Nicht nur im Silicon Valley oder in Singapur spriessen FinTech Unternehmungen aus dem Boden, auch die Schweiz ist in einem echten FinTech-Fieber. Die Startup Map von Swisscom und e-foresight umfasst im Oktober 297 verschiedene Startups innerhalb der Schweiz. Swissquote spricht davon, dass sich bereits 10% aller europäischen FinTech Unternehmen in der Schweiz befinden, von denen 46% allein in Zürich ansässig sind. Die Tätigkeitsfelder reichen vom Asset Management über Crowdfounding bis hin zu Payments und Insurance. 30% von allen Schweizer FinTechs bieten dabei finanzorientierte Leistung an. Es wundert daher auch nicht, dass FinTechs immer wieder als Gefahr für das traditionelle Bankengeschäft und damit die Banken definiert werden. Doch schaut man auf das berühmte Ökosystem, braucht es FinTechs genauso wie Banken.


Der Swiss FinTech Day am 16 Oktober im UBS Grünenhof hat gezeigt, wie FinTechs und Banken voneinander profitieren und in einer Co-Creation gemeinsam Erfolge erzielen können. Das Flagship Event, welches durch die Swiss Finance Startups Vereinigung organisiert wurde, präsentiert sich modern und frisch und prägt selbst in der Agenda die Koexistenz von Banken und FinTechs. Zwischen verschiedenen Vorträgen und Panels zu Themen wie eID, Corporate API und Cyber Sicherheit, präsentieren Startups in mehreren Pitch-Runden immer wieder ihre Geschäftsideen. Revolutionär und ganz neu in der Schweiz ist die Messe am Nachmittag. Neben parallellaufenden Vorträgen auf der Hauptbühne haben die Gäste die Möglichkeit in der Exhibition Area mit über 45 FinTech Ausstellern in Kontakt zu treten. Ein gelungener Anlass der ohne das „Ökosystem“ nicht möglich gewesen sei, wie Christina Kehl (Co-Founder vom Swiss Finance Startups) in ihrer Eröffnungsrede betont.

Doch was bleibt von der ersten FinTech Messe in der Schweiz?

Der Swiss FinTech Day ist nicht einfach noch eine FinTech Veranstaltung unter vielen. Er hat gezeigt, dass das Thema FinTech mehr als nur ein Hype zu verstehen ist. Hinter dem Begriff verbergen sich Ideen und Wünsche, konkrete Chancen und Möglichkeiten sowie Firmen und Charaktere, die die Finanzbranche und die Schweiz bewegen und langfristig verändern werden. Worauf man sich jetzt konzentrieren möchte, sei jedem selbst überlassen – zu vielseitig ist das Themenfeld auf das wir hier blicken – als dass man alles im Blick behält. Ich möchte daher auf drei Aussagen etwas näher eingehen, die für mich von Bedeutung waren.

"Jeder sollte eine SwissID eröffnen, weil dies die Zukunft ist " | (Markus Naef SwissSign)

Estland und Holland haben es vorgemacht und die Schweiz zieht nach und versucht nun mit der SwissID im zweiten Anlauf eine einheitliche eID zu etablieren. Doch geht das Rezept von SwissSign auf? Ist die Plattformlösung zielführend oder wäre eine Schema-Lösung wie in Holland besser geeignet? Wie können sowohl Händler als auch Nutzer überzeugt werden, sich der SwissID anzuschliessen? Wie steht es mit der Interoperabilität für die verschiedenen nationalen und weiterführend internationalen Institutionen? Ist das Vertrauen gross genug und natürlich wie stark lassen sich die eigenen Daten kontrollieren? Diese und weitere Fragen stehen im Raum und es fällt schwer klare Antworten zu geben.



Fakt ist: das Thema und SwissSign nimmt an Bedeutung zu. Markus Naef spricht von 100 Anwendungen in 2019 für die SwissID. Das beginnt beim Kauf des Computerspiels und endet mit der Signatur für die Steuererklärung. Sowohl am Digital Switzerland Day im Hauptbahnhof am 25.10, als auch später am Nachmittag beim Top Event von PPI Schweiz wird das Thema eID eine wichtige Rolle spielen. Melden Sie sich jetzt noch schnell an.



„Die Schweiz braucht ein Open API Standard“ | (Dejan Juric, SIX Group)


Nichts müssen aber alles dürfen. Das ist der Grundtenor in Bezug auf das Thema Open API. Anders als in der EU sind die Schweizer Banken nicht dazu verpflichtet eine Schnittstelle an Drittanbieter (sogenannte TTPs) anzubieten und doch liegt genau dort das Potential. Denn vor allem sind Startups, wie Christina Kehl betont, die Keimzelle für technische Innovation. Open API ist mehr als nur das technische Bindeglied zwischen Bank und FinTech, gemäss Patrick Hunger, CEO Saxo Bank, kurbelt die Öffnung der Kanäle den Wettbewerb an. Nur so kann eine Entwicklung stattfinden. Es sei in der Schweiz fast schon zwingend notwendig, dass alle Banken eine API anbieten und bestenfalls nach einem und demselben Standard, denn wenn es die Schweiz nicht schafft eine API zu entwickeln, dann macht es am Ende jemand anderes. Auch Dejan Juric von SIX Group ist dieser Meinung und betont, dass es ein Open API Standard braucht und daher auch die Common und Corporate API Initiativen miteinander harmonisieren müssen und werden. Mehr zu dem Thema Open API hatten wir vor einigen Wochen bereits bei uns im Digital Finance Experts Blog.

"Digitalisierung als Gamechanger" (Manuel Nappo, HWZ)

Manuel Nappo bringt in seiner KeyNote „Be more Alfred – die Schweiz hatte ihren Elon Musk bereits vor 150 Jahren“ wohl den wichtigsten Erfolgsfaktor in Bezug auf FinTechs und Startups zur Sprache. Die Rede ist vom Mindset – von der generellen Grundhaltung gegenüber Veränderungen – vom Mut zu sagen „YES, why not!“ anstatt „YES, BUT…“. Er sieht die Digitalisierung als Gamechanger an, die etwas was vorher knapp war, verfügbar macht, auch wenn das manchmal etwas Geduld braucht. Denn obgleich wir in einer sehr schnelllebigen Zeit sind, braucht eine solche Veränderung natürlich Zeit. Wer würde schon seiner 7-jährigen Tochter vorwerfen, dass sie den Witz oder den Sachverhalt nicht versteht? Siri ist auch nicht viel älter, aber es gilt abzuwarten was passiert, wenn Siri nach der Matura in 10 Jahren zur Uni kommt. Es sind Gedanken die richtig und wichtig sind, wenn man über Change und Digitalisierung spricht – auch wenn dabei der kleine Faktor Geld eher etwas zu kurz kommt... aber da wären wir schon wieder beim „BUT“.

Es wäre falsch, die Startup- und Fintech-Szene zu belächeln und gewisse Geschäftsideen als Spinnerei abzutun oder ihnen nachzusagen, dass diese Anwendungen niemand braucht. Protektion des alten Systems ist hier fehl am Platz. Und wer von uns was wann braucht, das entscheidet alleine der Markt und somit wir Konsumenten. Hätten Sie vor zehn Jahren vielleicht gedacht, dass ein Grossteil der Erdbewohner gerne Fotos mit der Weltgemeinschaft teilt (vgl. Instagram)? Oder dass ein digitaler Taxidienst bald für ca. 120 Milliarden Dollar an die Börse geht (vgl. Uber)? Solche Beispiele zeigen, dass es sinnvoll ist, wenn die Schweiz weiter an der Standortattraktivität für Startups und Fintechs arbeitet und die hiesigen Banken darin Chancen sehen und weiter mit den verschiedenen StartUps zusammenarbeiten.  Denn Wissen ist eben das einzige was sich verdoppelt, wenn man es teilt.

Dieser Blog wurde von Florian Stade gepostet.

#FINTECH #THESWISSWAY #CorporateAPI #eID #PPIonTour #OpenBanking #DigitalIdentity

Die Schweizer Finanzindustrie wird API

Mittlerweile ist die API-Thematik auch in der Schweizer Finanzindustrie angekommen. Inspiriert durch die PSD2-Richtlinien, welche den EU-Instituten bestimmte Services vorschreiben, entstehen in der Schweiz durch die Markteilnehmer erstellte, eigene Standards.
Nachdem die SIX mit ihrem Corporate API gleich eine Plattform lanciert, hat nun auch die SFTI am letzten Donnerstag (20.09.2018) ihre Version einer API-Spezifikation veröffentlicht. In beiden Organisationen arbeiten Vertreter der Finanzdienstleister und Software-Anbieter mit.
Zeit also, die aktuellen API-Initiativen einem Vergleich zu unterziehen und herauszufinden, ob sich eine bestimmte Variante durchsetzen wird.
Und zu guter Letzt …. was bedeutet API überhaupt? (Nicht das, was Sie jetzt vielleicht grad meinen…) 

Gute Software-Architektur besteht unter anderem darin, Bedienungsoberflächen und Business- Funktionen zu trennen. Mit diesem Ansatz lassen sich unterschiedliche Applikationen generieren, welche über Schnittstellen die gleichen Business-Funktionen nutzen. Somit lassen sich Applikationen für die verschiedensten Geräte-Typen und Betriebssysteme einfacher und effektiver realisieren. 

In einem weiteren Schritt werden diese Schnittstellen extern zugänglich gemacht, sodass Dritt-Hersteller ihre eigenen Applikationen mit den Business-Funktionen eines Service Providers ergänzen können. 

Konsequent zu Ende gedacht könnte dies bedeuten, dass eine Bank gar kein eigenes e-Banking mehr betreibt, sondern lediglich die entsprechenden Funktionen mittels einer Schnittstelle verschiedenen Software-Herstellern zur Verfügung stellt.
Diese Schnittstellen sind nun also diese sogenannten APIs, Application Programming Interfaces. Gegenüber rein internen Schnittstellen, bei welchen keine Rücksicht auf externe Anbieter genommen werden muss, gelten an APIs erhöhte Anforderungen, insbesondere an die Sicherheit.

Schnittstellen unterscheiden sich unter anderem dadurch, ob sie die beteiligten Systeme eng oder lose aneinanderbinden. Eng gekoppelt bedeutet, dass die beteiligten Komponenten exakt aufeinander abgestimmt sind. Eine Anpassung in einem System hat Auswirkungen auf die Schnittstelle und das andere System. Die Wartung und Weiterentwicklung von eng gekoppelten Systemen wird daher um einiges höher. Dafür aber gewinnt man eine erhöhte Performance und eine niedrigere Komplexität der Schnittstelle. 

Lose gekoppelte Systeme haben aber entscheidende Vorteile, insbesondere denjenigen, dass die beteiligten Systeme unabhängig voneinander aktualisiert werden können. In der heutigen, schnelllebigen (agilen) Welt ist das meistens eine zwingende Anforderung. 

Das bedeutet aber auch, dass die Schnittstellen komplexer werden. Unter anderem müssen sie flexibler werden, verschiedene Versionen gleichzeitig unterstützen, plattformübergreifend funktionieren und ja, sie sollen auch schnell sein (performant). In diesem Punkt arbeitet die Zeit für die Service Provider. Mit der immensen Performance, welche uns heutzutage zur Verfügung steht, sinkt das Bedürfnis, eng gekoppelte Systeme betreiben zu müssen. Selbst ein Smartphone hat die mehrfache Leistungsfähigkeit eines früheren Super-Computers. 

Zugegeben, auf dem Cray liess es sich aber so gemütlich sitzen wie auf einem wohlig warmen Kachelofen….

Letztendlich müssen APIs auch stetige Veränderungen und Erweiterungen zulassen, ohne gleich die gesamte Schnittstellen-Struktur auf den Kopf zu stellen. Service Provider müssen in der Lage sein, ihr Angebot laufend den Bedürfnissen des Marktes anzupassen (innovativ).

Zusammengefasst ist dies die eigentliche Bedeutung von API: Agil - performant - innovativ

Alle diese Anforderungen an externe Schnittstellen haben dazu geführt, dass eine eigentliche Schnittstellen-Industrie entstanden ist. Auf dem Markt sind verschiedenste Werkzeuge und Applikationen zu finden, welche die Veröffentlichung von APIs ermöglichen oder erleichtern. Ziel dieser Lösungen (API-Gateways) ist es, dass sich der Service Provider auf die Implementation der Business-Funktionalität konzentrieren und die externe Schnittstelle (API) sehr flexibel gegen aussen zur Verfügung stellen kann. Die eingangs erwähnte Frage, welche API-Variante sich schlussendlich durchsetzen wird, rückt somit in den Hintergrund. Wenn die Business-Funktionalität vorhanden ist, können mittels API-Gateways die verschiedenen API-Varianten damit verbunden werden. Der Aufwand, eine Funktion sowohl im Rahmen des Corporate API als auch Common API im Markt anzubieten, reduziert sich daher auf ein Minimum. Selbst eine BerlinGroup-Variante kann somit relativ einfach realisiert werden.

PSD2 - BerlinGroup

Naturgemäss unterscheiden sich die API-Varianten nicht sehr stark. Das API der BerlinGroup implementiert die Anforderungen aus der PSD2-Richtlinie. Diese beinhaltet den Zugriff auf Bankkonten für die Abfrage von Salden und Transaktionen (AIS - Account Information Service) sowie die Möglichkeit, Zahlungen im Auftrag des Kontoinhabers auszulösen (PIS - Payment Initiation Service). Den dritten Service, welcher es erlaubt, für eine bestimmte Karten-Transaktion die Verfügbarkeit des benötigten Betrags zu prüfen, wird in den Schweizer Versionen nicht vorgesehen.
Als Zahlungsformate kommen JSON oder ISO20022 XML zum Einsatz, wobei keine Vorschriften gemacht werden, welches Format die Service Provider anbieten müssen. Das API der BerlinGroup unterscheidet sogenannte Payment-Products in den Ausprägungen SEPA, SEPA-Instant, Target2 und Cross-Border. Zudem werden sogenannte ”community specific payment product definitions” zugelassen, welche von Nicht-EUR-Ländern (z.B. Norwegen) genutzt werden können. Im März 2019 müssen die Finanzinstitute den Dritt-Hersteller (TPP - Third Party Providers) das Testing ermöglichen. Bereits im Oktober 2019 müssen produktive Lösungen im Markt angeboten werden.

Corporate API

Unter diesem Namen entwickelt die SIX zusammen mit Vertretern der Banken und Software-Hersteller nicht nur einen frei verfügbaren Standard, sondern gleich noch die passende Plattform dazu. Diese Plattform erlaubt eine sehr einfache Teilnahme an einem neu entstehenden Öko-System, welches Services weit über den PSD2-Rahmen (AIS, PIS) hinaus anbieten wird. Ausgerichtet ist diese Plattform auf Firmenkunden, unterstützt aber auch Lösungen im Retail-Kundensegment.
Als Formate werden JSON und ISO20022 XML angeboten. Die JSON-Variante wird dabei sehr einfach und rasch zu implementieren sein und zielt auf SW-Anbieter, welche nicht die Komplexität der ISO20022-Meldungen benötigen. Die ISO20022 XML-Variante unterstützt das gesamte Spektrum der aus der Migration ZV CH bekannten Möglichkeiten.
Bereits gegen Ende 2018 werden erste Tests mit Pilot-Banken und -Herstellern durchgeführt werden. Ungefähr Mitte 2019 werden dann die ersten Teilnehmer an dieser Plattform produktiv arbeiten.

Common API

Das Common API der SFTI lehnt sich stärker an PSD2 bzw. die Implementierung der BerlinGroup an. Gegenüber der Corporate API-Variante formuliert die Spezifikation der SFTI das API allgemeiner und überlässt die Wahl der Zielgruppe dem Service Provider. SIX hat den Entwicklungsprozess der SFTI-Spezifikation von Anfang an begleitet und wird zukünftig die Ergebnisse der SFTI-Arbeitsgruppe weiterführen.
Gut möglich also, dass sich der Entscheid ”Corporate API oder Common API” gar nicht stellt, sondern es sich als sinnvoll erweisen wird, sowohl als auch anzubieten. Mit dem passenden API-Gateway kein Ding der Unmöglichkeit.

Allen API-Initiativen gemeinsam ist die Verwendung des RESTful API. Dies bedeutet, dass Standard-HTTP-Funktionen wie GET, POST, PUT und DELETE zum Einsatz kommen. Mit dieser Technologie sind inzwischen alle SW-Hersteller vertraut, es gehört heutzutage zum Handwerk eines SW-Herstellers, Lösungen nach diesem Entwurfsmuster zu erstellen. Als Provider ist es wichtig, sein Angebot auch nach diesem Muster zu erstellen.

PPI Schweiz unterstützt Sie bei der Evaluation, Entwicklung und Implementation Ihrer API-Lösung.

Dieser Blog wurde von Rolf Zumsteg verfasst

#API #APIGateway #CorporateAPI #CommonAPI #BerlinGroup #agil #performant #innovativ #ecosystem #REST

Open Banking – Die verborgene Chance in Kombination mit Machine Learning

Open Banking ist in aller Munde. Chancen und Risiken werden in den entsprechenden Business Netzwerken wild diskutiert und Schlagwörter wie PSD2, Open API, Datenschutz und BigData gehören auf jeder Veranstaltung zum Thema Banking nahezu schon zum guten Ton. So fokussierte sich auch die ZHAW am 4. Juni im Rahmen ihrer Vortragsreihe «Finance Circle» auf das Thema «Open Banking». Bekannte Namen aus dem Banking- und FinTech Sektor waren geladen, um über ihre Vorstellungen zum Open Banking zu sprechen. Darunter unter anderem Gian Reto à Porta von Contovista (wir berichteten) oder auch André Renfer von der Hypothekarbank Lenzburg.

Basierend auf den Ideen und den Gedanken vom Finance Circle möchten wir in diesem Blog weiterschauen und das Konzept Open Banking mit dem Phänomen Machine Learning verbinden. Eine Kombination, von der vor allem die grossen Player am Markt – die "Tech Giants" wie Google, Facebook, Amazon und Alibaba – profitieren könnten.

Open Banking und Machine Learning
Schauen wir zuerst einmal Open Banking und Machine Learning an sich an. Open Banking ermöglicht Drittanbietern, sogenannten Third Party Provider, direkten oder indirekten Zugriff auf die Kontoinformationen der Bankkunden. Diese Daten können nun mit weiteren Informationen aus den sozialen Netzwerken, Suchmustern oder Standortdaten angereichert werden – wodurch ein umfassender Datenkatalog erstellt werden kann. Machine Learning beschreibt eine Software, die darauf ausgelegt ist, Muster in einem Datenpool zu entdecken. Im Unterschied zur Robotic Automatisation wird beim Machine Learning die Software so konzipiert, dass sie durch ihre Fehler "lernt" und die Muster verfeinert, während Robotic Automatisation an konstanten Regeln festhält.

Um dies zu veranschaulichen, bringen wir an dieser Stelle das beliebte "Katzenbeispiel". In diesem Fall soll ein Programm entscheiden, ob sich auf einem Foto eine Katze befindet oder nicht. Wir legen also ein grosses Datenset mit Bildern an. Alle Bilder auf denen eine Katze abgebildet ist, versehen wir mit dem Merkmal «Katze» und alle auf denen keine Katze abgebildet ist, versehen wir mit dem Merkmal «keine Katze». Nun speisen wir dieses Datenset in das Modell ein. Die Software errechnet nun bei jedem einzelnen Bild mit einer Wahrscheinlichkeitsangabe, ob auf dem Bild eine Katze abgebildet ist oder nicht. Bei jedem Fehler und bei jedem Erfolg passt sich die Software an, sodass beim nächsten Mal kein Fehler mehr gemacht wird. Je grösser das Dataset also ist, desto korrekter kann die Software dementsprechend auch arbeiten.

Wie spielen Open Banking und Machine Learning zusammen
Sobald Machine Learning dazu eingesetzt wird nicht Katzenbilder zu identifizieren, sondern Verhaltensmuster in Kundendaten zu entdecken, werden ganz neue Business Cases deutlich. Je mehr Daten hierfür als Grundlage genommen werden können, umso besser können die Muster analysiert werden.
  • Mit Machine Learning im Finanzsektor können beispielsweise Nutzer identifiziert werden, die besonders am Kauf einer Kreditkarte interessiert sind.
  • Darüber hinaus kann aufgrund des analysierten Lebensstils, in Kombination mit der finanziellen Lage, ein sich dynamisch anpassendes Anlageportfolio zusammengestellt werden.
  • Auch die Aufstellung verschiedener «Nutzertypen» kann dabei helfen den Kunden spezifische Angebote zu machen. 
Tech Giants in profitabler Position
In Kombination mit Open Banking könnten «Tech Giants» als Third Party Providers auftreten und bankübergreifende Daten sammeln. Diese Daten geben, angereichert mit den Daten aus deren anderen Kanälen (Email-Service, Standortdaten, Suchbegriffe, Surfverhalten), ein weitaus umfassenderes Bild als es die Banken selbst zeichnen könnten. Langfristig können so Google, Facebook und Co. zur ersten Anlaufstelle für finanzielle Fragen werden, während Banken im Retail Business selber in den Hintergrund geraten. Es sind sich alle einig, dass Open Banking ein grosser Mehrwert für den Nutzer darstellen würde.

Wie die Tech Giganten auf Open Banking reagieren werden ist bisher noch unklar. Sicher ist: Es bleibt spannend zu verfolgen, welche Business Cases sich aus der Kombination von Open Banking und Machine Learning in Zukunft ergeben werden.


Dieser Blog wurde gepostet von Jonathan Farner

#AI #DigitalBanking #MachineLearning #FinTech #OpenBanking #PSD2 #APIs

Swiss Corporate API – Ergänzung oder Konkurrenz zum Electronic Banking Internet Communication Standard (EBICS)?

Es ist aktuell gross in Mode neue Schnittstellenstandards fürs Open Banking zu entwickeln. Neben dem Swiss Open Finance API ist hierzulande mit Sicherheit die Swiss Corporate API Initiative unter der Leitung von SIX erwähnenswert. Analog den Vorgaben der zweiten Europäischen Payments Service Directive (PSD2), stehen Funktionalitäten für den Zugriff auf‘s Konto und die Zahlungsauslösung durch Dritte im Fokus.

Man könnte sich fragen, weshalb die Schweiz einen eigenen Standard entwickelt, wo doch in Europa mit den Spezifikationen der Berlin Group oder dem UK API Standard bereits fixfertige Standards auf dem Tisch liegen würden. Das ist aber ein anderes Thema. Dieser Blog befasst sich vielmehr mit der Frage, wie denn diese Open Banking Schnittstellen im Vergleich zu EBICS stehen.

Zunächst müsste sicherlich erwähnt werden, dass EBICS bereits heute den Zugriff auf Konten und die Auslösungen von Zahlungen ermöglicht. Dies ist Multibanking und gibt es auch in Form von Apps auf portablen Geräten. Es erfüllt die Vorgaben der PSD2 jedoch nicht in dem Sinne, dass über die Schnittstelle dieselben Informationen des Kunden wie im Onlinebanking zur Verfügung stehen.

Die Bezüge der Konto-Daten erfolgen über strukturierte Rapporte mittels Datenstandards wie SWIFT FIN oder ISO 20022. Dasselbe gilt für die Zahlungsauslösung. EBICS ist als Protokoll asynchron ausgelegt und der Austausch von Daten erfolgt in der Regel über Dateien. Typischerweise positionieren Banken EBICS im Umfeld von mittleren bis grösseren Firmenkunden, welche teilweise sehr grosse Volumen verarbeiten lassen (z.B. Rentenzahlungen des Bundes mit mehreren tausend Aufträgen).

Das auf Volumen und Performance optimierte EBICS-Protokoll unterscheidet sich in erster Linie genau in diesem Punkt von den gängigen Open Banking API Standards. Dazu kommt sicherlich die weite Verbreitung in Europa als Standard im Corporate Banking und Interbanking plus die standardisierte verteilte elektronische Unterschrift. EBICS wird nicht zuletzt auch als Standard für SEPA Instant Payments als Zugang zum RT1-System der EBA eingesetzt.

Im Gegensatz dazu bietet das Swiss Corporate API bewusst nur einen reduzierten Datenumfang an, welcher auf den bekannten Schweizer Implementation Guidelines für pain.001 basiert. Optionale Elemente sind jedoch nur da vorhanden, wo sie wirklich gebraucht werden. Komplexe Zahlungsinstruktionen sind nicht vorgesehen. Die Einfachheit nach dem Motto ”so viel wie nötig, so wenig wie möglich“ steht klar im Fokus.

Eine weitere Besonderheit der API ist die zentrale Rolle der SIX als Vermittlungsstelle. Die Software-Hersteller schliessen ihre Produkte an eine einzige Schnittstelle bei der SIX an, welche dann das Routing an die verschiedenen Banken (und weitere Funktionen) übernimmt. Im gleichen Sinn benötigen auch die Banken nur einen Zugang zur SIX-Plattform, um sämtliche Software-Anbieter bedienen zu können.

Für Banken wie auch für Softwarehersteller stellt sich eigentlich nicht die Frage, ob sie den einen oder anderen Standard ihren Kunden anbieten sollen. Je nach Situation kann einmal die eine Option, ein andermal die andere Option eine optimale Lösung darstellen. Es wird auch Kunden geben, die parallel beide Standards verwenden. Tendenziell wird sich die Swiss Corporate API im Retailgeschäft und im unteren KMU-Segment durchsetzen (sofern das Projekt ein Erfolg wird) und EBICS wird sich weiterhin bei den Firmenkunden als Europäischer Multibanking-Standard durchsetzen.

Fazit: Es gibt (zu) viele Open Banking API Initiativen (teilweise haben Banken sogar eigene APIs), was eine grössere Verbreitung in der Schweiz behindert (Europa nicht einmal eingerechnet). Die Swiss Corporate API hat gute Chancen ein Erfolg zu werden, da sie breit in der Bankenlandschaft abgestützt ist und den Support der hiesigen Grossbanken geniesst. Zudem ist sie klar positioniert: Einfach, schnell und schnörkellos soll sie werden, trotzdem die verschiedenen Zahlungsarten abdecken können und für Software-Hersteller einfach zu implementieren. Diese wurden denn auch bei der Spezifikation der API mit einbezogen, eine Vorgehensweise, welche wir klar begrüssen.

EBICS bleibt als Protokoll weiterhin relevant und wird sich insbesondere im Vergleich zur Alternative SWIFT FileAct aus Kosten- und Backup-Überlegungen weiterhin ausbreiten.

Für Sie gebloggt haben Carsten Miehling und Rolf Zumsteg

NextGenPSD2


Im Juni 2017 kündigte die NextGenPSD2-Initiative, eine dedizierte Task Force der Berlin Group, die Entwicklung einer offenen, gemeinsamen, harmonisierten europäischen Programmierschnittstelle (open, common and harmonised European API) an, um Drittanbietern (TPPs) den Zugang zu den Bankkonten (XS2A), basierend auf der neuen Zahlungsdiensterichtlinie PSD2, zu ermöglichen. Ziel der Initiative ist es, Drittanbieter bei der Entwicklung von innovativen auf modernen APIs basierenden Lösungen so zu unterstützen, dass der Zugang zu den Bankkonten gewährleistet wird, die Daten jedoch gesichert sind.



NextGenPSD2 will 

- die Komplexität von PSD2 XS2A reduzieren
- die Problematik der verschiedenen, sich konkurrierenden Standards adressieren
- eine maximale europaweite Interoperabilität und Erreichbarkeit ermöglichen,


indem sie einen einheitlichen Standard für eine europäische XS2A Schnittstelle zwischen den Banken und den Drittanbietern definiert.



Europäische Bankkunden könnten so von innovativen Produkten und Dienstleistungen (“Banking as a Service“) von Drittanbietern profitieren. Die Kunden gewähren den Drittanbietern mittels der APIs den sicheren Zugang zu ihren Bankkonten und Finanzdaten und erfahren so gleichzeitig auch ein neues reibungsloses Kundenerlebnis.



Der Standard, welcher als “Access to Account Framework“ entwickelt werden soll, wird Betriebsregeln, Implementation Guidelines, Nachrichtenmodellierung und Informationsflüsse, basierend auf der RESTful API Methode, einer Methode zur webbasierten Kommunikation zwischen Client und Server, anbieten.



Sowohl Private wie auch Firmen benutzen immer häufiger APIs (Programmierschnittstellen), um Daten zu teilen und zu konsolidieren. Dies führte dazu, dass APIs ein DeFacto Industriestandard wurden. Und jetzt, da die europäische Finanzindustrie unter PSD2 den Zugang zu den Kontoinformationen öffnen muss, sind gemeinsame APIs der sicherste und effizienteste Weg, um Daten sicher zur Verfügung zu stellen und dem Problem der sich konkurrierenden Standards zu begegnen.



Aus diesen Gründen stimmt sich auch die NextGenPSD2-Initiative mit den Zielen des Euro Retail Payments Board (ERPB, das von der Europäischen Zentralbank geleitete Nachfolgegremium des SEPA-Councils) ab.

Um sicher zu gehen, dass die Interessen aller Akteure abgedeckt sind, wurde der Standard, welcher immer noch in Entwicklung ist, am 27. September für die öffentliche Konsultation freigegeben. Mit dieser öffentlichen und transparenten Konsultation sollen alle Marktteilnehmer die Möglichkeit haben, an der Entwicklung eines ausgereiften Standards mitzuwirken, welcher sowohl die Marktbedürfnisse als auch anwendbares Recht und Regulationen berücksichtigt.
Der NextGenPSD2 - Standard ist seit dem 2. Oktober auf der Berlin Group Seite www.berlin-group.org/market-consultations verfügbar. Die öffentliche Konsultation endet am Freitag, 17. November 2017. Alle Beiträge werden im Anschluss an die Konsultation publiziert.


Wer ist NextGenPSD2?

Die Mitglieder der NextGenPSD2-Initiative arbeiten in einer einzigartigen Partnerschaft an der gemeinsamen Vision, in der offene und harmonisierte PSD2-XS2A-Schnittstellenstandards für Prozesse, Daten und Infrastruktur eine unabdingbare Notwendigkeit für einen offenen und leistungsfähigen Markt sind. Wahre Interoperabilität ist eine essentielle Komponente kompetitiver pan-europäischer PSD2-XS2A-Dienstleistungen, welche dazu beitragen, dass der Europäische Markt weiter zusammenwächst. Und davon profitieren letztlich die Zahlungsverkehrsbranche, wie auch Privat- und Firmenkunden. 
NextGenPSD2 setzt sich aus 39 Organisationen, Stand 3. Oktober 2017, aus EU - und Nicht-EU- Mitgliedstaaten aus den verschiedensten Bereichen des Bankings und des Zahlungsverkehrs zusammen. Auch SIX Payment Services zählt zu den Mitgliedern der NextGenPSD2 - Initiative.
Wichtig zu erwähnen ist auch, dass NextGenPSD2 weder an eine spezifische Bank(engemeinschaft) noch an einen spezifischen Dienstleister gebunden ist.


Was bedeutet NextGenPSD2 für die Schweiz?

Obwohl SIX Payment Services ein Mitglied der NextGenPSD2 - Initiative ist, konnte der Schreibende keine konkreten Aussagen bezüglich deren Beitrag an der Initiative finden bzw. welche Rolle für NextGenPSD2 auf dem Schweizer Finanzplatz vorgesehen ist.
Seitens SIX wird immer noch davon ausgegangen, dass PSD2 XS2A aufgrund der fehlenden gesetzlichen Rahmenbedingungen keine einheitliche und harmonisierte Würdigung erfahren soll/wird.
Andererseits ist SIX auch Mitglied von SFTI, Swiss Fintech Innovations (http://swissfintechinnovations.ch/). SFTI befasst sich mit einer Arbeitsgruppe an der Definition und Entwicklung von SOFA (Swiss Open Finance API), einer offenen, gemeinsamen Banken- und Finanz-Programmierschnittstelle.


Es stellt sich die Frage, ob es einen Austausch zwischen der NextGenPSD2 - Initiative und SFTI gibt, um den Standard für das Schweizer API an den europäischen Standard anzugleichen.

Leider erfolgte darauf bis zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Zeilen keine Antwort.
Die Stellungnahme der Schweizerischen Bankenvereinigung (http://www.swissbanking.org/de/themen/aktuell/20170707-5000-all-positionspapier-psd2.pdf) geht sogar noch weiter und lehnt eine Regulierung analog zu PSD2 bzw. eine gesetzlich erzwungene Öffnung der Zugriffsrechte für Dritte gänzlich ab.
Aus unserer Sicht wäre es wünschenswert, wenn der Schweizer Finanzplatz in Kürze eine verbindliche Zusage zu PSD2 XS2A machen und sich der diesbezügliche Standard am europäischen Standard von NextGenPSD2 orientieren würde.


Dieser Beitrag wurde von René Heusser gepostet.



#APIs, #DigitalBanking, #OpenBanking, #PSD2, #XS2A