Posts mit dem Label Finance werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Finance werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Highlights vom European Payment Summit 2018 – Tag 2

Mit dem Vortrag über den aktuellen Stand der Entwicklung von Quanten-Computern wurde die Messlatte schon am ersten Tag ziemlich hoch gelegt. Und so geht es denn heute im ähnlichen Stil weiter. Vivek Bajaj, IBM Watson Financial Services Solutions stellt aktuelle Projekte vor, in welchen AI eine zentrale Komponente darstellt. AI, üblicherweise als Abkürzung für ’Artificial Intelligence’ im Gebrauch, wird hier zur ’Augmented Intelligence’. 

Der clevere Watson aus dem Hause IBM, welche schon vor 20 Jahren den amtierenden Schach-Weltmeister Garry Kasparov besiegte, erkennt heute verdächtige Zahlungen, E-Mails von betrügerischen Mitarbeitern und weiteres. Beispiel gefällig? Eine Mail eines Mitarbeiters einer Bank an einen Kunden zum Thema Wetter ”It’s going to rain tomorrow, you better take an umbrella” wurde korrekt als Weitergabe von Insider-Informationen erkannt. Das Motto lautet diesbezüglich: Context meets Content. Genauso wichtig wie der Inhalt einer Meldung ist auch der Kontext, in welchem eine Meldung eingesetzt wird.

Weitere Anwendungen von Watson finden sich in Call-Center-Lösungen, in welche Experten das System so trainieren, dass Anfragen korrekter und schneller beantwortet werden.

Und, ja, dass B-Wort durfte natürlich auch nicht fehlen. Während viele immer noch nicht genau wissen, wie eine Block-Chain wirklich funktioniert, hat IBM schon über 400 Blockchain-Projekte realisiert. Eine konkrete Anwendung finden Sie hier: https://www.we-trade.com/

Über die Aktivitäten der holländischen Zentralbank berichtet Petra Hielkema. Hauptthema ist auch hier PSD2 sowie deren Auswirkungen auf den Zahlungsverkehr. Wettbewerb unter den Markteilnehmern ist normalerweise wünschenswert. Der rapide Anstieg an Payment Service Providern (PSP) in den letzten drei Jahren stimmt jedoch etwas nachdenklich. Eine grobe Schätzung geht von über 300 verschiedenen Services und Dienstleistung alleine in Holland aus. Gut möglich, dass sich hier wieder eine Konsolidierung einstellen wird.
Nicht ganz überraschend gibt es auch bei der Umsetzung der PSD2-Richtlinien Verzögerungen. Erst 11 Mitglied-Länder haben die entsprechenden Richtlinien in nationale Gesetze adaptiert. Auch die technischen Richtlinien, die sogenannten ’Regulatory Technical Standard (RTS) werden mit einer Verspätung von etwa 20 Monaten verfügbar sein.




Das führt uns zur nächsten Panel-Diskussion, in welcher nun Akteure auftreten, welche wir bisher noch nicht auf dem Radar hatten - Juristen. Gijs Boudewijn (European Banking Federation), James Whittle (Director International Standards and Services), Scott McInnes (Jurist) und Ralf Jacob (EU-Kommission) diskutieren aktuelle Probleme bei der Umsetzung der PSD2-Regulatorien und beantworten Fragen aus dem Publikum. 


Es versteht sich von selbst, dass die Antworten der Juristen keine einfachen sind. Antwort auf die Frage unseres PPI-Kollegen Hubertus von Poser, ob denn auch Kreditkartenkonten der PSD2 unterstellt sind: ”yes and no”… Die Erklärung dazu lautet: Was ich als Kunde mit einem Konto machen kann, soll auch ein Dritter machen können, vorausgesetzt, ich habe meine Einwilligung erteilt. Kann ich mein Kreditkartenkonto einsehen, Transaktionen abfragen? Antwort: Ja. Kann ich eine Zahlung ab meinem Kreditkartenkonto initiieren? Normalerweise nein. Heisst also, Banken müssen Account Service Providern (ASP) den Zugang zu einem Kreditkarten gewähren, nicht aber Payment Initiation Service Providern (PISP). 

Selbst Ralf Jacob, von der Europäischen Kommission, welche die sehr komplexen Gesetzestexte verfassen, bestätigte, dass sie diese Regelungen doch sehr ”pragmatisch” ausgelegt und umgesetzt werden sollen. Das war nun von einem Mitglied einer Regulierungsbehörde nicht wirklich zu erwarten…

In der letzten Panel-Diskussion steht das Thema ’Strong Customer Authentication’ im Fokus.

Alain Martin (Gemalto), Rolf Lindemann (Nok Nok Labs, Hamburg), Michael Sass (Mastercard) diskutieren die aktuellen Methoden und Möglichkeiten starker Benutzerauthentifikationen. Auch hier sind bereits viele Lösungen im Markt, welche den regulatorischen Ansprüchen mal mehr, aber auch mal weniger genügen.

Generell ist man sich aber einig, dass das Benutzererlebnis entscheidend sein wird, welche Systeme sich im Markt durchsetzen werden. Details dazu verraten wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch an anderer Stelle.




Das war’s vom 17. European Payment Summit aus dem Loumann Museum in Den Haag, welches übrigens ein sehr interessantes OldTimer-Museum beherbergt. Sehr empfehlenswert!

Wir verabschieden uns mit einer neuen Überlegung zum Thema Faster Payment



Besten Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Dieser Beitrag wurde von Rolf Zumsteg gepostet


#EuropeanPaymentSummit #FürSieUnterwegs #PAYMENTS #europe #EPS18 #PSD2 #gdpr #FastPayments #Blockchain #AI

Highlights vom European Payment Summit 2018 – Tag 1


Der diesjährige Summit stand unter dem Motto „Re-Thinking Transactions“ und fand bereits zum 17. Mal statt (ehemals initiiert von der European Payments Consulting Association mit PPI Schweiz als Gründungsmitglied, www.epca.de). Teilnehmer aus über 30 Ländern tauschten sich während zwei Tagen über aktuelle Trends und Themen im Zahlungsverkehr aus. Der Blog beschreibt nachfolgend nicht alle Vorträge und Panels im Detail, sondern streicht die Highlights der Veranstaltung heraus. Die Unterlagen zu einzelnen Vorträgen können gerne beim Autor angefragt werden. Das detaillierte Programm ist auf der Veranstaltungs-Webseite www.europeanpaymentsummit.com zu finden.


European Payment SummitHarry Smorenberg streift in seiner Eröffnungsrede die Topthemen der Branche, insbesondere „Open Banking“ und „Instant Payments“ werden den Bereich Zahlungsverkehr in grossem Masse verändern. Banken müssen in dieser neuen Welt ihre noch Rolle finden, haben jedoch gute Chancen bei Themen wie z.B. „Identity-Services“ den Lead zu übernehmen. Daneben beeinflussen geopolitische Entwicklungen die zukünftigen Business-Modelle der Finanzinstitute heute erheblich stärker als früher.

Das erste Panel befasste sich mit dem Themenblock „Infrastructure - Regulation - Digitization – Democratization“ und war prominent mit Vertretern von SWIFT, UniCredit, ABN Amro, EBA Clearing und ECB besetzt. Jan Kupfer (UniCredit) vertrat die Meinung, dass die Disruption der Fintechs bis heute nicht in grossem Ausmass stattgefunden hat und mittelfristig auch nicht stattfinden wird. Vielmehr stehen Kooperationsmodelle heute im Fokus. Angeli Kokkes (ABN Amro) strich die Bedeutung der Banken-Infrastrukturen heraus, auf welchen die zukünftigen digitalen neuen Lösungen betrieben werden, respektive auf welche mittels „Open Banking2-Schnittstellen von Dritten zugegriffen wird. Mehdi Manna (ECB) brachte „Instant Payments“ als DIE zentrale Initiative als Thema in die Runde, was von den Teilnehmern dann auch als eines der aktuell wichtigsten Projekte in Europa und weltweit bestätigt wurde.

Als nächster Schwerpunkt wurde GDPR (General Data Protection Regulation) - „The Pains and Gains“ - im Keynote Briefing behandelt. Silvai Mensdorff (ACI Worldwide) meinte, dass die Regulation vom Konsumenten kaum verstanden wird und auch nicht bekannt ist. Rob van der Veer (SIG) war der Meinung, dass insbesondere Anpassungen an bestehenden Systemen gemäss den GDPR-Prinzipien nicht einfach zu bewerkstelligen sind. Die Gesprächspartner stellen generell die Frage, wie in Zukunft mit der immer grösseren Menge an Datensammlungen umgegangen werden soll. Eine Regulation wie GDPR kann nicht alle Missbräuche verhindern, da oftmals ein Missbrauch nicht als solcher erkannt wird. Hinzu kommt das widersprüchliche Verhalten von Konsumenten. Einerseits wird unisono bestätigt, dass Datenschutz wichtig sei und anderseits werden persönlichste Information in den sozialen Medien geteilt.



Es folgte ein sehr interessanter Vortrag über die Sicherheits- und e-Identity-Strategie von Estland. Taimar Peterkop (Information System Authority Estland) stellt zu Beginn eindrückliche Kennzahlen von Estland vor. So werden z.B. 98% aller Steuererklärungen elektronisch eingereicht und 1,26 Millionen Einwohner von 1,3 Millionen nutzen aktiv die e-ID (eingeführt bereits 2002). Als Folge des hohen Digitalisierungsgrades sparen Bürgern und Ämter nachweislich Zeit (geschätzt eine Woche pro Jahr pro Einwohner). Parallel zur obligatorischen e-ID als Chipkarte können zusätzliche Ausprägungen vom estnischen Bürger eingesetzt werden, z.B. Mobile-ID für den Einsatz mit mobilen Geräten (SIM-Karte). Interessant war sicher die Aussage, dass der Erfolg der e-ID nur möglich war, weil diese in den offiziellen Ausweis integriert wurde und somit für jeden Bürger automatisch vorhanden ist (obligatorisch). Hierzulande wurde die Einführung der e-ID ja der Privatwirtschaft übertragen (optional). Es bleibt abzuwarten, wie sich die e-ID in der Schweizer Bevölkerung durchsetzen wird.




Nach dem Lunch konzentrierten sich die Beiträge um die Themenblöcke „Open Banking“ und „Cyber Security“. Den Start machte George Gesek (Novarion Systems). In seinem Einleitungsreferat für den Nachmittag warf George die spannende Frage auf, ob mittels dem Einsatz von Quantencomputern (diese benutzen Funktionen, basierend auf den Gesetzen der Quantenmechanik) neue Angriffsszenarien entwickelt werden könnten, welche von der heutigen digitalen Rechenwelt nicht mehr abzuwehren wären. Der von der NSA entwickelte Secure Hash Algorithmus könnte z.B. in Mikro-Sekunden anstelle von Trillionen von Jahren geknackt werden. Erste kommerziell einsetzbare Rechner sollen in 2-4 Jahren verfügbar sein. Mit Hilfe solcher Maschinen könnten natürlich zukünftig auch grosse Rechenprobleme, wie diejenigen der Blockchain, viel effizienter gelöst werden. Diese Art der Anwendung wird als „Quantum Secure Blockchain“ bezeichnet.

Gijs ter Horst (Ximedes) eröffnete den „Open Banking“-Track mit der Frage, was eigentlich alles zum Banking zählt. Das ist offensichtlich weitaus mehr, als die PSD2 (Payment Services Directive) zu regeln versucht (u.a. auch Kredite, Versicherungen, Vermögensverwaltung, Hypotheken, Dokumentärgeschäfte, etc.). Jeder Banking-Bereich wird aktuell von unterschiedlichen FinTechs adressiert. Insbesondere für Bereiche ausserhalb von PSD2 ist der Business Case auch für Banken interessant, da sie für solche Services durchaus gebühren für deren Nutzen verlangen können. Als gute Entwicklung im Open Banking für den Zahlungsverkehr wird die Initiative von W3C (World Wide Web Consortium, www.w3.org/TR/payment-request/) beispielhaft erwähnt.

Was läuft aktuell im Bereich Fraud-Prävention im Zahlungsverkehr? Diese Frage wurde am zweitletzten Vortrag von Marco Doeland (Dutch Payments Association) mit Fokus Holland im „Cyber-Security“-Track beantwortet. Holland ist ein Markt vergleichbar mit den skandinavischen Ländern mit einem bereits sehr hohen Anteil an Cashless-Transaktionen (über 50%). Der Fraud-Anteil in Holland ist im Vergleich zum restlichen Europa relativ tief (unter 10 Mio. EUR pro Jahr für den gesamten Finanzplatz). An was liegt das? Gemäss Marco ist es eine Kombination aus technischen Massnahmen, Kooperationen und regelemässiger Informationsaustausch unter den Payment Service Anbietern und Ausbildung der Konsumenten. Letzter Punkt wurde in Holland breit mit Fernseh-, Youtube- und Plakat-Kampagnen unterstützt. Die Dutch Payments Association tritt dabei als Vermittler und Koordinator unter den Akteuren auf.


Zu guter Letzt am Tag eins noch eine Panel-Diskussion zum Thema Regulation. Jes Rasmussen (NETS Group), Arno Voerman (Van Doorne) und Nadja van der Veer (Payment Counsel) sind die Hauptdarsteller im Schlussakt. Ein grosses Thema der Gilde ist natürlich auch Blockchain und die noch fehlende Regulation bei der Anwendung der Technologie (geschweige denn einer Gerichtspraxis). Es wird die Frage gestellt, wie stark ein Regulator eingreifen soll. Die Tendenz mehr und mehr technische Aspekte zu regulieren wird kritisch angesehen (bei der PSD1 ging es noch um Kostenreduktion für Konsumenten, mit der PSD2 wurde ein ganzer Markt auf Basis von technischen Schnittstellen neu aufgemischt), obwohl es das Hauptgeschäft der Panel-Akteure darstellt. Mehr Regulation ist im Prinzip auch mehr Arbeit für Anwälte und Berater.

Das war’s vom Tag 1 am European Payment Summit. Fazit: Vieles wurde schon oft gesagt, einige Punkte, wie z.B. die Bedrohung durch Quantencomputer als Bedrohung für die IT-Sicherheit oder die Holländische Fraudbekämpfungs-Kampagne bleiben auch über den Tag hinaus in Erinnerung.


Dieser Beitrag wurde von Carsten Miehling gepostet

#EuropeanPaymentSummit #FürSieUnterwegs #PAYMENTS #europe #EPS18 #PSD2 #gdpr #eID

Das Banken-IT-Investitions-Dilemma

Neues Jahr, neues Glück und wie jedes Jahr auch ein neues IT-Budget, welches nun sukzessive über die nächsten Monate für spannende Projekte eingesetzt werden kann. Der Verteilkampf, wie viele Mittel für welche Investitionen und den Unterhalt von IT-Systemen und -Personal eingesetzt werden, hat bereits Ende des letzten Jahres stattgefunden und beginnt ab der zweiten Jahreshälfte wiederum von neuem. Für die Projektleute ist dies weniger erfreulich, denn es stehen regelmässig weniger Mittel für „Change the Bank“-Projekte zur Verfügung.

Betrachtet man die Benchmark-Studien renommierter Beratungsunternehmungen, dann kommen diese zum Schluss, dass aktuell bis zu 75% des IT-Budgets für „Run the Bank“-Kosten eingesetzt werden. Von den verbleibenden Mitteln ist dann wiederum etwa ein Drittel fest reserviert für sog. „Mandatory“-Projekte, in der Regel aus dem Bereich Regulation und Compliance. Mit den verbleibenden ca. 20% des IT-Budgets (dies ist wohl noch grosszügig gerechnet) sollen vor dem Hintergrund der Digitalisierung die so notwendigen Investitionen umgesetzt werden.
















Abbildung 1: Quelle BCG's European IT Benchmarking in Banking Study & E&Y IT in Swiss Banking Survey


Wie bei jedem grösseren Investitions-Entscheid, handelt es sich auch in diesem Fall um eine äusserst komplexe Angelegenheit. Dies aufgrund der grossen Anzahl von Entscheidungsparametern (und ihren Abhängigkeiten) und aufgrund unterschiedlichster Zielvorstellungen und Kriterien der am Budgetprozess involvierten Stakeholder. PPI beobachtet und berät als Zahlungsverkehrs-Experte die Feinverteilung für den Bereich der unbaren Zahlungsmittel, inklusive Konto-Reporting. Die knappen Mittel müssen auch hier, in Anbetracht der grossen Anzahl, von möglichen Projekten priorisiert werden.

Aktuell wäre da sicher der Abschluss der Harmonisierung im Schweizer Zahlungsverkehr zu erwähnen, welcher auch im Jahr 2018 noch einen grossen Anteil an IT-Mitteln binden wird. Parallel dazu sind bereits erste Folgeprojekte aufgesetzt, wie z.B. LEON und QR-Rechnung. Ebenfalls bereits diskutiert werden Investitionen rund um die Themen Multi Banking, Open Banking und Instant Payments. Nicht zu vergessen sind die Vorhaben rund um das Thema Personal Finance Management im Online Banking und neue Apps fürs Mobile Banking (z.B. die Integration und der Ausbau von TWINT).

Viele Institute lösen dieses Investitions-Dilemma nach der sog. BOGSAT-Methode: „a bunch of old guys are sitting around the table“. Was auf den ersten Blick amüsant klingen mag, ist leider doch gängige Praxis und diejenigen Entscheider, welche am höchsten in der Hierarchie stehen und am vehementesten ihre Anliegen propagieren, setzen sich am Schluss durch. Seitens PPI möchten wir einen alternativen Ansatz auf Basis der Vorgehensweise gemäss „Analytical Hierarchy Process“ (AHP) populär machen.

Unsere Kunden setzen AHP für das strukturierte Bewerten und Entscheiden von komplexen Problemstellungen, wozu auch die Verteilung eines IT-Budgets zählt, ein. AHP ist eine moderne Methode aus der Entscheidungstheorie zur Entscheidungshilfe ähnlich der Nutzwertanalyse, um komplexe Entscheidungen zu vereinfachen und rationaler und bewusster zu treffen. Ziel von AHP ist es bei schwierigen Entscheidungen eine gemeinsame, optimale Lösung zu finden, mit möglichst geringem Zeitaufwand, bei nachvollziehbarer Qualität und weitreichender Akzeptanz seitens der Team-Mitglieder bei der späteren Umsetzung einer Team-Entscheidung.

Das Vorgehen, welches mittels einer AHP-Modellierungssoftware unterstützt wird, teilt sich in drei Teilschritte auf. Zuerst werden die relevanten Entscheidungsgrundlagen definiert. Im Fall einer IT-Budgetentscheidung als hierarchischer Anforderungsbaum. Danach werden die einzelnen Alternativen zur Befriedigung der Anforderungen im Team bewertet. Im Gegensatz zur Nutzwertanalyse erfolgt bei AHP die Bewertung im Paarvergleich, was zu widerspruchsfreieren Resultaten führt. Zum Schluss erfolgt dann der Team-Entscheid mit Hilfe von Sensitivitäts-Analysen, um die Robustheit der Entscheidung sicherzustellen.














Abbildung 2: AHP in drei Teilprozessen


Interessenten, welche ebenfalls mit dem IT-Investitions-Dilemma konfrontiert sind oder anderweite komplexe Gruppenentscheidungen zu treffen haben, stellen wir die Methode AHP und die entsprechenden Werkzeuge gerne in einem persönlichen Gespräch vor.

Für Sie gebloggt hat Carsten Miehling.

#Investitionen #HarmZVCH #AHP

Die Schweizerische Fintech-Veranstaltung Finance 2.0 kommt ins fünfte Jahr

Am 14. März traf sich die Schweizerische Fintech-Szene im Zürcher Schiffbau, die der ehemaligen Kesselschmiede der Escher Wyss AG in Zürich-West. Hinter der Veranstaltung, bekannt unter dem Namen Finance 2.0 steht das Medienhaus financialmedia AG. Das Medienhaus ist unter anderem bekannt für die Herausgabe des Wirtschaftsmagazins PUNKT. 

An der diesjährigen Veranstaltung wurden Themen wie Künstliche Intelligenz (AI), mögliche Effekte der überarbeiteten EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2, das neue Twint, und das Bedürfnis nach einer akkreditierten elektronischen Identifikation (eID) behandelt.

Es wird derzeit viel von Künstlicher Intelligenz gesprochen und geschrieben. Doch selten unterscheidet man zwischen einem ausgeklügelten Algorithmus, beziehungsweise Deep-Learning, und wirklicher Intelligenz. Jedenfalls beinhalten beide Ausführungen viel Marktpotenzial. Pascal Kaufmann, Unternehmer und Neurowissenschaftler, überzeugte die Besucher, dass diese Formen von Robotik unseren Alltag in absehbarer Zeit signifikant beeinflussen werden.

Dass die Digitalisierung auch den Banken- und Versicherungssektor tangiert, ist mittlerweile bekannt.  In Kombination mit der Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 bedeutet dies die Öffnung der Bank-Kunde-Schnittstellen für Drittanbieter. Davon ist Thomas Ruck von Accenture überzeugt. Er ist auch der Ansicht, dass sich Banken dieser Herausforderung offensiver stellen sollten.
In Punkto swiss-made Mobile Payment scheint eine Harmonisierung gelungen zu sein. Thierry Kneissler, CEO von Twint, und Andreas Kubli, von UBS, zeigten eine exklusive Vorschau vom neuen mobilen Zahlungsmittel. Weiter kündigte Kneissler sechs Banken an, welche noch im ersten Halbjahr 2017 die Twint-App customized lancieren werden: UBS, Credit Suisse, Raiffeisen, PostFinance sowie die Kantonalbanken von Zürich und Waadt. Weitere 32 Banken befinden sich in der Pipeline, um eine App oder Bezahlfunktionen anzubieten. Eine eigenständige Twint-App wird es auch in Zukunft geben. Auch Coop und andere grosse Detailhändler sind an Bord. Sogar ein oranges M war in Thierry Kneisslers Präsentation zu sehen. Die Erneuerung der rund 12'500 Kassensysteme der Migros, zusammen mit dem Lieferanten 4POS, könnte jedoch zu Verzögerungen bei einer möglichen Einführung führen.

Die digitale elektronische Identität ist ein zwingendes Element für ein durchgängiges digitales Ökosystem. Obschon diesbezüglich in der Schweiz mehrere Projekte im Gange sind, hat es letztlich nur Platz für einen gemeinsamen nationalen Standard. Innopay illustrierte verschiedene Lösungen anhand ausländischer Beispiele.  Anschliessend erörterten Andreas Kubli (UBS), Peter Gassmann (AdNovum), Vincent Jansen (Innopay) und Urs Fischer (SwissSign) während einer Podiumsdiskussion mögliche Rollen der Banken.  
Credit Suisse und UBS beabsichtigen ihre digitalen Bankdienstleistungen zu vereinfachen.  Gemeinsam mit Swisscom bestreben sie einen elektronischen Identitätsnachweis für die Schweiz zu entwickeln. Von staatlicher Seite arbeiten auch Schweizerische Post und SBB an einer elektronischen ID.  Diese Konstellation erinnert an den Start von Paymit, Tapit und Twint: Viele Player im kleinen Schweizer Markt mit gekapselten Systemen.

Die Swiss Post Solutions Tochter SwissSign startet nicht bei null. Die SuisseID ist seit gut sechs Jahren auf dem Mark, hat sich aber nur mässig etabliert. Banken könnten für die geplante "eID" auf bestehenden Authentifizierungslösungen für das E-Banking aufbauen. Andreas Kubli vertritt den Standpunkt, dass sich eine generelle Identitätsanwendung für einige 10 Millionen Franken realisieren liesse. Das Umsatzpotenzial solle 50 Millionen Franken betragen. Somit sollte eine Kapitalrentabilität gegeben sein. Um unnötige Investitionen in vergleichbare Technologien zu vermeiden, müssten die Marktbegleiter kooperieren.  Während der Podiumsdiskussion herrschte zwischen den vermeintlichen Wettbewerbern bemerkenswerte Konkordanz. Urs Fischer bemerkte, dass es eine einheitliche Schweizer Lösung geben sollte. Andreas Kubli würde gerne ein zweites Paymit / Twint vermeiden, um Ressourcen zu sparen. Beide Parteien sind auch der Ansicht, dass die echte Herausforderung für eine erfolgreiche Markteinführung im Anbieten von wertvollen Geschäftsanwendungen für Bürger, Unternehmen und Behörden liegt. Diese Herausforderung sei gross genug, unterstreicht Vincent Jansen. In den Niederlanden, seinem Heimatmarkt, konkurrenzieren sich aktuell vier digitale ID Anbieter um einen Markt von 17 Millionen Bürgern.

An der ausverkauften Veranstaltung waren knapp 430 Gäste anwesend. Dies lässt sich so deuten, dass die Schweizerische Finanzwirtschaft dem Thema Digitalisierung durchaus Beachtung schenkt. Am Rande erwähnte Rino Borini, Verleger von PUNKT und Mitveranstalter, dass sogar sechs Eintrittskarten mit Bitcoins erworben wurden. Es wäre interessant zu wissen, ob es sich bei den Käufern um Banker handelt…


PPI Schweiz
Alberto De Gruttola ist Experte in Themen wie Digitalisierung von Geschäftsmodellen, Digitaler Zahlungsverkehr und Digitales Dokumentenmanagement. Er verfügt über ein technisches sowie betriebswirtschaftliches Studium. Sein Focus liegt in der Aufgliederung von Unternehmensanforderungen und der Projektleitung. Im Digitalen Zahlungsverkehr ist er besonders in den Bereichen E-Wallet und Card Not Present spezialisiert.


Sein Credo heisst: „Digitalisierung ist kein Endzustand, sondern ein beständiges Bestreben nach maximalem Erfolg, mittels Arbeitsprozessen und Informationstechnologien.“


#Finance2.0 #Digitalisierung #PPIonTour #PSD2 #AI #DigitalIdentity

Goodbye SIBOS

PPI Schweiz
Die Tore der SIBOS 2016 sind geschlossen. Wir verabschieden uns von Genf und blicken zurück auf vier interessante, abwechslungsreiche und vollgepackte Tage.

Was fällt einem als SIBOS Neuling auf?
Die SIBOS ist von der ersten bis zur letzten Stunde top organisiert. Es wird einem sofort klar, dass dies eine Messe auf sehr hohen Niveau ist. Nach dem Security Check am Eingang trifft man auf hochpolierte, teilweise luxuriöse Stände. An Platz wurde nicht gespart, auch nicht zwischen den Ausstellern, was sehr angenehm ist, da kein Gedränge entsteht. Es herrscht eine professionelle Atmosphäre begleitet von der üblichen Geräuschkulisse solcher grossen Messen.

Die Qualität der Kontakte ist hervorragend. Man merkt, dass die Teilnehmer hier sind um mit den richtigen Ansprechpartnern zu reden, Informationen einzuholen und neue Geschäfte anzugehen. SIBOS ist in erster Linie eben Business, not Pleasure.

Noch ist es eine Banken-Messe
Auffallend ist, dass die grossen asiatischen Institute fehlen. Sonst ist wirklich jede Art von Bank vertreten. Der von SWIFT organisierte Event ist nach wie vor ein Bankenevent. Noch. Das FinTech-Geflüster wird lauter.

Das HyperLedger Project, eine Kollaboration verschiedener Partner, setzt auf Blockchain, um einen cross-industry global Standard für distributed ledgers zu schaffen. Ripple schiesst scharf und stellt die GPI (Global Payment Initiative) von SWIFT als “wenig innovativ und überarbeitete Version der alten Infrastruktur” dar. Sie haben bewiesen, dass mit dem auf Blockchain basierendem Ripple-Protokoll eine Überweisung von Kanada nach Deutschland 8 Sekunden dauert, verglichen mit den heute normalen zwei+ Arbeitstagen.

PPI Schweiz
Das im Jahr 2009 von SWIFT gegründete Innotribe glänzt mit Top-Speakers und aktuellen Tech Themen.

Das Drumherum
An der SIBOS wird jede Minute genutzt. Hat man keinen Termin, stehen genügend Spaces zur Verfügung, um den Laptop aufzustellen und das Tagesgeschäft zu erledigen. Dazu kommt eine gute Auswahl an spannenden Themen und Vorträgen in den verschiedenen Open Theaters. Themen wie Instant Payments, Patterns of Disruption, Evolving Regulations, Robotization of the Trading Place, um nur ein paar zu nennen.

Gegen Ende eines SIBOS Tages darf der Apéro nicht fehlen. Ab 16.00 Uhr klingen vereinzelt schon ein paar Gläser beim Anstossen. Eine Stunde später sind es einige mehr. Klar, dass man gerne beim einen oder anderen ausgewählten Apéro dabei ist. Sowie am Montag am Stand der ZKB. Sehr schön gemacht, Feines zum Essen und einen guten Tropfen. Merci !




Dieser Beitrag wurde von Claude Reck gepostet.

#SIBOS #Finance #DigitalBanking #PPIonTour

SIBOS 2017 in Genf – es geht los!

PPI Schweiz
Die SIBOS, die weltweit größte Messe für Zahlungsverkehr, steht wieder vor der Tür. Auf der diesjährigen Veranstaltung (26.09. – 29.09.) ist auch PPI Schweiz am Start.
Wir werden dabei unsere Kompetenz zum Thema Zahlungsverkehr sowohl von der Produkt- als auch von der Beratungsseite präsentieren.

Brandheisse Themen dieses Jahr sind Instant Payments, Interbanken-Zahlungen über EBICS, ein neues Clearing-Produkt und natürlich eine europaweite Studie zum Thema Kosteneffizienz im ZV.

PPI hat sich im Zahlungsverkehr insbesondere in Deutschland, der Schweiz sowie im Produktumfeld auch in anderen europäischen Ländern einen hervorragenden Ruf erarbeitet.

Wir twittern von der SIBOS! Ab Montag wird hier im Blog ein Live-Feed zu lesen sein. Wir freuen uns über Ihren Besuch am Stand B79.

PPI Schweiz



#SIBOS #Finance #PPIonTour

Overstrained with paperwork? - Why you should ask your bank to provide you with eBAM

PPI Schweiz
Are you sick of the time required to open, close or manage your existing Bank accounts? If you are looking to optimize your treasury processes, you should already be looking to get up to date with eBAM.

eBAM ?

Electronic Bank Account Management (abbreviated as eBAM) is a Financial Services Messaging standard defined by Swift, and will allow you to get rid of the time consumed by the head aching paper based bank account management you are used to nowadays.

Corporates around the world are waiting to digitalize and standardize the way they communicate with their banks for many years now, and not just payment files … all the processes.

And in Switzerland, as well as in other European countries, with the arrival of EBICS, and the ISO 20022 standardization, the urge to switch everything to XML format is even bigger.


How will you benefit from the eBAM standard?

Let’s be honest. The first benefit that comes to mind would be: « getting rid of paper ». Now that we manage to send our daily business to our banks via standardized channels in a digital way, it would be a big step backwards to keep managing our bank accounts with paper in a slow, insecure and non-standardized way.

The eBAM standard will help corporates to optimize and automate their processes, by providing a multi-bank standardized ISO 20022 File format which will allow the electronic opening, maintenance, closing of accounts. Even the reporting on account and mandate structures. Account maintenance also includes the maintenance of the operational mandates on accounts. Having the same electronic procedures for every bank will result in a noticeable gain in efficiency.

But eBAM does not stop there. In fact, it will provide you with a global visibility on your bank accounts - no more sleeping bank accounts you are not aware of! Having all this bank provided information, in a central repository will help you to manage your compliancy tasks easier than ever before.

From a security viewpoint eBAM will support digital signatures like the famous 3Skey provided by SWIFT which will make possible to identify the authorized users who manages the bank accounts and to add a whole new layer of security.

Since the format is ISO based, it is fully compatible with most of the communication standards used today, like SWIFT FileAct, Host to Host connections or EBICS, which is commonly used in France, Germany and Switzerland. Having said this, it will be easy to connect your existing systems and to feed them with eBAM files.

What about you? Are you already working on a way to manage your bank accounts in an efficient and secure way?

If not, please do not hesitate to contact us  we would be delighted to give you some more insights on this technology and the ways we think are best to implement it.

Posted by Julien Lacombe, PPI Schweiz


Julien is an expert for Cash Management and Payments. He has extensive international experience and knows the needs of corporates and financial institutions.

He currently supports customers in projects to harmonize payments in Switzerland, for example in the areas of ISO 20022 and EBICS.




 #DigitalBanking #eBAM #EBICS #Finance #ISO20022 #SWIFT